Montag. Hier war ich schon oft. Ich setzt mich auf die Steinbank an dem künstlichen See und esse mein Käsebrötchen. Jedes Jahr sind wir vom Bahnhof durch das neue Bankenviertel zur Stadtbibliothek gelaufen, meiner Schreibwerkstatt und ich, eine fröhliche Meute. Siegesgewiss zogen wir ein: wir waren immer die Besten und werden es wieder sein. Ein Besuch in der Markthalle oder im Kunstmuseum oder beides lag hinter uns und natürlich der obligatorischen Stadtbummel, im Laufen zeigten wir uns unsere Einkäufe von Pylones, New Yorker oder dem Museumsshop. Der Weg auf die Bühne war die letzte Hürde zum Battle, dann legte sich
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Kafkas Türen
Freitag, Tübingen. Vor wenigen Monaten, genauer: im Oktober, war ich zum Vorstellungsgespräch an einer Fachschule in E. eingeladen. Wir brauchen Sie!, hörte ich in diesen zwei Stunden mehrmals – wie oft im Leben bekommt man das gesagt? – und fand mich inmitten eines intellektuellen Pingpongs der allerfeinsten Art wieder. Der Chief der kirchlichen Einrichtung hatte sich auf unser Gespräch vorbereitet, meine bisherigen Tätigkeitsfelder recherchiert und eigens für mich ein neues Fach kreiert: Bibelwerkstatt – ein Zusammenschnitt von Kreativem Schreiben und Religionsunterricht. Ich war begeistert, entflammt. Unmittelbar nach unserem Gespräch begann ich, Ideen für die Probestunde, die im Februar stattfinden sollte,
WeiterlesenKrokanteier
Karfreitag, Tübingen. Das Wetter entspricht dem Feiertag. Viel Organisatorisches, u.a. der verhasste Lohnsteuerjahresausgleich. Aber auch viel Schönes: Ostern mit Familie. Gestern Großeinkauf für das gemeinsame Essen. Das erste Osterfest ohne Schokoladeneier. Verrückt, oder? Alle entsagen dem Zucker und dem Fett. Hm, ich auch … Als ich es PM sage, meint er: Na ja, wenn du noch Krokanteier findest, die würde ich schon essen. Phantastisch, der Stadtbummel morgen hat eine Legitimation. Mal sehen, ob Marbello & Co so was führen;-) Und morgen Abend kommt PM …
WeiterlesenStädtetour
Sonntag. WE in Weimar mit T. und A. Abends Theater, Übernachten im schönen Elefant. Sonntagsfrühstück ausgefallen, Riesengrundsatzdebatte mit PM, Verzweiflung, Abgrund, Zukunftsfragen. Überschatteter Vormittag, Stadtbummel alleine. PM später: Da ist ja einiges gewaltig schiefgelaufen. Seine Stimme, wenn er wieder aufmacht …
WeiterlesenAntje Vollmers wertvoller Nachlass
Mittwoch. Für alle, die auch andere Narrative zulassen können bzw. das Denken nicht outgesourct haben: https://www.emma.de/artikel/russland-wie-halten-wir-es-mit-putin-338893
WeiterlesenFragen
Sonntag, Tübingen. Treffen mit meinen liebsten Freund*innen, shoppen in den schönsten Geschäften, bummeln über den alljährlichen Haaggassen-Antikmarkt … durch menschenüberlaufene Straßen (Kontrast zu den leeren Straßen in Eisenach) … Zeit mit Baby Z. verbringen. Was ist der Sinn meines Lebens? Ist Familie das Wichtigste? Was mache ich dann in Eisenach? Und welchen Stellenwert hat Arbeit? Quälende, unbeantwortete Fragen. Die Angst vor falschen Entscheidungen. Ich genieße die Auszeit in meiner Wohnung hoch über der B 27, den Blick auf Laubwald und erblühende Apfelbäume jenseits der Straße an den Hängen des Galgenbergs. Früher, noch vor einem dreiviertel Jahr, mein normales Leben.
WeiterlesenNordkorea TV für die Kleinsten
Samstag. Bis zur Auflösung der allgemeinen Wehrpflicht verweigerten linke, grüne Antimilitaristen den Kriegsdienst. Darauf war – auch für mich – immer Verlass: der Pazifismus war eine der ethischen Säulen von Grünen und Linken. Der Gamechange kam mit der Ampel: Warum nicht wegen der Ost-Ukraine den Dritten Weltkrieg riskieren? Die grüne Wahnsinnsbotschaft: Mehr Waffen schaffen Frieden. Dass der seit zwei Jahren anhaltende Krieg wie vorausgesehen eskalierend verläuft mit immer mehr Toten auf beiden Seiten, wird als Kollateralschaden behandelt. Belästigen Sie mich nicht mit Fakten scheint das Motto der Stunde. Die Forderung nach einer Atombombe ist da nur konsequent. Jedes Mittel ist
WeiterlesenWenn alle den Verstand verlieren
Keine(r) außer ihr redet im Bundestag Klartext:
WeiterlesenArbeit und Inspiration
Dienstag. Den ganzen Tag mit der Eingabe der VERA-8-Ergebnisse verbracht, was hier Kompetenztest heißt. Wenn ich gewusst hätte, dass mir das nochmal blüht … Nichts ist sinnloser und gleichzeitig arbeitsaufwendiger als diese Art von gleichgeschalteter Kontrolle (nämlich undifferenziert für alle Schularten), die über die Einzelleistung nichts aussagt, eher schon über den Unterricht, aber das hat keinerlei Konsequenzen. Am Abend superinteressante Stadtführung über bekannte Eisenacher Frauen. Allen voran – für mich jedenfalls – Avital Ben Chorin: 1923 als Erika Fackenheim in Eisenach auf die Welt gekommen, mit 13 Jahren ohne ihre Eltern nach Israel ausgewandert und, nach Auslöschung ihrer gesamten Familie
WeiterlesenDie ganze Dummheit in einer Antwort – ein Positionenvergleich
Flak-Zimmermann: „Ich hatte kürzlich ein Streitgespräch mit Margot Käßmann, in dem sie betonte, dass nur die Liebe zähle. Das klingt sehr schön. Aber in der Ukraine tanzt nicht das Bolshoi Ballett Schwanensee, sondern töten russische Soldaten unschuldige ukrainische Kinder, Frauen und Männer.“ Soweit die Antwort. Und hier das sehr differenzierte Statement von M.K.: Margot Käßmann: Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schrieb Stefan Zweig von der „fast zernichtende(n) Tragik des Pazifismus, daß er nie zeitgemäß erscheint, im Frieden überflüssig, im Kriege wahnwitzig, im Frieden kraftlos ist und in der Kriegszeit hilflos“. Das bleibt mehr als hundert Jahre später zutreffend. Und doch
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