Geisterstädte, Geisterspiele, Geisterleben

Mittwoch, B.N. Nach gestriger Abstimmung der Ministerpräsident*innen geht der Lockdown unter verschärften Maßnahmen in die Verlängerung bis voraussichtlich 31. Januar. Gravierendste Verschärfung: Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Wenn also am Freitag die Weihnachtsferien enden, geht es ab Montag mit Fernunterricht weiter.
Also Sitzen am PC bis zum Abwinken. Warum? An den Schulen gab es nur vereinzelte Infektionen, die meisten davon mit symptomlosen Verläufen. Sinnloser ist mir noch keine Corona-Maßnahme vorgekommen.
Private Treffen sollen nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushaltes stattfinden; Kinder stellen nicht länger eine Ausnahme dar. – Heißt: Mit den Kölnern kann ich mich im Januar nicht mehr treffen.
In Landkreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen / 100.000 Einwohnern wird der Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort herum beschränkt. – GSD gehören weder Tübingen noch B.N. dazu.
Die Testpflicht bei Einreisen aus Risikogebieten wird verschärft. Generell soll getestet werden, wer nach Deutschland einreist. Für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt nach wie vor die 10-tägige Quarantänepflicht. Risikogebiet sind fast alle Länder Europas sowie die meisten Staaten der Welt, also alles.
Der Einzelhandel bleibt geschlossen. Ausnahmen sind: Lebensmittelläden, Abhol- und Lieferdienste von Lebensmitteln, Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Optiker, Tankstellen, Banken- und Poststellen.
Verdammte Axt!, am 13. Januar hätte ich einen Friseurtermin gehabt. Wie lange soll der Spaß jetzt noch dauern? Merkel: „Ziel bleibt es, die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 zu drücken.“ Am 25. Januar wird neu beraten.
Bis dahin bleibt der Einkauf im Supermarkt das einzige Freizeitvergnügen, der Besuch der Apotheke oder Post das Tageshighlight. Gespräche mit dem Klempner oder Schlüsseldienst oder der Ärztin oder Physiotherapeut*in sind für viele Alleinstehende der einzige Face-to-Face-Austausch.
Auch interessant: Der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum ist verboten. Der Gemeindegesang bleibt weiterhin verboten. Amateur- und Breitensport wie gehabt verboten, Profi-Ligen spielen nach wie vor ohne Zuschauer in sog. Geisterspielen.
Überhaupt sämtliche Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kneipen, Restaurants, Theater, Kinos, Opernhäuser, Konzerthallen, Schwimmhallen, Fitnessstudios u.ä. bis auf Weiteres verboten, verboten, verboten!

Nur wenige Menschen sind in Hannovers Innenstadt im Lockdown unterwegs. © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Eine von vielen leergefegten Innenstädten (hier: Hannover) © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg