Sonntag. Vergangenen Dienstag kommt sie endlich: die Neue. Coronabedingt telefonisch bestellt … nicht das Modell, das ich wollte, weil es das gerade nicht gibt (unterbrochene Lieferketten und so) … jedenfalls eine Miele in einfacher Ausführung ohne Programmierungsschnickschnack. Darauf lege ich Wert. Das Vorgängermodell hat 30 Jahre lang gehalten, das will ich wieder: laufen soll sie und nicht kaputt gehen.
Acht Wochen habe ich auf den Moment gewartet. Die beiden Installateure werkeln fast zwei Stunden am Anschluss rum, es gibt Probleme, während ein Stockwerk höher meine Online-Fortbildung anläuft.
Endlich sind sie fertig, sie programmieren den ersten Waschgang, als sei das ein Zaubertrick, und klopfen bedeutungsvoll auf die Gebrauchsanweisung. Die Fortbildung ist auch vorbei, ich habe sie rudimentär verfolgt, jetzt studiere ich das Miele-Heft. Und mache mich an die Reduzierung meiner Wäscheberge. Wundere mich über die Lautstärke der Maschine. Ist das normal? Noch ein Waschgang, bei jeder Trommelumdrehung gibt es einen Schlag. Ich denke an meine Wohnungsnachbarn und schreibe dem Elektrohändler lieber gleich mal eine SMS (bis heute unbeantwortet). Am nächsten Tag nach der nächsten Wäsche purzeln mir meine lang entbehrten Lieblingsteile tropfnass entgegen. Die Maschine schleudert nicht mehr. Selbst im Schleuderprogramm zieht sie es vor abzupumpen statt zu schleudern. Das ist wirklich Scheiße. Ich hänge mich ans Telefon, leider „sind alle Mitarbeiter im Kundengespräch“, ungefähr fünf Tage lang. Dann endlich erwische ich einen. Zuerst glaube ich an eine akustische Täuschung – eine menschliche Stimme! – doch die wimmelt mich umgehend ab: das sei jetzt Sache des Kundendienstes.
Ich kann nicht mehr, mein Protest fällt ziemlich defensiv aus. Nächste Woche habe ich einen Telefontermin – um einen Reparaturtermin zu vereinbaren …