„Ich lebe im Heute, Hier und Jetzt. Deshalb bin ich auch bestrebt, alles sofort zu erledigen. Die Formulierung: „Das mache ich später mal, wenn ich Rentner bin“, die gibt es bei mir nicht. Wenn du täglich siehst, wie viel Ungelebtes, Ungesagtes nach dem Tod zurückbleibt, dann kapierst du irgendwann, dass du nichts aufschieben darfst. Es könnte immer der letzte Tag sein.“ … sagt der Erfurter Bestatter Horst Walther über seinen Beruf als Bestatter und über den Tod seiner Frau Marion, in: Lass uns über den Tod reden (ab 13. März 2019 im Ch. Links Verlag, Berlin) Buchpremiere am 28. März 2019
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Holocaust-Gedenktag ohne Echo
Auschwitz wurde von der Roten Armee befreit. Bringen deshalb die Öffentlich-Rechtlichen NICHTS zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar)? Bildungsauftrag ARD / ZDF – Pustekuchen … Einzig und ausgerechnet auf RTL2 kam „Hitler – Aufstieg des Bösen“ in ganzer Länge und ohne Werbeunterbrechung. Kann man jetzt so und so deuten …
WeiterlesenNie mehr
Mittwoch. In der Nacht auf Montag ist G. gestorben. I. hatte ihn eine Woche vorher nach Hause geholt. Sie schlief neben ihm, und dann wachte sie auf und merkte, dass er nicht mehr lebte. Er soll sehr schön ausgesehen haben, ganz glatt und als würde er lächeln, als würde er denken, jetzt gehe ich und winke euch zu. Das sagt heute Dorle, die ihn am nächsten Tag gesehen hat. I. hat alles richtig gemacht. Besser als sie kann man es nicht machen. Jetzt wird es nie mehr I. und G. heißen.
WeiterlesenMirjam Pressler
Samstag. … wenige Wochen nach Amos Oz‘ Tod ist nun auch Mirjam Pressler gestorben, diese richtig gute Kinderbuchautorin und Übersetzerin von über 300 Werken aus dem Hebräischen, Englischen und Niederländischen ins Deutsche. Dazu gehören die Werke von Oz, von Zeruya Shalev und allen voran von Anne Frank. Als ein Hauptwerk gilt die von ihr übertragene Kritische Werkausgabe der Tagebücher von Anne Frank (800 Seiten stark, sehr lohnend!).Presslers Jugendroman Dunkles Gold wird posthum erscheinen: Am 13. März 2019, wie auch mein Buch Lass uns über den Tod reden! Dunkles Gold handelt von einer jüdischen Erfurter Familie, die 1341 vor dem Pestpogrom fliehen
WeiterlesenWir
Samstag. Wir sitzen am Esstisch, der mit Papieren und Stapeln von Papier bedeckt ist. Wir essen im Stehen in der Küche, da gibt es noch freie Fläche. Zurück zu unseren Laptops, schreiben, arbeiten wir weiter wie Besessene. Das denke ich kurz mal: PM und ich sind Besessene. Ich sehe sein Gesicht an, sein Profil, die Linie von seinen Nasenflügeln herab (die ich so mag), er merkt es nicht, ist in Dokumente aus dem Bundesarchiv vertieft, die jetzt endlich, nach monatelanger Zwischenlagerung im Gästezimmer und im Flur, in das umfangreiche Werk eingearbeitet werden sollen. PM hat alles dabei. (Er fährt seit
WeiterlesenLass uns über den Tod reden – H. Christof Müller-Busch
„Der Suizid ist diejenige Todesart, die am meisten Betroffenheit auslöst und die größten Spuren hinterlässt. Kein Unfall, kein Mord, wo es einen eindeutigen Täter oder Schuldigen gibt, hat vergleichbare Auswirkungen auf die Angehörigen. Suizid hinterlässt enorme Schuldgefühle. Als Angehöriger, als Bruder, sehe ich mich seit dem Ereignis mit der Frage konfrontiert: Hätte ich nicht etwas merken müssen? Mein Bruder hat noch eine Textstelle im Wallenstein markiert. Dann ist er mitten im Lesen aufgestanden, hat sein Zimmer verlassen und ist nicht mehr zurückgekommen.“ … erzählt H. Christof Müller-Busch in meinem im März erscheinenden Buch Lass uns über den Tod reden, Ch.
WeiterlesenProjekt Kammerjäger
Sehr sehenswerter Kunst-Video aus der Produktion des Bildhauers, Malers und Grafikers (und meines großartigen Vetters) Michael Schulze: https://www.youtube.com/watch?v=W45pMrGQDQs
WeiterlesenZum aus der Haut fahren
Freitag. Zwei Tage nach der unheimlichen Begegnung der dritten Art entschließt sich mein Körper zu reagieren. Wird krebsrot, als hätte ich acht Stunden in der prallen Sonne gelegen. Ich habe einen Sonnenbrand, mit allen Symptomen, die dazu gehören, Jucken, Pieksen, Brennen, wie man es kennt. Interessanterweise bleiben Gesicht, Hände und Füße ausgespart, Sonnenbrand also vom Hals bis zu den Fersen. Ich creme, werfe ein Anitallergicum ein, doch was hilft schon gegen Sonnenbrand. Dieser hält sich sogar verdammt lange, länger als üblich. Über die Weihnachtsfeiertage blüht er so richtig auf und bleibt mir ungefähr zwei Wochen. (An Silvester muss ich BAUMWOLLE
WeiterlesenLass uns über den Tod reden – Ulrike Bliefert
„Ich finde es gut, dass man in der Schweiz unter medizinischer Betreuung freiwillig aus dem Leben gehen kann. In Holland kann man das auch. Bei einer Demenz würde ich das zum Beispiel in Anspruch nehmen wollen. Ich habe da überhaupt keine moralischen Bedenken. Neulich habe ich das mit meinem Mann besprochen. Anlass war, dass ich diese Erkrankung jetzt sowohl bei meiner Schwiegermutter als auch bei meiner Stiefmutter erlebe. Das ist ein Zustand, den ich an mir selbst einfach nicht erfahren will. Doch mein Mann sagte: ‚Nein! Wenn du dement werden solltest, dann wirst du sicher eine ganz liebe Demente.‘ “
WeiterlesenDumme Frage
Donnerstag. Ich habe den Eindruck, dass Sie über Ihre Frage noch mehr nachdenken müssen als ich.
Weiterlesen