Kulturinitiative Rock e.V. Winterbach

Freitag. Zeltspektakel in Winterbach 2015. Status Quo haben dieses Jahr die Eröffnung gemacht, und heute Abend werden Jethro-Tull-Frontman Ian Anderson und Procol Harum auf der Bühne stehen. Und ich bin dabei, zusammen mit H.S., der extra aus dem Norden angereist ist. Für Legenden nimmt man so etwas in Kauf. Das Zelt ist ausverkauft, die Stimmung gigantisch. Zuerst laufen die Fünf von Procol Harum ein, die ich vor ein paar Jahren schon mal im Sudhaus gesehen habe, aber das ist mit der Open-Air-Atmosphäre so einer Location nicht zu vergleichen. Gary Brooker hat seinen Zopf abgeschnitten! Seine Stimme immer noch metallisch schneidend,

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Bilanz

Samstag. Also, aus meiner Schreibwerkstatt hat eine bei einem literarischen Wettbewerb die Schreibwoche für journalistisches Schreiben in Berlin gewonnen. Eine andere hat sich bei einem Wettbewerb für dramatisches Schreiben durchgesetzt, ihr Theaterstück wird im Herbst 2016 im Reutlinger Tonne-Theater uraufgeführt. Wenn ich daran denke, wie die beiden sich in den letzten drei Jahren entwickelt haben und von den Aufgabenstellungen und unseren wöchentlichen Schreibkonferenzen profitieren konnten, weil sie uneitel und risikofreudig und offen sind – und ohne das geht es eben gar nicht -, dann bin ich zufrieden und stolz. Ja!

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Wir lieben und wir wissen nichts

Donnerstag. „Ihr Gerät scheint ein Meilenstein zu sein in der Entwicklung der Entsaftung.“ Sagt Mann zu Mann in der LTT-Inszenierung Wir lieben und wissen nichts von Moritz Rinke. Ein Stück über, ja, auch Entsafter, Beziehung, Eifersucht, Versagensängste und Passwörter. Letzteres besonders. Das war mein ziemlich verspätetes Geburtstagsgeschenk von und natürlich mit Wolfgang. Und mit  Jennifer Kornprobst. Mal wieder. Ein Entlarvungsstück. Bei dem keiner gut wegkommt. Blieb leider ein bisschen dünne, die Geschichte. Sagen wir so, Jasmina Reza kann das irgendwie besser …

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Ismene, Schwester von –

„Ismene, Schwester von – “ Sondervorführung nur für uns am frühen Nachmittag und wohl ein einmaliges Erlebnis mit der großartigen Jennifer Kornprobst in den ansonsten kaum zugänglichen Katakomben des LTT. Das ist eben auch Tübingen, dass eine Schauspielerin für kleines Salär bereit ist für eine Schülergruppe aufzutreten, einfach weil es ihr wichtig ist, dieses Stück zu zeigen.    

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Ein Buch

Dienstag. Das Buch ist raus. Der dritte Band mit Texten aus meiner Schreibwerkstatt. Ein schönes Gefühl: Wenn sie es in den Händen halten und das Cover betrachten und dann „ihre“ Seite aufschlagen und den Titel ihres Textes und darunter ihren Namen entdecken. Und durch jede Zeile schimmern die Spuren der ersten, zweiten, sechsten, siebten Version, hart erkämpft, verteidigt und endlich losgelassen … Fördervereinfinanziert. Das heißt, andere glauben an die Texte und geben ihr Geld dafür her. Zwei Jahre Arbeit. Zwei Jahre, die sich gelohnt haben.

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Die Mitscherlichs zu Kultur und Gewalt

Montag. IMMER NOCH HOCHAKTUELL: „Kriege und Bürgerkriege flammen über die Erde verstreut auf und schwelen fort, Millionen Menschen leben in Hunger und ohne Recht, in Folterkammern werden aus einer nie versagenden Phantasie neue Techniken des Quälens und Erniedrigens bereitgehalten. Das alles sind Demonstrationen von Herrschaftsformen, die menschliche Kultur repräsentieren, und zugleich ihre Folgen. … Das Bestürzende: … Im Bewusstsein der Zerstörer wird für eine gute Sache vernichtet: für den besseren Glauben, für die rassisch überlegene, von Gott auserwählte Nation etc. Die Amphiktyonien, jene kultisch-politischen Verbände, die im frühen Griechenland sich eidlich verpflichteten, das Heiligtum zu schützen und ritterlich zu kämpfen,

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Abenteuer Deutsche Bahn

Sonntag. Oberleitungen beschädigt, Gleise blockiert – was n-tv just in dieser Minute über den Liveticker schickt, hab ich heute live erlebt: In Remagen fällt der Zug aus, wie es heißt, gab es eine Entgleisung irgendwo in NRW. Schnell weiter nach Siegburg, Stempel vom Reisezentrum, der nächste kommt mit 90 min Verspätung, doch keiner darf einsteigen wegen Überfüllung. Ich tu es trotzdem – an diesem Sonntag liefert die Bahn das volle Katastrophenprogramm. In Frankfurt geht dann gar nichts mehr. Stillstand. Irgendwann die Durchsage: Zu viele Fahrgäste an Bord, bitte aussteigen und mit dem Regio weiterfahren! Hm. Die Bahnpolizei rückt an. Und quetscht

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Adorno und Friedrich werden keine Freunde mehr

Donnerstag. Friedrich aus Bremen ist zu Besuch und arbeitet alle seine Tübinger Freund*innen nach einem zuvor erstellten Terminplan ab. Ich bin die um 11.30 Uhr. Treffpunkt: Padeffke. Friedrich will Windbeutel haben. Oder ein Sahne-Eclair. Gibts beides nicht, hitzebedingt (34 Grad). Er überlegt ziemlich lange, was er dann nehmen soll. Entscheidet sich für Käutertee, bittet mich, ihn nachher daran zu erinnern, dass er vier Vanillezungen mitnimmt. Die sind nämlich fast genauso gut, sage ich ihm. Oder sechs? Nein, sechs sind zuviel, vier! Friedrich: „Also, eins weiß ich. Ich hab ja nur wenig veröffentlicht. Aber. So ’n Scheiß, wie Adorno geschrieben hat, habe

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