Sonntag. Ohne Pizzaservice gäbe es keine IT-Branche. (Die Nerds, die den ganzen Tag den Rolladen nicht hochziehen, die sich mit allen zehn Fingern durch die Haare kämmen und sich, ohne den Blick vom Rechner zu nehmen, eine Pizza nach der anderen reinschieben – was würden die tun, wenn plötzlich der Pizzaservice eingestellt würde? Selber rausgehen? Nein! Anfangen Pizza zu backen? Nein! Die würden weiter ihre PCs bearbeiten und den Hunger nicht merken, und irgendwann würden sie versuchen sich mit dem 3D-Drucker eine Pizza auszudrucken, und dann würden sie schwächer werden und schwächer, bis sie einfach umfallen. Und das wärs dann
WeiterlesenKategorie: 2014
ONE MILLION SUNS – THE SAVANTS
ONE MILLION SUNS – Verbrauchte Energie zurück mit den vier Jungs von THE SAVANTS Was für ein wunderschöner Samstag Morgen: Ich höre die brandneue LP – die LANGSPIELPLATTE „One Million Suns“ von THE SAVANTS! Was für ein Sound! Großartige Musik, superbe Riffs und saftige Drums, mitreißende Gitarren- und Klaviersoli, heftige Texte, tolle Stimmen, überhaupt tolle Musiker. Ich bin einfach nur begeistert! Das ist ausgereifter, melodischer Punkrock mit kompromisslos schneller Rhythmik, Skaeinflüssen, kleinen Flirts mit russischem Folk und diesmal neben Klavier- und Kazooeinsätzen auch Trompeten. Wer heute morgen noch nicht so ganz auf Ballhöhe, mies gelaunt, müde oder erschöpft ist: ANHÖREN.
WeiterlesenMit Kanu auf dem Neckar
Mittwoch. Heute war ich mit 30 Kindern Kanu fahren. Wir sind den Neckar hinauf gefahren bis zu einer flachen Stelle, wo es nicht mehr weiter ging. Wir haben gequatscht, gelacht, diskutiert, ein paar sind reingefallen, wir haben am Ufer Steine gesammelt, sind wieder zurückgefahren und haben im Garten von Kanu-Witt (mein Freund Biddy) Feuer gemacht und Würstchen gegrillt. Ein Verletzter musste versorgt werden, der schnell wieder auf die Beine kam. Eine Gartenbank fing Feuer, das jedoch mit einem Liter Cola unkompliziert gelöscht werden konnte. Bei der Rückfahrt nach Tübingen sind wir in den falschen Bus gestiegen, weshalb wir in Rommelsbach
WeiterlesenDenken
Samstag, Diano Marina/Imperia. „Ich war gerade ganz weit weg, so kurz vorm, kurz vorm, wie soll ich das sagen? Nein, nicht im Universum, noch weiter, viel weiter! Fast wäre ich so weit gewesen, auf ALLE FRAGEN die Antworten zu kennen. Da hat nicht mehr viel gefehlt. Leider bin ich rausgerissen worden von den Wänstern* dahinten. Das ist schade, sehr, sehr schade. Tja, da staunst du, was? Dass ich so denken kann, das hättest du nicht gedacht. Ich bin eine richtige Denkmaschine. Aber so ist der Eisenacher. Der geht den Dingen auf den Grund.“ *Kinder (thüringisch)
WeiterlesenBellevue in Italien
Freitag, Diano Marina/Imperia. Hans-Ulrich Treichel sei, sagt PM, dem ich aus Frühe Störung vorlese, ein Meister des umständlichen Sprechens. Er dagegen liebe den Hauptsatz. Zum Beispiel: Das Meer rauscht. Oder: Das Meer rauscht wie verrückt. Oder allenfalls noch: Das Meer rauscht wie verrückt und unaufhörlich. Kurze, kleine Hauptsätze. Keine Nebensätze. Höchstens einer pro Seite. Das wäre dann ein Überraschungseffekt. Das Rauschen, das verrückt und unaufhörlich ist, kommt vom Meer. So, oder so ähnlich. Das Rauschen kommt durch die halboffene Balkontür, vor der sich hellgelbe Vorhänge bauschen und hinter der sich der Balkon mit seinem weiß verschnörkelten Eisengeländer befindet. Und wenn
WeiterlesenProgrammatisches
Dienstag, Diano Marina/Imperia. Immer wieder gelingt es Thomas Mann, Dinge, die er erlebt hat, so umzuschreiben, dass sie „repräsentativ erscheinen“, wie er es programmatisch formuliert. „Es handelt sich nicht mehr darum zu dichten. Das Wichtigste ist das Beobachtete.“ Joseph Roth, Vertreter der neuen Sachlichkeit. Oder, in Abwandlung, Irmgard Keun, zeitweilige Lebensgefährtin von Joseph Roth: „Glanz ist vielleicht gar nicht so wichtig!“
WeiterlesenSchöne Tage in B.N.
Sonntag, B.N. … ein blühender Garten im Morgendunst – frische Brötchen und Mühlhäuser Marmelade aus Thüringen – PM, der sagt: Nawasdenn! – Bücher – Gedankenaustausch – Liegestühle – Wasserplätschern – ein blühender Garten im Sonnenschein – Rindersteak mit Spargel – frische Erdbeeren – PM, der sagt: Abersowasvon! – Shoppen in Bonn – Kunst in Bonn von August Macke – ein alter Friedhof mit August und Elisabeth Erdmann-Mackes Gedenkstein – ein selbstgepflückter Strauß Gladiolen vom Blumenfeld – ein Abendspaziergang – Stille am Ahrufer – neue Kontakte und Inspiration – ein blühender Garten in der Dämmerung – Bouletten mit Salat – frische
WeiterlesenKapitalismus braucht Krieg
Samstag, B.N. ttp://www.tagesspiegel.de/politik/franziskus-spricht-von-barbarei-papst-der-kapitalismus-braucht-den-krieg/10040764.html Den deutlichen Worten des Papstes ist eigentlich nichts hinzuzufügen: Der Kapitalismus braucht Krieg. Führende Unternehmer, vorzugsweise Männer, befinden sich – so mein persönlicher Eindruck – ihr ganzes Leben lang im Krieg. Opfern sich scheinbar für unser Wirtschaftssystem und bezahlen mit Bluthochdruck, Herzinfarkt, Essstörung, Tablettensucht, Burn out. Aber ich bin mir ziemlich sicher, die finden das total geil. Weil, die kriegen ja was dafür: Geld, Geld, Geld. Ansehen. Öffentlichkeit. Ihre Waffen sind Menschenverachtung, Erpressung, Denunzierung des Gegners im WeltWeitenNetz, klammheimliche Übernahmen, Raub von Know How, von Mitarbeitern, Kunden etc. Eigentlich okay so. Zynisch könnte man behaupten, ihre real-kriegerischen
WeiterlesenNeidisches Deutschland
Donnerstag, B.N. „Wir investieren 4 Milliarden in unser Netz, damit du alles kannst, was du willst.“ Verspricht Vodafone vollmundig und verkündet der Welt seit Mai 2014 in einer groß angelegten Medienkampagne: „New Handset Every Year.“ Ach, ist das schön! Alle Jahre wieder ein neues Smartphone, das ist ja wie Weihnachten forever. Das ist ja geradezu eine Garantie auf Weihnachten. Ich muss bloß bei der Vodafone-Kampagne mitmachen. Schnell Vertrag unterschreiben – und dann kommt das Beste: „Und wir investieren in die neidischen Blicke deiner Freunde …, wenn du jedes Jahr dein neues Smartphone auspackst.“ Wie zum Beispiel das Sony Xperia Z2,
WeiterlesenEintauchen
Dienstag, B.N. Ich arbeite / schreibe wieder. Das ist wie das Eintauchen in ein Gewässer, auf dem ich seit Monaten vor Anker liege (in einem viel zu kleinen, zu engen Boot) und aus irgendeinem Grund nicht aussteigen konnte. Jetzt also ein erster Schwimmzug. Fingerübungen. Automatisches Schreiben for example. Immerhin: Zielgerichtet. Ich bin unendlich erleichtert.
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