Die coolste Sau – Das schönste Liebeslied

Scheißegal, wie der Tag war, völlig schnurz, was heut schief lief, alles wird leicht ertragbar und ich freu mich exzessiv. Denn ich weiß, wenn wir zusammen abhängen, ist das Leben plötzlich bunt und der Alltag nicht mehr grautrist. Danke für jeden Augenblick, weil du die coolste Sau bist. Von dir kann ich mir was abschauen, denn dich bringt nix aus der Ruh, Du erzählst keinen Blödsinn und du hörst einfach zu. Ich bin so froh, dass es dich gibt, dass du mich erträgst und dass mit dir das Leben einfach geil ist. Du rennst keinem Trend nach, du ziehst durch,

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Januar eben

Donnerstag. Gestern Abend um 22.30 Uhr das „Amt“ verlassen, heute früh um 7.30 Uhr wieder rein – was stimmt nicht in meinem Leben? J. hat seit einer Woche Chemo, hart und grausam. T. bleibt ruhig und macht das alles mit unendlicher Fürsorge und Liebe. Ich bewundere ihn, meinen wunderbaren Sohn. Treffen mit Christiane im Meze. Bin so müde. So uninspiriert. PM kommt am WE nicht. Seine Mutter hat das, was mein Vater hatte. Seit zwei Tagen steht die Diagnose, aber er wusste es schon. Das Leben ist manchmal traurig.

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Cekryler

Sonntag, B.N. Tomaiolo ist ein Ort in Italien. Habe ich kürzlich zufällig aufgeschnappt, weiß nichts darüber, auch nicht, wo er liegt. Cekryler – oder Wismertik oder Lerontice – sind Kunstwörter, die der Wort-Generator NameRobot in Sekundenschnelle aus drei beliebigen Begriffen (Wissenschaft, Kryonik, Mercedes) kreiert und die nur ein sehr kurzes Leben haben werden, weil sie niemandem, nicht einmal mir, etwas sagen. Es gibt auch Wörter, die keine Kunstwörter sind und mir trotzdem nichts sagen. Es gibt sogar solche, die ich schon drei Mal gegoogelt habe und jedesmal wieder vergessen. Durchaus möglich, dass ich beim vierten Mal immer noch oder wieder keinen Schimmer

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HAL 9000

Mittwoch. Wechselt man die Batterie des Rauchmelders, der mir seit zwanzig Minuten mit seinem durchdringenden Piepen auf die Nerven geht, aber ich komme einfach nicht vom PC weg, weil der Satz noch nicht stimmt, und nimmt man also endlich die verbrauchte Batterie raus und das Ding liegt da mit aufgeschraubtem Deckel und nichts drin außer dem Kabel, das jetzt ins Leere geht, dann piept es weiter. Das ist jedesmal so und erinnert mich jedesmal an den sterbenden HAL 9000 vom Raumschiff Discovery aus 2001 – Odyssee im Weltraum. Es ist ein bisschen gruselig, und HAL ist ja auch immer neurotischer

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Begegnung

Dienstag. Im Zinser treffe ich m. lb. Koll. M-L, die wg Krankheit seit über zwei Jahren fehlt. Sie hat eine Bluse mit pinken Flamingos gefunden, ich einen penatenblauen Blazer, ab zur Kasse, und dann ins Ludwig’s, wo wir fast drei Stunden quatschen. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Wir kennen uns seit meinem 1. Semester in Tübingen, wir waren Pionierinnen in Sachen Feminismus am Theologicum, wir haben viel gestritten, gnadenlos diskutiert und uns immer gemocht. Sie sieht aus wie früher. Es hat sie heftig erwischt, aber sie ist zurück ins Leben. So viel Krankheit ist um mich herum …

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Saturday Morning Fever

Samstag Morgen. Der CVJM klingelt, um den Weihnachtsbaum abzuholen und die Gebühr einzukassieren. Vor zwei Tagen hab ich ihn abgeschmückt u. mit Steves Hilfe nach draußen verfrachtet, wo er für kurze Zeit mit anderen traurigen Bäumen den Straßenrand gesäumt hat – der alljährliche, kleine Abschied. PM brachte gestern Abend mit einem orangefarbenen Blumenstrauß den Frühling in die Bude. Er brachte mir auch meinen schwer vermissten Liebeskind-Mantel und meine Liebeskind-Tasche, die ich von ihm zu Weihnachten bekam und die nicht mehr in den Koffer passten und deshalb bei ihm bleiben mussten. Anfang Oktober hatte ich die beiden Teile im Schaufenster in Erfurt entdeckt,

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Ungerecht

Freitag. J. wieder im Krankenhaus, schon operiert, und mein lieber T. in allerhöchster Alarmbereitschaft. Es ist ein Elend. Jetzt also noch Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs. Zwei so schwere, voneinander vollkommen unabhängige Krankheiten, und das in ihrem Alter, wie kann das sein, fragt man sich und findet keine Antwort, außer dass es ungerecht ist, brutal und maßlos ungerecht. Verlagsentscheidung immer noch nicht gefallen. Mit jedem neuen Angebot wird die Sache schwieriger (Luxusproblem, ich weiß). Auch die Bedingungen ändern sich so leicht, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Plötzlich ist die Seitenzahlbeschränkung aufgehoben, plötzlich doch Hardcover statt Broschur, plötzlich doch ein

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Ohne Maschine

Mittwoch. „Es ist Wahnsinn zu glauben, daß die Maschine uns auf dem Wege zur inneren Freiheit ein äußeres Mittel sein wird … Je mehr wir uns ihr anvertrauen, desto sicherer wird der Arbeiter unser Zar sein.“ Schreibt Alma Mahler-Werfel am 7. September 1927, und fährt fort: „Ich sah es am 15. Juli. Mein Haus ist jetzt elektrifiziert. Der Generalstreik war proklamiert, und wir erwarteten jeden Abend, plötzlich im Dunklen zu sitzen. Als wir noch mit Kerzen arbeiteten, konnte uns von außen her so leicht nichts geschehen.“ Die „Arbeiter“ „von außen“ sind heute die Programmierer, die Hacker, die Insider, die sich

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