Montag. Monsanto heißt jetzt nicht mehr Monsanto. Die Bayer AG hat den anrüchigen Namen des Chemie- und Saatgutkonzerns ausgelöscht, seit sie ebendiesen verschluckt hat. Monsanto richtet zwar immer noch genauso viel Schaden an, aber nun unter dem Deckmantel des Leverkusener Pharmakonzerns. Monsanto ist der Erfinder und Vertreiber der alles tötenden Pflanzengifte Agent Orange und Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat und gleichzeitig des genveränderten Saatgutes, das eben gegen Glyphosat resistent ist! Die Bauern müssen also beides kaufen, denn das Glyphosat bleibt nicht auf den Äckern liegen; es fliegt durch die Luft und vernichtet alles, was diese Resistenz nicht aufweist. Natürlich
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Jeder stirbt für sich allein
Sonntag, B.N. Am Nachmittag ist L. mit Familie da. Das ist das Glück, einfach full Life und in jeder Hinsicht fordernd und erfüllend … Abends mit PM nach Bonn ins Theater, letzte Vorstellung von Jeder stirbt für sich allein nach Fallada von der Regisseurin Sandra Strunz. Abgesehen von der Leistung, aus einem 700-Seiten-Roman (den Fallada in vier Wochen niederschrieb u der erst posthum bei Aufbau veröffentlicht wurde) ein Rollenbuch zu machen, ist diese Aufführung eine geradezu expressionistische Zusammenschau von ausdruckstänzerischen Choreographien, Rahmengesängen als Reminiszenz an den antiken Chor, mixed Songs aus der Kriegszeit – Schlager, Soldatenlieder oder auch mal das Horst-Wessellied
WeiterlesenMöglichkeiten
Freitag. Ich habe fertig! Die schlimmsten Korrekturen (fürs „Amt“) sind vorbei, alles andere kommt mir dagegen jetzt wie Peanuts vor. Auch die drückende Hitze hat sich verzogen, Sonne, der Duft von Blumen, weiße Wolken und Wind – Nordseewetter!, das Köfferchen ist vollgepackt mit Arbeit, die Spaß macht, und schönen Klamotten, die schönste Möglichkeiten enthalten, denn gleich, gleich fahre ich nach B.N.
WeiterlesenUSA raus
Donnerstag. Die USA kündigen ihren Austritt aus der umstrittenen UN-Organisation der Menschenrechte an. Begründet wird ihr Schritt mit der israelfeindlichen Haltung des Gremiums. Hatte dieses doch in den vergangenen Jahren zahlreiche Resolutionen gegen Israel verabschiedet, während die Verletzungen der Menschenrechte in anderen Ländern gerne unthematisiert blieben. Offiziell soll der UNO-Menschenrechtsrat die Einhaltung der Menschenrechte weltweit überwachen. Was dann tatsächlich passiert, steht auf einem anderen Blatt. Und so erscheint der Rat wie ein lächerlich absurdes Theater, ein Fakegremium, in dem eine Ansammlung von schlimmen Fingern, Diktatoren und Autokraten, die Menschenrechte in ihrem eigenen Interesse auslegen, solange ihre Entscheidungen von einigen wenigen
WeiterlesenAmeise
Dienstag. Mein schönes Leben ist gerade unterirdisch langweilig. Man könnte auch sagen, ich führe das Leben einer Ameise. Nicht denken, arbeiten, Kopf runter! Kopf nur für Fehlersuche da. Immerzu immer das gleiche, pickpickpick, die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen, womit wir von der Ameise zur Taube kommen, die ja nun nicht gerade für Fleiß steht, eher für Stupidität. Und die kann ja durchaus mit dem Fleiß eine Einheit bilden. Heute Abend mache ich meine Möhren-Sellerie-Ingwer-Suppe, die mögen alle, ist ja auch ein asiatisches Gericht.
WeiterlesenZeraldas Riese
Montag. Ihr absoluter Favorit unter ihren sehr vielen Büchern war, neben „Die drei Räuber“ von Tomi Ungerer, Zeraldas Riese – von Tomi Ungerer. Meine Tochter hat es geliebt, jahrelang. Die Erzieherinnen guckten ernst und wollten „mit mir reden“, weil sie es ständig mit sich herumschleppte, und die anderen Kinder wurden neugierig. Weil dieses Buch von einem Riesen handelt, der – anfangs – Kinderfresser ist. Doch ein furchtloses, kleines Mädchen, das wunderbar kochen kann und zudem meiner Tochter erstaunlich ähnlich sah, bringt den Riesen durch ihre kulinarischen Künste auf den rechten Weg (esstechnisch gesehen und auch sonst). Am Ende ist er geläutert, er
WeiterlesenNachtaktiv
Sonntagmorgen. Was für ein shit Wochenende! PM brettert nach Eisenach und zurück, ist gegen vier Uhr nachts / morgens endlich in Tü, um nur wenige Stunden später direkt wieder nach Eisenach zu starten, dazwischen Notarzt, Feuerwehr, Telefonate in alle Richtungen, massive attacks, Drohungen, Panik, Aufregung, Sorgen … Die heilige Familie … Jetzt ist PM in B.N. und ich in Tü, und nach 1800 km Strecke in zwei Tagen ist da wenigstens das Gefühl, einmal mehr eine grenzwertige Situation bewältigt zu haben … alles klar, wunderbar! Frühmorgens um vier übrigens in allen Zimmern noch Licht, Geräusche, scheints konnte keiner schlafen, Ye
WeiterlesenRoths Erklärung
Claudia Roths persönliche Stellungnahme ist nachvollziehbar und erklärt ihre Reaktion im Bundestag auf die unangekündigte Schweigeminute der AfD: Persönliche Erklärung zur inszenierten „Schweigeminute“ der AfD im Deutschen Bundestag
WeiterlesenKeine Flügel
Freitag. Wo ich gerade nicht mehr zum Schreiben komme vor lauter Arbeit im „Amt“ und zeitfressendem, leider in den meisten Fällen sinnfreiem Korrigieren (Systemfehler, einer von vielen), erscheint mir mein Leben stumpf und abgedroschen. Besteht der Fluss der Tage aus Broterwerb, einkaufen, Wäsche waschen, Rechnungen bezahlen, ist das die pure Immanenz, zum Erbrechen eindimensional, keine Flügel zum Abheben und über den Dingen kreisen … Oh, dass kein Flügel mich vom Boden hebt* … Ye hat sich bei der Arbeit in der Uni ihr Ohr an der Tür angeschlagen, bzw. die Tür ist ihr ans Ohr gefallen. Sie sagt, in Deutschland
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