Mittwoch. Heute Nacht hat mein Vater PM kennengelernt. Er fand ihn okay. Hat er natürlich nicht gesagt, weil er solche Sachen nie gesagt hat, aber ich habe es ihm angesehen.
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Schreibwerkstatt
Dienstag. Ganz konkret wird jetzt die Lesung mit meiner Schreibwerkstatt. Die Mädels und Jungs – ja, mittlerweile haben wir auch einen schreibenden Kerl – sind aufgeregt / nervös. Termin ist der 07. März bei Rosa Lux (Tübinger Buchhandlung). Die Plakate hängen aus, die Flyer sind alle verteilt. Den coolen Entwurf verdanken wir T. und seinem professionellen Know how. Vorhaben nach und nach umzusetzen heißt, sich neue Realitäten anzueignen (Kulturamt …?). Die jährliche Anthologie wird es auch wieder geben. Texte aus der Schreibwerkstatt, diesmal aber auch Texte aus dem Unterricht mit speziellen Schreibaufträgen. Wir sind prominent vertreten …
WeiterlesenNur Geräusch
Montag. Heute eine Stunde lang Nichtstun. Dasitzen und andere arbeiten lassen. Das ganze Geschrei und Gelaber geht nicht an meine Adresse. Fliegt an meinen Ohren vorbei in andere Ohren. Keine Aufnahme, keine Verpflichtung, keine Aufmerksamkeit, kein Interesse, kein Auge, kein Ohr – ich bin körperlich da und funktioniere ganz legal nicht. Wie angenehm gefühlte tausend Stimmen klingen, wenn sie statt Sätze und Worte und Forderung nur Geräusch sind: wie Krähenkrächzen, Instrumente stimmen, Donnergrollen, Meeresrauschen, Gläserklirren, Windtanzen, Papierrascheln …
WeiterlesenEwig jung
Sonntag. Ewig Jung vom LTT ist eine gnadenlose Show über das Altwerden in einer Gesellschaft, die reich genug ist, den Alten ihren Spaß zu lassen, aber auch empathiefrei genug, sie ansonsten mit zynischer Ignoranz, versteckt unterm christlich-sanften Freundlichkeitsdeckmäntelchen, in bewährter Weise in Schach zu halten. Fünf alte Schauspieler – alle tragen ihre Originalnamen, zur Freude des Abo-Publikums und aller LTT-Insider – leben in einem ausgedienten Theater und weinen vergangenen Zeiten hinterher. Zuerst denkst du, was für ein seichtes Boulevard: Die Alten haben nichts als ihre Erinnerungen, während Schwester Laura in weißer Kittelschürze mit ihren betagten Schützlingen christlichen Sakropop zum Mitklatschen anstimmt.
WeiterlesenNochmal alles gut
Diese wunderbaren Briefe, diese Sonne am samtblauen Himmel, dieses unentwegt brummende Handy mit besten Wünschen, diese Fragen und Nachfragen von guten Kolleg*innen, dieser solide volle Kühlschrank, weil die liebsten Freunde heute Abend kommen – das Leben ist schön. Was mir direkt auffällt: Ich hab einiges entschieden, aussortiert, festgehalten, überdacht. Eine gute Bilanz. Die ich mir jetzt ganz ironiefrei mal selbst ausstelle. Mein Vorhaben, heute mit Pokerface durch den Tag zu schreiten … was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.
WeiterlesenAlles gut
Mittwoch. Du fühlst dich wichtig und unsterblich – das ist Geburtstag. Gut, dass dieses Ereignis nur ein Mal im Jahr stattfindet.
WeiterlesenLauf der Zeit
In meinen Geburtstag rein sehe ich einen Film – Was bleibt – mit Las Eidinger und mit Corinna Harfouch und Ernst Stötzner. Harfouch und Stötzner gehören für mich zu der Handvoll Darsteller, die immer die progressiven Rollen abkriegen. Sind sie dabei, ist der Film gut. Und jetzt spielen sie Großeltern! Das ist der Lauf der Zeit.
WeiterlesenTote Zeugin Nummer 6
Ich fasse es nicht – schon wieder eine tote Zeugin im NSU-Prozess. Der Vorsitzende des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses, Wolfgang Drexler (SPD), fordert nun Informationen. Ah ja! Solche wie die über die ersten vier oder fünf Zeugen, die auf rätselhafte Weise und ohne jede Vorerkrankung „starben“? Es dreht sich ja auch bloß um rechts-kontaminierte Personen, da mag das vielleicht nicht so schlimm sein … Auch die neue Zeugin, die 46-jährige Corinna B., ist eine ehemalige Rechtsextremistin, genauer: Sie war es vor 27 Jahren! Darüber hinaus war sie eine Freundin von Beate Zschäpe. Sie lebte in einem Pflegeheim. Was ihr nun aber auch
WeiterlesenWoran ich gerade denke
an diesen spinatgrünen Hugo mit irre viel pürierter Minze und Limetten drin, in der Strandbar von Tel Aviv. an den kleinen L., der „Me“ zu Mond sagt. an meine neue, knallrote Slimjeans von Mos Mosh, sozusagen vom Schaufenster weggekauft. an „Sehr geil – gut mitgedacht!“ Blöder Arschtyp bei Rewe vorhin! an meinen fertigen Text. Bin glücklich! an PM’s schöne Beine. Er behauptet, das habe ihm noch keine gesagt 😉 an Wolfgang und ob er mich morgen zum Sonntagsfrühstück einlädt. an meine Freundin Susanne und M. und H., die Mittwoch Abend zum Essen kommen. Ich koche nicht! Es gibt Pizza von
WeiterlesenWochenende der anderen Art
Samstag, Tübingen. Gestern Arbeitsfrühstück bei Thea. Sowohl in kulinarischer als auch geistiger Hinsicht maximal gehaltvoll. Thea hat es drauf, in ihrer leisen Art Dinge, die ihr wichtig sind, drei Mal zu wiederholen. Das ist mir erst aufgefallen, als ich die Aufnahme unseres Gespräches nochmal angehört habe. Thea kann Schwerpunkte setzen. Die entscheidenden Inputs hat sie gegeben. Aus dem Gespräch ist heute Nacht um halb drei ein Text fertig geworden. Der dritte Essay des Buchprojekts. Ein Wochenende ohne PM. Komisch, aber die richtige Entscheidung. Ich werde einfach nicht gesund. Das ist mein Plan für dieses WE: Auschlafen, keine Termine, keine Verpflichtungen,
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