Donnerstag. Das neue Cover von Charlie Hebdo bringt es auf den Punkt. Jeder Terrorangriff verändert ein Land, trotz aller dahergebeteten Ich-habe-keine-Angst- und Ich-lass-mich-nicht -einschüchtern-Mantras: http://derstandard.at/…/Charlie-Hebdo-zu-Berlin-Sie…
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Wir ALLE
Warum lassen sich Meinungen nicht friedlich austauschen? Ich glaube, wir alle, ja WIR ALLE, sind sehr bestürzt über das, was in Berlin geschehen ist, wir alle haben mehr oder weniger mit Berlin und Menschen aus Berlin zu tun. Wir alle haben Angst um unsere Kinder, Angehörigen, um uns selbst. Und wir alle wünschen uns eine Welt ohne durchgeknallte Fanatiker, egal, ob sie jetzt aus Tunesien oder Deutschland oder Takkatukka-Land kommen.
WeiterlesenTotschlagargument und Rückwärtsgewandtheit
Mittwoch. Die politische Diskussion leidet zunehmend an zwei Übeln: Dem Totschlagargument (AfD-Sympathisant, Putinversteher) und der Rückwärtsgewandtheit. Vielleicht hängt beides auch zusammen. Jedenfalls wendet sich der Diskussionsstil gerade um 360 Grad, ganz weit zurück, sagen wir, in die frühen Siebziger, obwohl ich da noch keine politischen Diskussionen hatte, aber ich kenne noch so die alten Opa-Argumente. Eine Sechzehnjährige behauptete gestern mir gegenüber, Frauen, die sich aufreizend anziehen, seien selber Schuld, wenn sie vergewaltigt werden! Wer High-Heels trägt oder einen kurzen Rock, wisse doch, dass z.B. arabische Männer damit nicht klar kommen. Missbilligend schaute sie dabei auf meinen KNIE-langen Rock und meine
WeiterlesenCopy-and-Paste-Betroffenheitslyrik
Ich kann die Krokodilstränen, diese ganze Copy-and-paste-Betroffenheitslyrik à la Gauck nicht mehr hören. Dass sowas wie Berlin zu erwarten war, konnte man überall nachlesen. Die Weihnachtsmärkte waren direkt im Gespräch. Wozu predigt Boris Palmer seit fünf Jahren gebetsmühlenartig: Holt die syrischen Familien her anstatt die alleinstehenden, schlecht ausgebildeten, jungen Männer, die hier komplett bindungslos sind, die keinen Anschluss finden außer untereinander, die mit der für sie befremdlichen Kultur nichts anzufangen wissen, zunehmend frustriert werden, dazu noch sexuell frustriert aufgrund ihrer Lebensbedingungen, einsame Wölfe, die sich irgendwann radikalisieren, manchmal sogar verdammt schnell. Siehe Nizza. Um diese Parallele zu ziehen, braucht es
WeiterlesenDie Toten vom Weihnachtsmarkt
Dienstag. Oh mein Gott, oh Gott oh Gott! Wie präsent ist noch die Anschlagserie in Paris vor etwas über einem Jahr! Jetzt ist es bei uns. Berlin also. Neun Tote, fünfzig Verletzte. Mordwaffe: Ein LKW. Einfach rein in die Weihnachtsmarktstände und drüber. Brutaler gehts nicht. Der eine Durchgeknallte ist tot (wieso eigentlich?), der andere, der Fahrer, auf der Flucht. Vorbild Nizza. Nix mehr Bombenanschlag, Bomben waren gestern. Heute ist es der LKW, das Küchenmesser, das aus dem Nichts Morden. Die Unmittelbarkeit des Nahkampfes. Wie viel Hass ist dafür nötig?
WeiterlesenPostfaktisch
Montag. Aufschreckende Nachrichten zum 4. Advent: Eine renommierte deutsche Auslandsschule in Istanbul, das Istanbul Lisesi, erteilt Weihnachtsverbot! Das Kollegium der deutschen Abteilung der Schule habe von der türkischen Schulleitung eine E-Mail mit der entsprechenden Weisung erhalten. Danach dürfen die 35 Lehrer*innen ihren Schüler*innen keine deutschen Weihnachtsbräuche mehr nahebringen: Keine Weihnachtslieder und -geschichten, keine Plätzchen und Kerzen, kein Adventskalender, keine Teilnahme des Schulchors am traditionellen Weihnachtskonzert im deutschen Generalkonsulat. Die intensive Beschäftigung mit Weihnachtsbräuchen werde in der Türkei als Provokation empfunden. Deutsche Politiker aller Parteien zeigen sich empört, und auch das weltweite Netz diskutiert die Sache rauf und runter. An der
WeiterlesenFundament
Und trotz der gelegentlichen Missverständnisse spüre ich Deine fundamentale Solidarität.
WeiterlesenNeue Wirklichkeit
Sonntag. Vier unterschiedlich große Flüchtlingsheime, zusätzlich zu den bereits bestehenden, werden in den nächsten Wochen in unserer unmittelbaren Nähe gebaut, zwei weitere in mittelbarer Nähe, alle sechs Neubauprojekte also in der Südstadt für je 60 bis 150 Flüchtlinge. Was macht das aus meinem Stadtviertel?, frage ich mich, und auch, ob mir das jetzt nicht doch ein bisschen Angst macht und ob ich auch in Zukunft so unbekümmert wie bisher abends und nachts zu jeder beliebigen Uhrzeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sein kann. Das bin ich nämlich, auf dem Heimweg von Freundinnen, von Veranstaltungen oder einfach vom Bahnhof,
WeiterlesenDas Wollen der Anderen
Freitag. „Du hast auf diese Männer großen Eindruck gemacht. Du hast ihnen die Augen darüber geöffnet, was ein Mädchen alles leisten kann. … Sie war zwar froh über die Anerkennung von ihrem Vater. Doch seine Freundlichkeit erreichte sie nicht mehr. Sie schien ihren Körper anzufallen, irgendetwas von ihm zu wollen, und ihr Körper rebellierte.“ (J. Franzen: Die Korrekturen, S. 520) Genau so, bis zur Schmerzgrenze, läuft das. Da will einer was von dir oder will irgendwas anderes, was du nicht willst, und ehe du das realisierst, verkrampft sich dein ganzer Körper zu einem Nein! Und manchmal machst du es dann
WeiterlesenBlack Star
Mittwoch. Was hängt jetzt über dem Esstisch? Ein schwarzer Weihnachtsstern, Geschenk von Karina. Sie hat ihn, Spitze für Spitze, selbst gefaltet, aus geprägtem Tonpapier. Sofort liebe ich ihn. Er ist sehr kunstvoll. Nicht rot, nicht gold. Schwarz! Das ist meine Mitbewohnerin Karina.
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