Kennt wahrscheinlich jeder, diese Ansagen, die mit den Worten anfangen: Ich bin ein Mensch, der … Wow, denkst du, was kommt denn jetzt, dass die – oder der – das so feierlich einleitet, und dann geht es weiter: … grundsätzlich nichts plant! Oder: … keine Tiere isst! Oder: … die Wahrheit liebt! Ja, toll. Und? Dann plan eben nicht. Iss keine Tiere. Sag die Wahrheit. Tun andere auch. Is eigentlich jetzt nicht so was Besonderes, ey!
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My Life is My Life
Sonntag, B.N. Ein paar special präzise Sätze der Mitscherlichs: Darüber, wie die unbefangene Aufmerksamkeit, die kreative Phantasie und die geistige Beweglichkeit eines Einzelnen – oder gar eines ganzen Volkes – unterdrückt und verhindert werden, wenn alle Energie der Abwehr des Unbewältigten geopfert wird. Das Glitzern des Morgenlichts auf der bewegten Oberfläche der Ahr, wenn ich aus dem Fenster sehe. Der alte Tisch vom Kalvarienberg-Flohmarkt, den ich nicht gekauft habe, weil PM die besseren Argumente hatte. Die Erinnerung an einen kurzen, aber intensiven Besuch gestern in Godesberg. Das Bild von Wolfgang Kaskeline, das noch fremd an der Wand lehnt und mir
WeiterlesenViel schlimmer
Mittwoch, B.N. Kaum ereignet sich etwas in der Welt, werden wir mit Bildern und schlauen Sprüchen zugespamt. Im Handumdrehen bekommt das Ereignis ein Image: Trump der Trottel, Putin der fiese Strippenzieher … Und ehe ich irgendetwas erfasst habe vom wirklichen Ereignis, von den wirklichen HINTERGRÜNDEN – OMG!, wie old school -, ist es schon mundgerecht durch den Medien-Fleischwolf gedreht. Kauen? Überfüssig! Dass die Interpretationen sehr oft ohne Informationen auskommen, spüren wir inzwischen. Inzwischen sind wir aufmerksamer. Zu viele Fehldeutungen, zu viele unbedachte Zitate, zu viele falsche Bilder – wie etwa beim ZDF-Heute Journal – haben uns schon auf die falsche Fährte gesetzt und
WeiterlesenSchöne Begegnung
Dienstag.B.N. Schöne / herzliche / überraschende Begegnung in Bonn-Bad Godesberg mit einer Leserin meines Blogbeitrags Auschwitz ist überall. Daraufhin hatte sie mich kontaktiert und eingeladen: Sie war jahrelang die Sekretärin und Mitarbeiterin meines Großonkels Wolfgang Kaskeline. Seltsam, über die eigenen Familienangehörigen weiß man manchmal so gut wie nichts. W.K. hat nicht nur gemalt und gezeichnet, er hat auch Geschichten geschrieben und Dokumentarfilme gedreht. Bei Kaffee und selbstgebackenem Käsekuchen stöbern wir in Bildern und Texten von ihm. Ich bekomme ein abstraktes Ölgemälde geschenkt. Es gefällt mir. Ich weiß schon, wo ich es aufhänge. In Familien dominieren oft Gerüchte die Tatsachen, leider …
WeiterlesenRosenmontag
Montag. Auf den Bahnsteigen von Mainz ziehen verkleidete Truppen – Prinzengarden, Monster, Kinderfeen – an unbeteiligt vor sich hin starrenden Reisenden vorbei. Die einen sind im Feier- , die anderen im Arbeits- oder Urlaubsmodus. Läuft so parallel – stehen zwei nebeneinander, sagt der mit der roten Pappnase: ich feiere gerade. Sagt der andere: Ich nicht. Auch in den Regionalzügen sitzen verkleidete Fahrgäste. Sie haben bunte Perücken auf, tragen Raketen oder Besen oder Leitern auf dem Rücken und fahren als Astronaut oder Putzfrau oder Schornsteinfeger von A nach B. Alles ganz peacefull. Die Polizei von NRW hat die Asylanten aufgefordert, sich von Umzügen fern
WeiterlesenNur wer …
Mich gruselt’s vor Spruchweisheiten, die mit „Nur wer …“ anfangen. Eigentlich gruselt’s mich vor allen Spruchweisheiten.
WeiterlesenLesung Schreibwerkstatt
Datum: 07.03.2017 Uhrzeit: 18.00 Uhr Ort: Buchhandlung Rosa Lux, Lange Gasse 27, 72070 Tübingen Das von T. entworfene Plakat zur Lesung. Leider sind der untere Teil, wann und wo die Veranstaltung ist, und der obere Teil, wer liest, hier abgeschnitten…
WeiterlesenMeine Wohnung
Ein Haus oder eine Wohnung ist ein Ich mit vier Wänden, sagte Carolin Emcke im November letzten Jahres bei einem Vortrag in Tübingen. Bin ich meine Wohnung? Ist meine Wohnung ich? Wenn ich nach Hause komme, sind da meistens meine beiden Mitbewohner oder wenigstens einer von ihnen. In der Regel freue ich mich darüber. Wir quatschen etwas und dann geht jeder seines Weges, sprich: in sein Zimmer. Wenn ich mich mal nicht freue und schon weiß, dass ich mich nicht freue, gehe ich direkt in mein Arbeitszimmer und mache die Tür zu. Das ist ein Signal. Niemand würde es wagen,
WeiterlesenEinsamkeitsgesellschaft
Freitag. Wenn ich heute zwei relativ beliebige Beiträge von Spiegel-online zusammen nehme: den grausigen Video über den Tod einer jungen Frau durch ihren geistig verwirrten Freund und den Bericht über das Werk des Ausnahmeautors und maximal Depressiven David Foster Wallace, dann steht am Anfang aller depressiven Zustände und sehr vieler Verbrechen das Grundleiden Einsamkeit. In derselben Spiegel-Ausgabe – Zufall? – erfahre ich, dass die Zahl der Menschen mit Depressionen weltweit rasant ansteigt: Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren 2015 rund 322 Millionen Menschen betroffen, 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Das sind gut 18 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Wie wird
WeiterlesenKontakt
Sehr komplizierte Kontaktaufnahme zwecks Gewinnung eines potentiellen Interviewpartners mit einem sehr komplizierten Kontaktformular. HATE!, wenn die Technik nicht will, wie ich will. Aber diesen Kontakt will ich …
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