Lauf der Zeit

In meinen Geburtstag rein sehe ich einen Film – Was bleibt – mit Las Eidinger und mit Corinna Harfouch und Ernst Stötzner. Harfouch und Stötzner gehören für mich zu der Handvoll Darsteller, die immer die progressiven Rollen abkriegen. Sind sie dabei, ist der Film gut. Und jetzt spielen sie Großeltern! Das ist der Lauf der Zeit.

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Tote Zeugin Nummer 6

Ich fasse es nicht – schon wieder eine tote Zeugin im NSU-Prozess. Der Vorsitzende des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses, Wolfgang Drexler (SPD), fordert nun Informationen. Ah ja! Solche wie die über die ersten vier oder fünf Zeugen, die auf rätselhafte Weise und ohne jede Vorerkrankung „starben“? Es dreht sich ja auch bloß um rechts-kontaminierte Personen, da mag das vielleicht nicht so schlimm sein … Auch die neue Zeugin, die 46-jährige Corinna B., ist eine ehemalige Rechtsextremistin, genauer: Sie war es vor 27 Jahren! Darüber hinaus war sie eine Freundin von Beate Zschäpe. Sie lebte in einem Pflegeheim. Was ihr nun aber auch

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Woran ich gerade denke

an diesen spinatgrünen Hugo mit irre viel pürierter Minze und Limetten drin, in der Strandbar von Tel Aviv. an den kleinen L., der „Me“ zu Mond sagt. an meine neue, knallrote Slimjeans von Mos Mosh, sozusagen vom Schaufenster weggekauft. an „Sehr geil – gut mitgedacht!“ Blöder Arschtyp bei Rewe vorhin! an meinen fertigen Text. Bin glücklich! an PM’s schöne Beine. Er behauptet, das habe ihm noch keine gesagt 😉 an Wolfgang und ob er mich morgen zum Sonntagsfrühstück einlädt. an meine Freundin Susanne und M. und H., die Mittwoch Abend zum Essen kommen. Ich koche nicht! Es gibt Pizza von

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Wochenende der anderen Art

Samstag, Tübingen. Gestern Arbeitsfrühstück bei Thea. Sowohl in kulinarischer als auch geistiger Hinsicht maximal gehaltvoll. Thea hat es drauf, in ihrer leisen Art Dinge, die ihr wichtig sind, drei Mal zu wiederholen. Das ist mir erst aufgefallen, als ich die Aufnahme unseres Gespräches nochmal angehört habe. Thea kann Schwerpunkte setzen. Die entscheidenden Inputs hat sie gegeben. Aus dem Gespräch ist heute Nacht um halb drei ein Text fertig geworden. Der dritte Essay des Buchprojekts. Ein Wochenende ohne PM. Komisch, aber die richtige Entscheidung. Ich werde einfach nicht gesund. Das ist mein Plan für dieses WE: Auschlafen, keine Termine, keine Verpflichtungen,

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Pädagogik 2017

„Wenn eine in der 10. Klasse noch nicht lesen kann, dann kann man da wohl nichts mehr machen. Dann ist die Sache gelaufen. Meine Meinung, jedenfalls. Du kannst das anders sehen, bitte schön, aber ich sehe das so. Ich nehm‘ die eben nicht mehr dran. Dann ist die vor den anderen nicht blamiert, wenigstens. Was willst du dagegen machen? Die hat LRS – Leserechtschreibschwäche, also Lesen auch, verstehste? Das kann die eben nicht, dafür hat die einen Attest, was haben wir damit zu tun? Was hängst du dich da überhaupt rein? Das hat ihr der Psychodok so diagnostiziert. Das gibt

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Tapas, Trump und nochmal Trump

Samstag, B.N. L., B. und den kleinen Baby-L. in Köln besucht. Anschließend in Bad Godesberg ins Kino: Kundschafter des Friedens mit Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Jürgen Prochnow. Besonders hervorzuheben: Winfried Glatzeder als Romeo-Agent! Schöner, lustiger, ein bisschen melancholischer Film mit guter Musik. Auswertung des Films und des Tages insgesamt in der Tapas-Bar De Dos. PM hat heute Mittag, während ich Kuchen und ein paar Sachen für die Kölner besorgen war, Ursel am Kopf genäht. Ihr ist eine Kiste drauf gefallen. Nach einer halben Stunde war er schon wieder von der Klinik zurück, und ich hätte es gar nicht mitbekommen,

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Eine Nacht, Markowitz

… Sie konnten in Europa geschneiderte Kleider tragen, nach europäischen Rezepten gebackene Torten essen … und Verse europäischer Dichter deklamieren. Doch sie konnten es nie mit der gleichen Leichtigkeit, der natürlichen Aristokratie derer tun, die wirklich und wahrhaftig Kinder Europas waren. Derer, die keine Juden waren. Die ersehnte, unerträgliche Selbstverständlichkeit der Polen oder der Deutschen oder der Österreicher war unnachahmlich. Sogar hier in Palästina war sie unverwechselbar. Kam ein ausländischer Gast ins Café, erkannten ihn alle auf der Stelle. Er trank seinen Kaffee nicht irgendwie anders. Aber die Tatsache, dass er sich völlig wohl in seiner Haut fühlte, wehte ihm

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Was stimmt nicht

Samstag, B.N. Wenn du genau weißt, etwas stimmt nicht, der andere merkt aber nichts, was machst du dann? Schweigen, bedeutungsvoll gucken, Kopf wegdrehen, Geist wegdrehen – gähn! Und schon bist du allein. Besser etwas Unerwartetes, das der mal den Kopf hebt, wenigstens, dass da mal ein Funke hinter seinem Blick, hinter dem geschäftigen – Was is‘ n? Is was? Ja, es is was. Was denn. Du musst doch gleich los. Sags nur schnell. Damit ich weiß, worum … Nee, geht nicht schnell. Doch, sonst bin ich beunruhigt. Macht nichts. Bin ich auch. War halt anstrengend, die letzten Wochen. Is immer

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Back from Vietnam

Donnerstag. Abendessen mit T. im Bahnhof. Von seiner Reise nach Vietnam hat er Gewürze und salzigsüß gebrannte Mandeln mitgebracht. Viele Fotos von Paradiesstränden, Palmen, Tempelanlagen, Fressständen. Und Geschichten. Abends, in den Keipen, seien die Mädels sehr touchy, sagt er. Sie suchen Kunden, und sie wissen wie. (Prostituierte und Barmänner seien die einzigen, die Englisch sprechen). Als er mit seinem Kumpel die Kneipe wechselt und eine eher leere, gemütliche findet, setzt sich nach kürzester Zeit wieder ein Mädel zu ihnen, etwas weniger körperorientiert, dafür noch hübscher, die beiden Jungs wissen nicht, wie sie sie einzuschätzen haben. Was gefällt dir an der

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