Sonntag, B.N. Kein Marathon, kein Halbmarathon, nicht mal Stadtlauf. Maria und Bernd, beide Aktivsportler, beteiligen sich niemals an Wettbewerben. Unterm großen Mond auf ihrer großen Terrasse direkt an der Ahr erzählen sie von der Frühjahrs-Überschwemmung in ihrem Keller und von ihrem Engagement bei der Flüchtlingshilfe. Steffi und Hartmut erzählen vom Tod. Von ihrer Verwirrung, wenn einer stirbt, der nicht nur ihr Patient ist, sondern ihr Freund. Vom Verlust der therapeutischen Distanz. Sterben tun dann nicht mehr immer nur die anderen. E. ist seit 10 Wochen in der Klinik. Zum ersten Mal erzählt er nicht ausschließlich von seinen Einschlafstörungen. Sondern von
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Mr. Gwyn
Mr. Gwyn von Alessandro Baricco ist ein Buch über melancholische Gewissenhaftigkeit. In zweifacher Hinsicht entfaltet sich diese: Einmal als Lebenshaltung / Bewältigungsstrategie der beiden Protagonisten Mr. Gwyn und Rebecca, und zum anderen als Schreibhaltung des Autors dieses wundersamen Buches A. Baricco. Die Geschichte entrollt sich langsam. Es geht um das Finden von geraden Sätzen. Jeder dieser geraden Sätze des Autors Baricco über den Autor Gwyn stimmt. Mehr braucht hier nicht verraten zu werden. Ach doch: Es handelt sich um ein leises Buch voller Geheimnisse.
WeiterlesenFisch und Fleisch
Donnerstag, B.N. Auf Fisch und Fleisch ist mein Beitrag Potential heute Thema des Tages. Coole Überraschung, kontroverse Kommentare … ein kommunikatives Wellenkräuseln.
WeiterlesenPotential
Kreative Lebensmodelle Zu viele Menschen leben zu alleine in zu großen Wohnungen und schlucken zu viele Tabletten gegen zu viel Traurigkeit und gegen zu wenig Perspektiven. Heute Morgen habe ich direkt einen neuen Beruf erfunden: Lebensbegleiterin. Natürlich ist der nicht neu, früher hieß das Gesellschafterin (ich glaube, es gab ihn nur in der weiblichen Variante), aber das ist es ja, worauf es ankommt: Alte Dinge mit einem neuen Namen zu versehen, und schon hast du das Gefühl, die Welt neu erfunden zu haben (Prinzip Schuldidaktik, das Neueste ist jetzt der Erzählende Lehrer, harrr harrrr!, das nur nebenbei). Warum sind so viele Menschen,
WeiterlesenEinfach zweifach
Mittwoch, B.N. Zwei Interviewszusagen aus Berlin. Wann hinfahren? Mein Leben mit PM. Mein Leben in Tübingen. Allein, mit zwei WG-Mitbewohnern. Meine beiden Kinder. Meine zwei Berufe. Meine Sehnsucht, es richtig zu machen …
WeiterlesenArbeitsStruktur
Montag. Vormittags Arbeitsfrühstück in Hamburg mit dem Literaturagent. Superergiebiges Gespräch über Kernfragen, Zielgruppe und Struktur des Buches. Jetzt gleich Ankunft in BN. Und PM kann mich nicht vom Bahnhof abholen, diesmal. Komisches Gefühl. Wörter des Tages: Bilanzselbstmord. Hellweg. Streiflicht.
WeiterlesenGut
Sonntag, Kiel. Eventuell gibt es noch einen neuen Interviewpartner, auch aus Berlin. Gestern die Akquise gestartet, es wäre wunderbar, wenn das klappen würde. Bis drei Uhr früh am Einleitungstext gearbeitet. War wie besoffen, alle Gedanken haben sich ineinander verschoben vor Müdigkeit und Stress wegen der Session am Vorabend. Der Text wird gut. Die Interviews sind gut. Texte mit Aussage. Es sind alles Leute, die etwas zu sagen haben. Selten gutes Gefühl der eigenen Arbeit gegenüber. Ich freue mich auf alles Weitere …
WeiterlesenAlles auf Reset
Samstag, Kiel. Geschwisterkonferenz, von Jerome moderiert. Maximal verfahrene Ausgangslage. Verletzungen auf beiden Seiten, verdichtet zu Betonmauern. Baustoff: Missverständnisse, Aggression, Ignoranz zu etwa gleichen Teilen. Agreements: Zuständigkeitsbereiche neu ausgehandelt, es gilt das Ressortprinzip. Kommunikationsstandards: Nachrichten auf sämtlichen Kommunikationswegen über Jerome. Nicht nur in die Tasten hauen – absenden, sondern auch lesen! Alles auf Reset?
WeiterlesenVon Menschen und Krankheiten
Donnerstag, Kiel. Seit zwei Tagen bei Jerome und Beret (das letzte Mal Frühjahr 2014 hier). Große Freude beim Wiedersehen. Jerome geht es nicht gut, die MS, diese Scheisskrankheit, hat ihn im Griff. Beret und er lachen viel zusammen. Jeromes Beine knicken weg und sie lachen, sie stehen zusammen unter der Dusche und ich höre sie lachen und fluchen gleichzeitig, der Rollator fliegt mit großem Gepolter die Treppe runter, sie sehen ihm von oben hinterher, Beret Jerome um die Taille haltend, und kippen sich aus vor Lachen, Jerome wacht in der Nacht auf dem Boden vor seinem Bett auf oder auch
WeiterlesenGestern bei Hagen Rether
Montag, B.N. Ein Abend mit Hagen Rether in der ausverkauften Bonner Oper. Politisches Kabarett? Gelacht wird, aber noch eher gedacht. Da redet einer dreieinhalb Stunden – okay, abzüglich der halben Stunde Pause – auf höchstem Niveau, um im Schnelldurchgang sein Weltbild zu präsentieren. Und das umfasst fast alle Bereiche: Flüchtlinge, die er lieber Heimatvertriebene nennt, ungesühnte sexuelle Missbräuche in der katholischen Kirche, Waffenexporte nach Saudi Arabien, Gewalt gegen Frauen, worüber sich kein einziges Politmagazin, keine Talkshow echauffiert, TTIP, wobei der eigentliche Skandal nicht das Chlorhühnchen ist, sondern dass wir überhaupt noch Hühnchen essen – Rether ist Veganer – und dass im Zuge
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