Austausch

Was mich vermehrt interessieren würde, wäre ein Austausch mit Linksintellektuellen, die die Anliegen der 68er-Bewegung insofern noch für relevant halten, als es um die Aufklärung der Rassenideologie der Nazis ging, um dass NIE-WIEDER des Holocaust als eine der zentralen Botschaften. Der zunehmend gesellschaftsfähige Antisemitismus bei linken wie rechten Dumpfbacken geht mir ungeheuer auf die Nerven. Er ist dumm und antiintellektuell und ignorant. Ich habe darauf einfach keinen Bock. Ich würde mich über eine stärkere ideologische Übereinstimmung freuen, ohne den Druck, mich verteidigen zu müssen. (Soweit ist es irgendwie durch die Hintertür wieder, dass man sich neuerdings für seine Aufgeschlossenheit gegenüber

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Kretsche redet Tacheles

Montag. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat anlässlich des islamischen Ramadan-Fests mehrere deutsch-türkische Verbände und auch türkische Diplomaten zu einem Fastenbrechen in den Räumlichkeiten der Landesregierung eingeladen (Yeni Posta, 01. Juli 2016). Allerdings hat er nicht nachgedacht oder extra lange nachgedacht, jedenfalls ließ Kretsche beim Fastenbrechen nicht nur alkoholische Getränke ausschenken, sondern er äußerte bei der Gelegenheit auch noch scharfe Kritik an der Türkei und am türkischen Staatspräsidenten Erdogan, und so endete das Fastenbrechen mit einem Eklat. Einige deutsch-türkische Vertreter und türkische Diplomaten verließen die Veranstaltung unter Protest. In den sozialen Medien wird Kretschmanns Aktion als „mutig“ gewertet. Na ja,

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Mein erstes Mal

Sonntag. Der Abend gestern mit „Theatersport“ im ausverkauften LTT-Saal (großartig!) und anschließendem EM-Spiel in der LTT-Kneipe endete um zwei Uhr nachts. (Soviel ich weiß, mein bisher erstes und einziges komplettes Fußballspiel.) PM angefressen wegen Elfmeterschießen. Autokorso und Fan-Ansammlungen führten zur Sperrung der Neckarbrücke. Langes Sonntagsfrühstück mit Steve und Wolfgang. Alle reden heute ambitioniert von der Verlängerung und den verschossenen Toren beim Elfmeter. Ich halte mich da zurück. Sagen wir mal, es gibt Dinge, bei denen ich mich besser auskenne. Unser fast schon traditioneller Spaziergang durch die Wagenburg, die PM so liebt, dann der übliche SonntagsAbschied, da müssen wir durch, sozusagen. Mit

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Friedliche Zeiten

Freitag. Eineinhalbstündiges Gespräch mit der Lit.agentur. Positive Rückmeldung, alles in Ordnung. Weitere Richtung festgelegt, ein ausführliches Vor- und Nachwort sollen noch geliefert werden. Nach dem „Amt“ nach Hause, weitergearbeitet. Um 17 Uhr Friedrich aus Bremen getroffen, der seit zwei Tagen in Tübingen weilt und aktuell einen Besuchsmarathon abarbeitet; ich bin die Nr. 3 auf seiner noch recht langen Liste. Im Neckarmüller peaceful in der Sonne gesessen und von alten und neuen Zeiten gequatscht. Ein Bad genommen, Wohnung aufgeräumt, Treppenhaus, Blumen etc, um 22 Uhr kommt PM. Schöner warmer Abend, wir sollten mal wieder in der Tangente Jour im Freien sitzen

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Aus

Donnerstag. Die da über die Brücke läuft und gleich in der Unterführung verschwindet, trägt ihren runden Rücken und die weiße Riementasche, die nie modern war, mit sich nach Hause. Sie spielt nicht. Das Spiel ist schon längst aus.

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Götz George ist tot

Montag. Das gibts nicht! Der Deutsche Film ohne Götz George … 2016 ist ein Jahr der tragischen Ableben. Nach David Bowie und Prince jetzt also The Body G.G., der schönste deutschsprachige Darsteller forever! Der die Action-Szenen alle selber gespielt hat, der Filmemachen als eine politische Aufgabe angesehen hat, der dem Ruhrpott mit jeder Schimanski-Folge eine Deutung verliehen hat. Nicht zu vergessen: Der einer parkaähnlichen Jacke mit vielen Taschen zum modischen Dauerdurchbruch verholfen hat. Oder welcher Mann über 35 hat nicht irgendwo im Kleiderschrank seine Schimmi-Jacke hängen? Kurz: Ein Urgestein, ein Relikt aus Zeiten, als das Fernsehen noch was zu melden hatte. Das

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Nach dem Fest

Sonntag. Nach so einem wunderbaren Fest fällt es mir schwer, wieder nach Tü zurück zu fahren. Sogar das Wetter hat mitgespielt. Pünktlich zur ersten Sektrunde stoppte plötzlich der seit Tagen anhaltende Regen, und die Sonne fing an, auf die nassen Zeltdächer und den Rasen zu scheinen, dass es dampfte. Alle waren sehr froh darüber und waren ja zum großen Teil von weit her angereist, und die Gespräche wurden schlagartig lauter und lebhafter und die Stimmung war tadellos bis in die hintersten Ecken. PM übernahm den Grill und damit die Thüringer Würste und Steaks. Markus hatte im Garten eine Nudelbar aufgebaut, alles

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Danny DeVito meldet sich zu Wort

Freitag. Danny DeVito, kleinster Filmstar der Welt, will, dass Amerikaner gegen den Besitz von Sturmgewehren auf die Straße gehen. „Eine Jagdflinte oder Sportpistole zu besitzen, ist das eine, aber diese Waffe ist nur dazu gemacht, Menschen abzuschlachten!“, gab der Typ auf irgendeinem US-Portal im Zusammenhang mit Orlando schwer differenzierend zu bedenken. Was für eine hohe Erkenntnis, das weiß ja auch sonst niemand. Die Amis mit ihrem Geheuchel, ich kann’s nicht mehr hören. Nach jedem Amoklauf die gleiche Show: die Berge von Blumen, die Krokodilstränen, die Taschentücher, der schlagartige Ansturm auf die Waffengeschäfte, die Schilder mit der Aufschrift WARUM? Ja warum

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