Deutschland im Sommer

Vielen Dank für meine schlechte Laune. Wie gut tut mir die schlechte Laune – Verpiss dich, Taubenmissgeburt! -, dabei habe ich gerade so ein feines Brötchen gegessen mit Käse, Ei und Blattsalat. Vielen Dank auch für das Brötchen. Und den Zugausfall mit Angabe von Gründen. Für die SMS natürlich, die beschwichtigenden Worte. Und für den Schreiber der SMS. Für den ganz besonders. Danke fürs Nichtweiterfahren. Dass ich hier bin und nicht im Olympiakaufhaus. Oder am Strand von Nizza. Oder im  Zug nach Würzburg. Wo die Schüsse fielen. Und für die Sonne. Hab Sonne im Herzen und auf dem Perron. Großen

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Jetzt also auch in Zügen

Donnerstag. Brachialer Axtangriff in einem Zug bei Würzburg: Der sogenannte IS scheint eine wunderbare Plattform für alle neurotischen, gekränkten, misshandelten, nicht angekommenen oder sonstwie durchgeknallten Psychopathen zu bieten. Und für die mit einem Restgewissen bietet er die Generalabsolution gleich mit: Allah braucht Mörder! Armer Allah!

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St 21

Mittwoch. 6,5 Mrd. Euro soll Stuttgart 21 jetzt voraussichtlich kosten – statt der ursprünglich veranschlagten 2,1 Milliarden. Der Bundesrechnungshof ist hilflos: Die Deutsche Bahn verhindere Überprüfungen und baue einfach weiter. In Stuttgart, versteht sich. Alle anderen Schwachstellen im Schienennetz müssen noch so fünfzig bis hundert Jahre warten. Kann mich an ganz frühe Statements der Bürgerinitiative erinnern, wo exakt diese Prognosen aufgestellt wurden. Das waren ja alles Experten aus dem Ingenieurs- und Finanzwesen, sozusagen. Boris Palmer zum Beispiel, dem von der DB direkt mal ein lukratives Job-Angebot gemacht wurde (was viel über seine Kompetenzen aussagt, was dieser natürlich ausschlug). Das muss für

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Mister Mond

Mond, wie schön du bist über dem schwarzen Scherenschnitthügel. Straße, wie schön du bist mit deinem seidenmatt polierten Asphalt. LED-Laterne, wie schön dein multivitaminsaftfarbener Schein, aber nichts gegen Mister Mond.  

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Missglückter Militärputsch

Sonntag. 265 Menschen sterben für nichts und das Volk jubelt: „Gott ist groß!“ Ah, doch für was. Der luprenreine Demokrat Erdogan kann jetzt säubern. Deshalb nennt der den Putsch auch „Geschenk Gottes“. Jetzt kann der eben mal über Nacht 3000 Richter entlassen. Und die Putschisten „hart bestrafen“. Vielleicht demnächst mit ein bisschen Todesstrafe. Der stellt die Sintflut nach, sozusagen. Was haben die Richter mit dem Putsch zu tun? War die Liste vorbereitet? So wie die Schlägertrupps, die jetzt überall aus ihren Löchern kriechen und – irgendwie IS-mäßig – gurgeldurchschneidend und köpfeeintretend durchs Land ziehen? Ist der sogenannte IS Freund oder

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Ein Mann …

… der mitmacht. (Radikal neue Erfahrung.) PM, der mir meine vermooste Dachterrasse kerchert. Und gleich noch die Gartenmöbel abschleift. Der auf Psychogrundsatzhinterfragung und Endlosschleifendiskussionen verzichtet, à la ob mein Begehr nach einem reinlichen Balkon nicht doch ein wenig kleinbürgerlich sei? Oder großbürgerlich? Oder überflüssig? Ob es nicht auch so gehe? OmG! Der sagt, das mach ich (wow!) und die Geräte direkt schon mal mitgebracht hat (wow wow!). Gemeinsam konstruktiv sein: das ist auch Glück – (Samstag)

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Jetzt also Nizza

Und wieder hat so ein gewaltgeiler IS-Psychopath zugeschlagen. Diesmal an der europäischen Mittelmeerküste, ganz wie angekündigt … Und wieder werden die Gebetsmühlen in Gang gesetzt, dass die Sache nichts mit dem Islam zu tun habe, dass die Banlieues Schuld seien … 84 Menschen. Mit dem LKW überrollt. Kein Kommentar.

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Glück am Morgen

Freitag. Heute Morgen eigentlich kein besonderer Anlass zum Glücklichsein, ich war es aber. So aufgewacht, Lage gecheckt, das offene Fenster im Blick – der Himmel, der Wind, Geräusche von draußen – und wusch!, eins mit der Welt. Vielleicht, weil ich weiß, dass ich alles, was ich sehe, heute Abend wiedersehe, dass alles, was ist, heute Abend immer noch ist. Diese Gewissheit, fast hat sie etwas Hochmütiges – Und vielleicht habe ich ja doch einen Anlass … heute Abend. Berlin ist jetzt klar gemacht. Während der fünf Tage kann ich bei H. und K. wohnen, das passt. Ich kenne sie erst

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Konkrete Angst

Dienstag. Der Name Michail Gorbatschow steht im Westen für die Beendigung des Kalten Krieges sowie die darauffolgenden Abrüstungen. Für diesen historischen Erfolg wurde er 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wenn eben dieser Gorbatschow nun der Nato Kriegstreiberei vorwirft und warnt: „Von einem kalten Krieg geht die Nato zu den Vorbereitungen für einen heißen (Krieg) über“ (so auf dem Nato-Gipfel in – ausgerechnet! – Warschau am Freitag, den 08.07.2016 ), dann lässt mich das keineswegs kalt, sondern macht mir eine ganz heiße, ganz konkrete Angst. Als am 1.September 1939 der 2. Wk mit dem Angriff auf Polen begann, nach vorangegangenen, massiven

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