Krasser Nägelkauer

Dienstag. Nägelkauer sind Leute, denen die Aggression aus den Ohren rausquillt. Das merkt man ihnen aber meistens nicht an. Entweder, sie lassen sich auf eine Therapie ein (selten bis ineffektiv), oder sie kanalisieren ihre Aggression irgendwo anders hin. Zum Beispiel, indem sie eines schönen Tages ein Opfer finden, das sie zerstören können. Ich verkürze das jetzt mal. Danach ist es wie durch ein Wunder – erstmal – vorbei mit der Selbstverstümmelung. Supii!, oder eigentlich unterirdisch. Also immer schön wachsam bleiben. Schnell sind aus einer Sache die falschen Schlüsse gezogen aufgrund eines falschen Welt- und Selbstbildes. (Versteht jetzt wahrscheinlich keiner, Gespräche

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WE in B.N.

Interview mit J.B. weiter bearbeitet. Sehr mühsam, sehr kleinschrittig… Sieben Prüfungen thematisch aufbereitet, die ich morgen abnehmen muss. Festvorbereitungen!!!  Nächste Woche: 40 Gäste, und alle sind heiß auf ein cooles Wochenende! Manche haben sich lange nicht gesehen, einige kennen sich gar nicht. (Ich auch nicht.) Die aus Eisenach sind alles andere als eine weichgespülte Brigade. Spannung vorprogrammiert. Schlechtes Wetter wohl leider auch. Ich bin da aber sehr zuversichtlich. Wir stellen draußen ein Zelt auf. Und spätestens PMs Soljanka wird alles rausreißen! Mit PM & Sohn Full Metal Jacket angesehen. Harter Film; das nächste Mal ist A Clockwork Orange dran. Und dann

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Palmer auf FB

Samstag früh, B.N. Wenn TÜ-OB Palmer einen sehr bedrückenden Bericht über die Lage und das Befinden der Flüchtlinge in der Tübinger Sched-Halle postet, dann bekommt er Hass- und Verachtungskommentare so in dem Sinne, er solle gleich zur AfD wechseln, er liefere der falschen Seite Argumente etc. Überhaupt wird von vielen Usern erstmal gewertet oder korinthenkackerisch nach falschen und richtigen Vokabeln gefahndet, anstatt konstruktiv an den Beitrag anzuschließen. Beliebt ist auch das absichtliche Falschverstehen (s.o). Damit ist garantiert, dass die Kommentatoren sich untereinander in die Haare kriegen, anstatt sich auf den Inhalt des ursprünglichen Beitrages zu beziehen. Der Vorteil von Palmers

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Begegnung in der Fußgängerzone (vor Zinser)

Du stehst ein bisschen im Weg. Nee, du, da sind noch gut vier Meter Platz. Aber trotzdem. ? Wenn jetzt jemand entgegen kommt, kommt er nicht durch. Du, im Moment kommt ja aus beiden Richtungen niemand. Es könnte aber sein, dass das gleich passiert… Dann geh ich mit meinem Rad beiseite. Versprochen. Könntest du doch gleich! Irgendwie kommst du mir gerade so ein bisschen hilfssheriffmäßig vor, weißte? Vielleicht solltest du ein Praktikum bei der Polizei machen, da kannst du noch viel mehr Leute auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Ich verhalte mich eben immer so, wie ich es mir auch von den

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Mindset der Israelis

Montag. Facebook-Kommentar von Markus Heitkämper zu einem heute von Amelie Fried geposteten Beitrag der SZ (Nahostkonflikt – Gruß vom Planeten Israel von Eldad Beck): „Bill Clinton hat Mitte Mai vor laufenden Kameras unüberbietbar deutlich gemacht, wo das Problem eigentlich liegt. Im Juli 2000 hätten die Palästinenser unter Führung Arafats mit Zustimmung Ehud Baracks in Camp David ihren Staat bekommen können: ganz Gaza, 98% der Westbank, einen Teil Jerusalems. Arafat sagte nein, anstatt diese einmalige und weitestgehende Gelegenheit mit beiden Händen zu ergreifen. Der Grund dürfte evident sein: ein Ja zu diesem Angebot hätte als Voraussetzung gehabt die Anerkennung des Jüdischen

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In Ordnung

Samstag. Es ist alles so – in Ordnung. Wow! Steh gerade auf meinem Balkon zur B27 und denke das. Wie schön ist der warme Regen. Wie schön ist das Zischen von Autoreifen auf nassem Asphalt. Wie schön die Melone und der Käse vom Markt im Kühlschrank. Die orangefarbenen Blumen in der lila Vase. (Der Abend gestern im Meze.) Wie schön gleich die Schritte von PM auf der Treppe.

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Tü-Touris

Freitag. Da die beiden mit ihren Cowboyhüten sehen toll aus und sie wissen es und die coolen Stiefel tun ein Übriges. Rot und weiß, Schneeweißchen und Rosenrot mit diesem Was-kostet-die-Welt-Gang, reingeschneit aus dem Wilden Westen und direkt auf dem Marktplatz aufgeschlagen, auf diesem Kopfsteinpflaster, klar ist da Goethe schon rumgelatscht, und Schiller auch, logo!, was denkt ihr denn, die waren alle hier, die haben gelitten und geliebt und gedacht was das Zeug hält bei Sonne, Schnee und Regen, die waren direkt da, wo ihr jetzt steht, deshalb unbedingt Selfie schießen, das ist Geschichte, die Geschichte steckt hier in jeder Pflasterritze,

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Wachsende Bezogenheit

Mittwoch. Du kannst in einer Beziehung nur wachsen, wenn beide es wollen. Wenn du merkst, dass der andere es wirklich will und er auch will, dass du es merkst. Wenn nur einer es will und der andere will was ganz anderes, dir deine Lebenskraft aussaugen, for example, weil er selbst keine hat, dann gibt es kein Wachstum, da kannst du warten, bis du schwarz wirst. Wenn der andere aber will, dass du ihm zuhörst, und er sich etwa deiner Zuhörerschaft mit einem schnellen Blick versichert, weil du gleich was dazu sagen sollst, und das interessiert ihn nämlich; wenn du merkst, der

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Krasse Sonne

Tz, krass. Die Sonne. Was die da wieder für eine Show abzieht am Himmel. Den ganzen Tag lässt sie sich nicht blicken, aber am Abend dann die Farbpistole rausholen. Die geht jetzt noch mal aufs Ganze. Neonorange. Um Neun! Was soll das denn?

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Nur Fliegen ist schöner

Sonntag. Nur Fliegen ist schöner ist ein netter, skurriler Film aus Frankreich, der einen für eineinhalb Stunden aus der Zeit hebt. Anschließend mit Susanne im Bären, wo das Essen gut schmeckt, beim Hugo allerdings noch Luft nach oben ist, wie PM sagen würde. PM kommt dieses Wochenende nicht nach Tü. Seine Straße steht unter Wasser. Heute ist in irgendeinem Nachbarort ein Damm gebrochen und ganze Autobahnabschnitte und Gleisstrecken sind wg. Hochwasser gesperrt (ich könnte also auch nicht nach B.N. fahren). Was seinen Keller angeht, ist er ziemlich nervös. Schon am Donnerstag hat er sämtliche Zugänge mit Sandsäcken abgedichtet. Leider hört der Regen

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