Was vor

Freitag. Als ich heute nach Hause komme, steht Steve am Herd und rührt mit einem Holzlöffel in meinem 5-Liter-Topf. Es riecht intensiv nach Früchtetee, und den kocht er auch gerade – aus Instantpulver. Neben dem Herd stehen zwei Flaschen Korn. Ich ahne Schlimmes, und schon schraubt er sie auf, rührt mit einer Hand weiter, während er mit der anderen maßvoll wie ein Fernsehkoch den Korn in den Tee gießt. Heut Abend ist Party im Clubhaus, meint er. Ich probiere ein Löffelchen voll, und erstaunlicherweise schmeckt das rosa Gesöff süß und seltsam, aber kein bisschen nach Alkohol. Hallihallo!, sage ich, da müsst

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62 Superreiche besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung

AFP Kinder auf der Müllkippe in Myanmar   Montag. Die Oxfam-Studie, die seit gestern überall in den Medien kursiert, benennt die 62 reichsten Menschen: Sie besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung.  Tendenz steigend: Die weltweite Ungleichheit wächst immer schneller, mit einem Tempo, das auch die Wirtschaftsexperten überrascht. Vor einem Jahr sagte die Nichtregierungsorganisation Oxfam voraus, im Jahr 2016 werde das reichste Prozent der Weltbevölkerung, also rund 70 Millionen Menschen, mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent (rund sieben Milliarden Menschen) zusammen. Tatsächlich wurde diese Schwelle schon ein Jahr früher erreicht. Inzwischen besitzen die 62 reichsten Einzelpersonen genauso viel

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Inzwischen II

Sonntag. Inzwischen muss ich meinen Post vom 10. Januar 2016 (Inzwischen I) revidieren: Die Täter von Köln waren nicht überwiegend Asylbewerber aus dem Nahen Osten, sondern sie kommen aus Marokko und Algerien und ein paar wenige auch aus Syrien. Warum stellen – ausgerechnet jetzt – Marokkaner und Algerier vermehrt Anträge? Diese und andere unangenehme Fragen stellen sich inzwischen auch die Grünen: „Neu ist die Erscheinungsform, die wir bislang nur aus patriarchal geprägten Gesellschaften wie Indien oder Marokko kannten. Wir haben sie jetzt hier“, formuliert es Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt vorsichtig am vergangenen Mittwoch im Bundestag. Und auch Grünen-Bundeschef Cem Özdemir hält

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The Big Short

The Big Short ist ein Film über die amerikanische Immobilienblase, die dann zur Finanzkrise 2007 führt geführt hat. Hab nicht alles verstanden, was die finanziellen Transaktionen betrifft, kann mir jetzt aber vorstellen, was für Typen dahinter standen und wahrscheinlich immer noch stehen oder über kurz oder lang wieder stehen werden  – tatsächlich waren es ja einzelne Individuen -, als ich im September 2007 exakt 3000 Euro in den Sand gesetzt habe. Die waren dann einfach mal weg. Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? (Bertolt Brecht: Dreigroschenoper)

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Ganz wenige

Samstag. Diese Art von Güte, die nichts mit Schwäche zu tun hat. Harry W., zum Beispiel (unser Pfarrer). Es gibt da nur ganz wenige, auf die das zutrifft. Eigentlich fällt mir gerade sonst niemand ein. Mein Onkel Gottfried vielleicht. War auch Pfarrer. Ist aber schon ziemlich lange tot. D. und P. und A. sind auch immer ganz gütig, dass man ganz ungeduldig wird. Das ist eben was anderes. Süßliches. So wie trotzdem lächeln, obwohl man gerade auf einen sauren Drops gebissen hat. Leute wie Harry und Onkel Gottfried lassen das bleiben, die verkaufen dich nicht für dumm. Die lächeln dich

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Ich

PM: Ich muss mich sputen. Stefan: Ich muss dich sprechen. Ulrike: Ich bin da viel risikofreudiger. Dr. K: Ich will Sie doch nur provozieren. Leona: Ich habe es verschlungen und bin begeistert. Veronika: Ich war Silvester so emotional – immer die alten Themen. Beate: Ich bin noch in Südfrankreich, bleibt es bei Montag im Ludwig’s? L.: Ich habe zwei Freikarten für die Philharmonie gewonnen, finnische Experimentalmusik. Ich geh trotzdem hin. Florian: Ich habe die Wette gewonnen: es sind die Cranberries. Lilly: Ich weiß nicht, ob du es schon weißt. PM: Ich denke, du kannst es so lassen. Wolfgang: Ich habe

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Wieder da

Wieder in Tübingen, erster Arbeitstag: Früh morgens Handwerker in der Bude, danach sah’s aus wie Sau, Weihnachtsbaum abgeschmückt, danach sah’s noch mehr aus wie Sau, das nadelnde Monster mit Steves Hilfe gaaanz vorsichtig quer durch die Wohnung, die Treppe runter und auf den Balkon, von wo Steve es mit Schwung übers Geländer wirft, während ich unten auf der Straße stehe … Ein seltsamer Anblick: Der auf mich zusegelnde Baum und weit oben Steves Grinsegesicht. Wir sind da schon ein eingespieltes Team. Anschließend Großputz in zwei Etappen, weil zwischendurch zur Arbeit, und all die schönen Glas- und Glitzerstücke wieder verstaut in Seidenpapiere und

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David Bowie ist nicht mehr bei uns

Montag. Heute ist ein Tag der ganz großen Trauer. Meine liebe Tochter L. schrieb mir am Morgen eine SMS, dass David Bowie tot ist. Er hatte doch vorgestern erst Geburtstag. Und hat eben erst Blackstar veröffentlicht. Das ist ein Schock. Für mich war er einer der wichtigsten Künstler überhaupt. Oh Gott, das ist schlimm. L. schrieb, er habe Krebs gehabt. Dann sehe ich, dass die Nachricht auf FB, in den Medien – überall kommt. Mannomann, der hat mir wirklich etwas bedeutet. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal Heroes gehört habe, in der Gartenstraße-WG im Kellerzimmer von Ele. Ich war

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Inzwischen I

Sonntag, B.N. Inzwischen wissen wir, dass die Täter in Köln überwiegend Asylbewerber aus dem Nahen Osten waren. Inzwischen wissen wir, dass es Absprachen unter den ungefähr 1000 Täter- und Nichthelfer-Männern gegeben haben muss, wahrscheinlich auch unter den Tätern der anderen Städte, wo sich in der Silvesternacht gleiche Szenen abgespielt haben – Stuttgart, Hamburg etc. Inzwischen wissen wir, dass die Kölner Polizei Hinweise auf die Herkunftsländer der Täter absichtlich verschwiegen hat aus Angst vor Generalverdacht und vor Informationsmissbrauch vom rechten Rand. Inzwischen wissen wir, dass aus den gleichen Gründen die Öffentlich-Rechtlichen sich vor der zeitnahen Berichterstattung über die Kölner Übergriffe gedrückt

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