… non licet bovi: Was für ein Signal! Kurz nach Regierungsantritt der Ampel und inmitten der Corona-Pandemie genehmigen die Abgeordneten sich eine Gehaltserhöhung, während die Hartz IV Regelätze nur symbolisch erhöht werden. Mit Herz für Gerechtigkeit warben die Grünen im Wahlkampf, der soziale Ausgleich sollte im Vordergrund stehen. Hartz IV überwinden lautete gar die programmatische Parole.An sich kein Skandal, dass die Abgeordnetendiäten automatisch an die mittlerweile wieder steigenden Nominallöhne angepasst werden, aber 40 Minuten später im gleichen Bundestagsplenum den Inflationsausgleich bei Hartz-IV-Regelsätzen abzulehnen, ist echt cringe. Die ab 1. Januar nur um ein Prozent steigenden Hartz-IV-Sätze werden von vier bis
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2022
Samstag, Kiel. Familie und Freunde in Lüneburg, Hamburg und Kiel, und PM ist bei allen herzlich willkommen – ein guter Start ins neue Jahr 2022.Umfangreiches, für die Ahrflut entschädigendes Büchergeschenk an PM von einem total liebenswerten und hochinteressanten Studienrat (über meine Jugend- und Schulfreundin V. vermittelt), zwei alte Bilder von Onkel U. für unser Haus in Eisenach, eine Nacht im Romantikhotel an der Ilmenau, Silvesternacht bei meinem Bruder im neuen Haus und mit neuen Plänen und jetzt wieder bei Jerome und Beret, die dem neuen Jahr ohne Illusionen entgegensehen.
WeiterlesenPlan A
Mittwoch, Kiel. Zwischen den Jahreswechselfeiertagen stand die Welt ja immer schon still, aber diese Stille dieses zweiten Coronawinters ist durchdringender. Es ist der Stillstand jeglicher Kreativität, jeglichen Aufbruchs, der die Menschen schlaff und aggro macht.Aggressivität ist die Kreativität der Ohnmächtigen. Das C-Virus, die Ahrflut mit ihrem katastrophalen, noch längst nicht überwundenen Zerstörungspotential, der drohende Klimakollaps in seiner Allgegenwärtigkeit in Politik und Kultur, die mediale Inszenierung einer angeblichen russischen Aggression, die die permanente osterweiternde NATO-Aggression verschleiern oder sanktionieren soll und auf die so viele Menschen reinfallen, vielleicht um ein Ziel für ihre eigenen Aggressionen auszumachen – so viel Angst und Schrecken
WeiterlesenZeigen
Dienstag. Die Frau ist fürs Verpacken da. Bei Fragen weist sie lächelnd auf ihre Kolleginnen vom Verkauf. Sie überragt sie alle, ihre kunstvolle Flechtfrisur passt irgendwie nicht zu dem engen Kaufhauskleid, das viel über ihre Anpassungsbereitschaft aussagt. Das mit dem Verpacken klappt noch nicht so richtig. Ich halte den Finger aufs Papier. Dannge!, sagt sie und lächelt ein Lächeln, das sogar die LED-Leuchten im Laden überstrahlt. Dass das Paket schief wird, ist nach der ersten Umwickelung absehbar. Mit einem Handzeichen demonstriere ich ihr, dass die Schnittkante parallel zur Seitenkante liegen muss. Wieder lächelt sie, wickelt das Paket aus und wieder
WeiterlesenAll are gone again …
Montag. … und das ist traurig, aber normal. Loslassen immer normaler. Sogar Menschen Loslassen wird normal. Heute fährt PM zurück, und ich packe meinen Koffer für die nächsten eineinhalb Wochen. Weitermachen. An Plänen festhalten … das ja!
WeiterlesenFertig
Wir haben fertig. Danke Dir, liebe E., und Stößchen!
WeiterlesenRot ist tot
Der Herausgeber linker Manifeste und Träger roter Socken ist gestorben – der Verleger Klaus Wagenbach wird uns fehlen. Er stand für eine linke Haltung, verbunden mit sinnlicher Neugierde, eine in der deutschen Intellektuellenszene seltene Mischung. Auf drei programmatische Pfeiler berief er sich ausdrücklich: „Anarchie, Geschichtsbewusstsein, Hedonismus.“ Mit Dank für viele tolle, rote Wagenbach-Bände in meinen Regalen und ein langes Gespräch auf der Leipziger Buchmesse, in treuer Erinnerung:
WeiterlesenFabrikdenken
Dienstag. Baerbock macht genau die Außenpolitik, vor der ich im Vorfeld der Bundestagswahl richtig Angst hatte. Und Habeck befeuert ihren Kurs, als könnte er kaum abwarten, den real existierenden Kalten Krieg in einen heißen Krieg zu verkehren. Ohne Rücksicht auf Verluste trampeln die beiden Neuminister durch diplomatisches Beziehungsgeflecht, treiben die Inszenierung einer vorgeblichen russischen Aggression auf die Spitze, faseln von Aufrüstung und Nuklearwaffen, als gehörte solcherlei Vokabular heutzutage in den Grundwortschatz von Vertreter*innen der einstmals als Pazifistenpartei angetretenen Grünen. Zur Erinnerung: 1999 brachten die Grünen unter Regierungsbeteiligung die ersten deutschen Kriegseinsätze seit dem Ende des Naziregimes auf den Weg: unvergessen
WeiterlesenSpät, später, gar nicht
Freitag. E., meine ital. Schwiegertochter, schickt mir Fotos von ihrem blauen Weihnachtbaum mit 1400 MiniLEDs und 230 Kugeln und Zapfen! Sieht aus wie der im Rockefeller Center, nur viel schöner. Ich bin da eher im Erzgebirge angesiedelt … Wachskerzen, wie jedes Jahr, oder Lichterkette?, das ist jetzt die Frage, die den Vorweihnachtsstress noch um einen Tick verschärft, als da wäre: Trouble im „Amt“, nach der Arbeit Einkaufslisten abarbeiten, einarmig das Zeug nach Hause schleppen, Geschenke auch irgendwie, immer wenn ich denke, ich bin fertig, fallen mir fünf, sechs Sachen ein, die ich erst später erledigen wollte, aber jetzt ist später
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