Donnerstag. 85 % aller Bundesbürger glauben, dass das Lehrpersonal nicht ausreichend für den Fernunterricht fortgebildet ist. Wie kommen die restlichen 15 % denn bloß darauf, dass dem so sei? Auf meine Beschwerdemail ans „Amt“ nach zwei Wochen Dilettieren und Nachfragen bei anderen dilettierenden Kolleg*innen und gemeinsamem Weiterdilettieren bekomme ich heute eine verblüffende Antwort: Die „Amts-„leitung höchstpersönlich bietet mir kommende Woche eine Solo-Nachhilfe an. Nicht gerade das, was ich unter einer professionellen IT-Fortbildung verstehe, maile ich zurück. Darauf klingelt das Telefon. So was gibt es nicht, so was brauchen wir nicht, und ob ich das Angebot nun annehme? Klar, mach ich.
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Corona Diary – verschärfte Maßnahmen
Dienstag. Lockdown-Verlängerung bis voraussichtlich 14. Februar und Ausweitung des Homeoffice – war absehbar, ist okay. FFP2-Maskenpflicht in Geschäften, Zug und Bus – auch okay. Wie sonst die vielen Ignoranten erreichen, die nicht blicken, dass sie selbst das Problem sind? Immer noch sind so viele maskenlose Idiot*innen unterwegs, gerieren sich als Freiheitskämpfer*innen und sind eigentlich nur zu doof für diese Welt. Dann eben Selbstschutz mit einer leider sehr hässlichen, medizinischen Maske. Aussehen spielt sowieso keine Rolle mehr. Wer seit Wochen nicht beim Friseur war und sein Gesicht ständig halb verdeckt spazieren trägt, stellt sich andere Fragen.Vor einem Jahr haben wir uns
WeiterlesenCorona Diary – Unordnung
Samstag. Ordner und Bücher, die sonst immer schön separiert von my Sweet Home in meinem Fach im „Amt“ liegen, liegen jetzt auf dem Boden und auf dem Esstisch verteilt. Wie in meiner Wohnung sieht es auch in meinem Gehirn aus. Manchmal renne ich raus, gehe mit Moni oder Mecki spazieren, kaufe irgendeinen Unsinn bei Drogerie Müller – einem der wenigen Geschäfte, die außer Lebensmittelläden noch geöffnet sind – oder stapfe durch den Schnee ins „Amt“, um weitere Materialien ranzuschaffen und andere versprengte Seelen anzutreffen, denen es auch nicht besser geht, die mit Moodle auch nicht besser klarkommen. Sehr beruhigend, solche
WeiterlesenCorona Diary – Die Macht des Algorithmus
Donnerstag. Dass gleich am ersten Morgen das Moodle-System zusammenbricht, war voraussehbar und nicht weiter tragisch.Tragisch sind die vielen ängstlichen/besorgten/schuldbewussten E-Mails von Eltern und Kindern. Tenor: Ich komme gerade nicht rein, aber ich bin hiermit angemeldet! Als würde ich ein Häkchen dahinter setzen (genau so lautet die Anweisung). Als würde ich über die zusammengezählt 214 Lernenden auch noch Buch führen, nachdem ich sie rund um die Uhr mit Stoff versorge und zeitgleich ihre Outputs kontrolliere und unermüdlich mit dem System kämpfe, das nichts verzeiht, das so erbarmungslos ist wie keine menschliche Kommunikation es sein kann – es sei denn, der Kommunikationspartner
WeiterlesenBilder, Daten, Deutungen
Dienstag. Der Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. am Nachmittag des 6. Januar 2021 hält die Welt nachhaltig in Atem (während der Sturm auf das Berliner Reichstagsgebäude durch Coronaleugner schon wieder vergessen scheint): Aufgebrachte Trump-Anhänger hatten gewaltsam versucht, die formale Bestätigung des neuen amerikanischen Präsidenten Biden durch den Kongress zu verhindern. Ungläubig rieb man sich die Augen ob der seltsamen Bilder aus dem US-Parlamentsgebäude: verkleidete Freaks in QAnon-Shirts, die Beutestücke hochhielten und das Peacezeichen machten. Abgeordnete, die sich ängstlich hinter ihren Sesseln versteckten. Um sich schießende Polizisten. Fünf Menschen starben bei der Randale. Schon vor Wochen war genau das vorausgesagt
WeiterlesenCorona Diary – Allianzen
Freitag, B.N. Es läuft langsam an. Etwa eine halbe Million Menschen wurde bisher in Deutschland geimpft, das ist ziemlich wenig im internationalen Vergleich. Die BRD hat sich bei den Bestellungen bei Biontech (Mainzer Unternehmen des Forscher- und Gründerehepaars Augur Sahin und Özlem Türeci) / Pfizer (US-Konzern für die Produktion der Milliarden Impfdosen) zurückgehalten.Im Sommer 2020 hatte man sich auf andere Anbieter festgelegt, welche nun jedoch mit der Zulassung ihrer jeweiligen Impfstoffe hinterherhinken. Erschwerend kommt hinzu, dass der Impfstoff von Biontech bei minus 70 Grad transportiert und gelagert werden muss – kompliziert und teuer. Jedenfalls müssen die Deutschen sich noch gedulden.
WeiterlesenCoronavirus Update
Donnerstag, B.N. Vor jeder neuen Corona-Maßnahme sollte geschrieben stehen: Du bist für dich selbst verantwortlich. Übernimm Eigenverantwortung. Tu was, damit das Virus nicht an dich herankommt. Trage Sorge, dass du dich nicht ansteckst. Sorge für dich selbst. Solche Sätze kann man gar nicht oft genug hören. Sie lösen mehr aus als: du musst!, du darfst nicht!, das ist verboten! Ganz von selbst zaubern sie einem die Maske aufs Gesicht und halten einen auf Abstand – aber bitte, weil ich es selbst will, und nicht weil irgendein Söder oder Laschet mir die Leviten liest. Leviten lesen ist immer kontraproduktiv bzw. unmotivierend.
WeiterlesenGeisterstädte, Geisterspiele, Geisterleben
Mittwoch, B.N. Nach gestriger Abstimmung der Ministerpräsident*innen geht der Lockdown unter verschärften Maßnahmen in die Verlängerung bis voraussichtlich 31. Januar. Gravierendste Verschärfung: Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Wenn also am Freitag die Weihnachtsferien enden, geht es ab Montag mit Fernunterricht weiter. Also Sitzen am PC bis zum Abwinken. Warum? An den Schulen gab es nur vereinzelte Infektionen, die meisten davon mit symptomlosen Verläufen. Sinnloser ist mir noch keine Corona-Maßnahme vorgekommen.Private Treffen sollen nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushaltes stattfinden; Kinder stellen nicht länger eine Ausnahme dar. – Heißt: Mit den Kölnern kann ich mich im Januar nicht
WeiterlesenCorona Diary, endless
Dienstag, B.N. Über jede Klausur, die ich korrigieren darf, bin ich froh. Ich mache das mit einer grotesken Sorgfalt. Meine Kommentare sind sehr gut lesbar und sehr ausführlich. Auf der Hauptstraße laufe ich von einem Stadtteil in den anderen. Von der gegenüberliegenden Seite durch die Nachmittagsdämmerung blinkt und funkelt ein Schaufenster, das Bild brennt sich durch meine Netzhaut direkt ins Herz. Frühjahrsmode?, wie gezogen überquere ich die beinahe autofreie Straße. Grabsteine! Ihre hellen und dunklen Torsi präsentieren sich auf weißen Samtblöcken unter dem goldenen Licht von tausend Strahlern. Ich trotte wieder zurück und aus irgendeinem Grund schäme ich mich. Plattitüdenhafte
Weiterlesen2021
Freitag, B.N. Regelkonform verabschieden wir zu viert, mit A. und J., das alte Jahr. Wir rekapitulieren die schönen Momente und schmieden vorsichtig gemeinsame Pläne für das neue Jahr. Vorsichtig freuen wir uns an den paar Raketen am Himmel trotz Raketenverbot. Auf der Straße ist vorschriftsgemäß niemand. Wir haben das Glas Sekt vergessen, auch das anders als sonst. Der Durchhänger am Ende ist nicht vorgesehen, kommt ungerufen und mit Wumms. Zu oft hat das verabschiedete Jahr mich mit Angst, Verunsicherung und dumpfer Langeweile, die dumpfe Tatenlosigkeit gebiert, schachmatt gesetzt. Wer neben sich steht, checkt nicht, was kommt oder kommen soll. In
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