Frohe Weihnachten

Samstag. An diesem für mich wichtigsten Tag im Jahr wünsche ich allen, die ich kenne und die mich kennen oder meine Beiträge lesen, ein frohes Fest, ein offenes Herz und einen offenen Geist. Und wohlwollende Gedanken für ihre netten und weniger netten Mitmenschen. Ich mach dann mal weiter mit dem Baum … Die Frage, ob Lametta oder nicht, wurde gerade mehrheitlich positiv entschieden, ich schätze, aus reiner Freundlichkeit.

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Gute Nacht

Freitag. Umfängliches Abendessen zu siebt. T.’s neue Freundin J. ist auch dabei, spontane Sympathie zw. ihr und – allen. Steve kann leider nur solange bleiben, bis sein Zug fährt. Er geht über die Feiertage heim nach Oberhausen, wo gestern ein Fast-Anschlag durch die Polizei vereitelt worden ist. Es rückt immer näher, sagt Steve. Lange gequascht. Schöne Atmosphäre. Trotz bedrückender Nachrichten: Der tunesische Attentäter von Berlin ist in Mailand bei einer zufälligen Ausweiskontrolle erschossen worden. Im Internet finde ich ein Bild von seiner Mutter: Eine einfache Frau mit Kopftuch, die im Eingang eines weißen Flachdachhäuschens steht und die Welt nicht mehr

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Das Wichtigste

Freitag, sehr früh morgens. Die ersten sind schon da, L., B. und Klein-L. Sie schlafen unten, im Zimmer von Karina. Jetzt, um zwei Uhr morgens, ist alles still. Karina hat einen neuen Freund. Verreist ist sie aber mit dem alten. Das ist meine Mitbewohnerin Karina. Die unkompliziert ihr Zimmer zur Verfügung stellt. Der Tag gestern war so aufgeregt, so anstrengend. Überhaupt die letzten Tage, Wochen. Ich hocke auf meinem Stuhl und bin so müde, dass sich meine Gedanken verfilzen. Sodass es mit dem Einschlaf-Sudoku nichts mehr wird. Der Morgen hat mit Handwerkern begonnen, noch bevor ich zur Arbeit losgegangen bin. Steve

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Wir ALLE

Warum lassen sich Meinungen nicht friedlich austauschen? Ich glaube, wir alle, ja WIR ALLE, sind sehr bestürzt über das, was in Berlin geschehen ist, wir alle haben mehr oder weniger mit Berlin und Menschen aus Berlin zu tun. Wir alle haben Angst um unsere Kinder, Angehörigen, um uns selbst. Und wir alle wünschen uns eine Welt ohne durchgeknallte Fanatiker, egal, ob sie jetzt aus Tunesien oder Deutschland oder Takkatukka-Land kommen.

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Totschlagargument und Rückwärtsgewandtheit

Mittwoch. Die politische Diskussion leidet zunehmend an zwei Übeln: Dem Totschlagargument (AfD-Sympathisant, Putinversteher) und der Rückwärtsgewandtheit. Vielleicht hängt beides auch zusammen. Jedenfalls wendet sich der Diskussionsstil gerade um 360 Grad, ganz weit zurück, sagen wir, in die frühen Siebziger, obwohl ich da noch keine politischen Diskussionen hatte, aber ich kenne noch so die alten Opa-Argumente. Eine Sechzehnjährige behauptete gestern mir gegenüber, Frauen, die sich aufreizend anziehen, seien selber Schuld, wenn sie vergewaltigt werden! Wer High-Heels trägt oder einen kurzen Rock, wisse doch, dass z.B. arabische Männer damit nicht klar kommen. Missbilligend schaute sie dabei auf meinen KNIE-langen Rock und meine

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Copy-and-Paste-Betroffenheitslyrik

Ich kann die Krokodilstränen, diese ganze Copy-and-paste-Betroffenheitslyrik à la Gauck nicht mehr hören. Dass sowas wie Berlin zu erwarten war, konnte man überall nachlesen. Die Weihnachtsmärkte waren direkt im Gespräch. Wozu predigt Boris Palmer seit fünf Jahren gebetsmühlenartig: Holt die syrischen Familien her anstatt die alleinstehenden, schlecht ausgebildeten, jungen Männer, die hier komplett bindungslos sind, die keinen Anschluss finden außer untereinander, die mit der für sie befremdlichen Kultur nichts anzufangen wissen, zunehmend frustriert werden, dazu noch sexuell frustriert aufgrund ihrer Lebensbedingungen, einsame Wölfe, die sich irgendwann radikalisieren, manchmal sogar verdammt schnell. Siehe Nizza. Um diese Parallele zu ziehen, braucht es

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Die Toten vom Weihnachtsmarkt

Dienstag. Oh mein Gott, oh Gott oh Gott! Wie präsent ist noch die Anschlagserie in Paris vor etwas über einem Jahr! Jetzt ist es bei uns. Berlin also. Neun Tote, fünfzig Verletzte. Mordwaffe: Ein LKW. Einfach rein in die Weihnachtsmarktstände und drüber. Brutaler gehts nicht. Der eine Durchgeknallte ist tot (wieso eigentlich?), der andere, der Fahrer, auf der Flucht. Vorbild Nizza. Nix mehr Bombenanschlag, Bomben waren gestern. Heute ist es der LKW, das Küchenmesser, das aus dem Nichts Morden. Die Unmittelbarkeit des Nahkampfes. Wie viel Hass ist dafür nötig?

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Postfaktisch

Montag. Aufschreckende Nachrichten zum 4. Advent: Eine renommierte deutsche Auslandsschule in Istanbul, das Istanbul Lisesi, erteilt Weihnachtsverbot! Das Kollegium der deutschen Abteilung der Schule habe von der türkischen Schulleitung eine E-Mail mit der entsprechenden Weisung erhalten. Danach dürfen die 35 Lehrer*innen ihren Schüler*innen keine deutschen Weihnachtsbräuche mehr nahebringen: Keine Weihnachtslieder und -geschichten, keine Plätzchen und Kerzen, kein Adventskalender, keine Teilnahme des Schulchors am traditionellen Weihnachtskonzert im deutschen Generalkonsulat. Die intensive Beschäftigung mit Weihnachtsbräuchen werde in der Türkei als Provokation empfunden. Deutsche Politiker aller Parteien zeigen sich empört, und auch das weltweite Netz diskutiert die Sache rauf und runter. An der

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