Mittwoch. Jetzt also auch noch eine Kräuterecke. Mein Gärtchen ist eigentlich eine Dachterrasse. Die ist sogar ziemlich groß. Früher, in meinem alten Leben, standen da drei Töpfe mit Rosen herum. Die haben mich nie interessiert. Ich hab sie vergessen zu gießen, und irgendwann sind sie vertrocknet. Drei Jahre lang wucherten Unkraut und Moose zwischen den Steinplatten und über die Kiesränder. Jetzt aber ist Dornröschen erwacht, schüttelt den Staub von den Kissen und staunt. Siehe da, so viel ungenutzte Fläche. Da muss doch was her, was was her macht. Und also entsteht jetzt mein Gärtchen. Mich interessiert die Fülle. Ich mag
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Kultur anders
Dienstag. Mein Gärtchen gedeiht. Bin ganz verrückt danach. Heute nochmal Nachschub geholt: Rosen, Lavendel, Strandastern. Zwei große Buchsbäume. Und noch mehr Töpfe aus Sandstein und Ton. Wie auf den italienischen Terrassen sieht es bald aus, so ein stylisch unbekümmertes Pflanzensammelsurium. Mit einem bakteriellen Raupenvernichtungsmittel hab ich ganz professionell die Rosen eingesprüht. Womit jetzt sozusagen eine Mini-Nahrungskette in Gang gesetzt ist. Es gibt dehnbare Gartenschläuche. Muss man auch erstmal wissen. Sehr zielführend.
WeiterlesenAustausch
Was mich vermehrt interessieren würde, wäre ein Austausch mit Linksintellektuellen, die die Anliegen der 68er-Bewegung insofern noch für relevant halten, als es um die Aufklärung der Rassenideologie der Nazis ging, um dass NIE-WIEDER des Holocaust als eine der zentralen Botschaften. Der zunehmend gesellschaftsfähige Antisemitismus bei linken wie rechten Dumpfbacken geht mir ungeheuer auf die Nerven. Er ist dumm und antiintellektuell und ignorant. Ich habe darauf einfach keinen Bock. Ich würde mich über eine stärkere ideologische Übereinstimmung freuen, ohne den Druck, mich verteidigen zu müssen. (Soweit ist es irgendwie durch die Hintertür wieder, dass man sich neuerdings für seine Aufgeschlossenheit gegenüber
WeiterlesenKretsche redet Tacheles
Montag. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat anlässlich des islamischen Ramadan-Fests mehrere deutsch-türkische Verbände und auch türkische Diplomaten zu einem Fastenbrechen in den Räumlichkeiten der Landesregierung eingeladen (Yeni Posta, 01. Juli 2016). Allerdings hat er nicht nachgedacht oder extra lange nachgedacht, jedenfalls ließ Kretsche beim Fastenbrechen nicht nur alkoholische Getränke ausschenken, sondern er äußerte bei der Gelegenheit auch noch scharfe Kritik an der Türkei und am türkischen Staatspräsidenten Erdogan, und so endete das Fastenbrechen mit einem Eklat. Einige deutsch-türkische Vertreter und türkische Diplomaten verließen die Veranstaltung unter Protest. In den sozialen Medien wird Kretschmanns Aktion als „mutig“ gewertet. Na ja,
WeiterlesenIntoleranz
Mein Beitrag zur wachsenden Intoleranz: Ich akzeptiere nur noch Menschen, die das Talent zum Differenzieren haben.
WeiterlesenMein erstes Mal
Sonntag. Der Abend gestern mit „Theatersport“ im ausverkauften LTT-Saal (großartig!) und anschließendem EM-Spiel in der LTT-Kneipe endete um zwei Uhr nachts. (Soviel ich weiß, mein bisher erstes und einziges komplettes Fußballspiel.) PM angefressen wegen Elfmeterschießen. Autokorso und Fan-Ansammlungen führten zur Sperrung der Neckarbrücke. Langes Sonntagsfrühstück mit Steve und Wolfgang. Alle reden heute ambitioniert von der Verlängerung und den verschossenen Toren beim Elfmeter. Ich halte mich da zurück. Sagen wir mal, es gibt Dinge, bei denen ich mich besser auskenne. Unser fast schon traditioneller Spaziergang durch die Wagenburg, die PM so liebt, dann der übliche SonntagsAbschied, da müssen wir durch, sozusagen. Mit
WeiterlesenSchnaken
Neues aus dem „Amt“: Kiron (weinerlich): Ich kann mich gar nicht konzentrieren. Ich hab mindestens 50 Mückenstiche. Lenni: Auf dr Schwäbische Alb war Schnakefeschtival!
WeiterlesenFriedliche Zeiten
Freitag. Eineinhalbstündiges Gespräch mit der Lit.agentur. Positive Rückmeldung, alles in Ordnung. Weitere Richtung festgelegt, ein ausführliches Vor- und Nachwort sollen noch geliefert werden. Nach dem „Amt“ nach Hause, weitergearbeitet. Um 17 Uhr Friedrich aus Bremen getroffen, der seit zwei Tagen in Tübingen weilt und aktuell einen Besuchsmarathon abarbeitet; ich bin die Nr. 3 auf seiner noch recht langen Liste. Im Neckarmüller peaceful in der Sonne gesessen und von alten und neuen Zeiten gequatscht. Ein Bad genommen, Wohnung aufgeräumt, Treppenhaus, Blumen etc, um 22 Uhr kommt PM. Schöner warmer Abend, wir sollten mal wieder in der Tangente Jour im Freien sitzen
WeiterlesenAus
Donnerstag. Die da über die Brücke läuft und gleich in der Unterführung verschwindet, trägt ihren runden Rücken und die weiße Riementasche, die nie modern war, mit sich nach Hause. Sie spielt nicht. Das Spiel ist schon längst aus.
WeiterlesenGötz George ist tot
Montag. Das gibts nicht! Der Deutsche Film ohne Götz George … 2016 ist ein Jahr der tragischen Ableben. Nach David Bowie und Prince jetzt also The Body G.G., der schönste deutschsprachige Darsteller forever! Der die Action-Szenen alle selber gespielt hat, der Filmemachen als eine politische Aufgabe angesehen hat, der dem Ruhrpott mit jeder Schimanski-Folge eine Deutung verliehen hat. Nicht zu vergessen: Der einer parkaähnlichen Jacke mit vielen Taschen zum modischen Dauerdurchbruch verholfen hat. Oder welcher Mann über 35 hat nicht irgendwo im Kleiderschrank seine Schimmi-Jacke hängen? Kurz: Ein Urgestein, ein Relikt aus Zeiten, als das Fernsehen noch was zu melden hatte. Das
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