Solidarität ist Radikalität. (Susanne)
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Literarisches Quartett
Samstag. Das neue Literarische Quartett halte ich nur schwer aus. Biller kritisiert Grossmann wg seiner Israel-Stereotype, das finde ich noch okay und nachvollziehbar. Ansonsten ist mir die Sendung peinlich im Sinne von anhaltender Pein. Biller spielt MRR und Westermann spielt Sigrid Löffler. Biller schlägt aber unter die Gürtellinie, am liebsten unter die von Westermann, was MRR so nie gemacht hätte. Biller glaubt offensichtlich, dass nur Männer komplexe Romane schreiben können und dass Frauen über 50 keinen Sex mehr haben. Die diskriminierenden Stereotype, gegen die er sich einerseits wehrt und durch die er sich bedroht fühlt, wendet er auf anderer Seite
WeiterlesenSchnee
Donnerstag. Dicke Schneeflocken auf meiner dicken Steppjacke. In drei Tagen ist 1. Mai, da beginnt die strumpflose Zeit, eigentlich. Vor einer Woche noch in der Sonne gefletzt und heute blickdichte Strumpfhosen, Winterstiefel und Handschuhe. Anpassungsfähige Tierchen sind wir. Am Morgen irritierter Blick in das Schneetreiben vor dem Fenster, am Nachmittag Flirt mit High-Heel-Sandaletten im Hippielook. (Nicht gekauft). In der Nacht bis 2 Uhr Steuer gemacht, Quittungen sortiert und zusammengerechnet. Da hast du dann die Zahlen alle auf dem Tisch liegen. Ich habe für 1175 Euro Bücher gekauft und bin für 1926 Euro Zug gefahren. Gar nicht davon zu reden, was auch noch im vergangenen Jahr
WeiterlesenUnd noch eine Geschichte
Mittwoch. Wunderbares Interview mit einer wunderbaren Frau. Ich kenne sie aus Filmen, und jetzt sitze ich in ihrem Wohnzimmer mit Panoramablick und esse Pflaumenkuchen. Eine, die erzählen kann. Mit ihrer wohltuenden Stimme. Unaufgeregt, strukturiert. Sie hat Wichtiges zu sagen. Was für ein Nachmittag, was für eine Geschichte.
WeiterlesenDas Schweigen der Väter
Gerade einen sehr berührenden Dokumentarfilm von André Herzberg gesehen: Die Suche nach der Identität. Schon strange, wie sich die Geschichten gleichen, egal ob in Ost- oder Westdeutschland. Wie verstörend ängstlich verborgene Familientabus – zum Beispiel das Jüdischsein – auf unsere Generation wirken, um dann, Ironie der Geschichte, umso stärker hervorzubrechen… Bei allen biografischen Unterschieden finde ich so viel Nachvollziehbares in Herzbergs Geschichte, dass sie mich jetzt nicht mehr loslässt, und das ist ja der Sinn einer guten Doku.
WeiterlesenWarten
Oje, wenn PM sich mal 12 Stunden nicht meldet, drehe ich durch …
WeiterlesenAls wäre
Dienstag. Gerade frage ich mich, während ich die müde Kaffeeplörre aus transparentdünnem, folglich brandheißem Plastikbecher schlürfe und das Stück Welt zwischen Mainz und Mannheim an mir vorbeiziehen lasse (durch die Erhabenheit des Zugfensters), was sie heute im „Amt“ ohne mich machen. Komisches Gefühl. In B.N. so krank geworden, dass ich nicht nach Hause fahren konnte. Der Winter ist zurück. Außentemperatur um die 7 Grad, der Himmel ein Wolkengebräu, dazwischen babyblaue Fenster, die der Wind sofort wieder zuschiebt. Aber die Wiesen sind knallgrün und knallgelb und reichen bis an den Horizont, wo sich Windräder drehen und Hügelketten verblassen, als wäre es
WeiterlesenGrenzen
Samstag, B.N. Beim Einkaufen die Ex von PM getroffen und kennen gelernt. Umarmung, ob du willst oder nicht, ansonsten alles harmlos, unaufregend, fast schon tiefenentspannt. Ich verstehe jetzt das Erstaunen mancher Leute bei M. und mir. Es gibt Partner, denen entwächst du einfach mit den Jahren. Nicht ihre Schuld, aber deine auch nicht. Nur, dass die das eher zu realisieren scheinen als du selbst. Und dann geben sie dir nochmal den finalen Arschtritt aus lauter Wut über ihren eigenen Stillstand. (Später ist man ihnen vielleicht sogar dankbar …) Kreative können nicht stillstehen/stehenbleiben. Selbst wenn sie wollten. Sie wollen aber gar
WeiterlesenWG – people
Freitag. Dann sind wir ab Mai wieder eine Dreier-WG. Die Neue, eine lebendige, in Trennung lebende Theologin, arbeitet – deadline im Sommer – an ihrer Promotion und passt mental und auch sonst zu Steve und zu mir. Beim WG-Casting war die Sache schnell durch. Die eine wollte alles anders, die andere kam erst gar nicht. Bei Karina wurden aus der vorgesehenen halben zwei ganze Stunden. Sie quasselt, bis der Arzt kommt, lacht viel und gerne, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, wie seinerzeit Steve, der mich eben mal umdrehte, wo ich bei wg-gesucht.de doch ausdrücklich „Mitbewohnerin“ geschrieben hatte … Hab ein
WeiterlesenEin Mittwoch
Mittwoch. Heute Nachmittag zwei Luxusstunden auf der Terrasse in der Sonne gelegen, gelesen und geschlafen. Abends mit T. im HAUPTbahnhof gegessen. Jetzt noch bisschen arbeiten, K. Barths Dialektische Theologie auffrischen …, extrem theoretisch, das Innovative/ Explosive kaum noch nachvollziehbar …
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