Danke Alice! Danke Emma!

Offener Brief an Bundeskanzler Scholz EMMA Redaktion hat diese Petition gestartet Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wir begrüßen, dass Sie bisher so genau die Risiken bedacht hatten: das Risiko der Ausbreitung des Krieges innerhalb der Ukraine; das Risiko einer Ausweitung auf ganz Europa; ja, das Risiko eines 3. Weltkrieges. Wir hoffen darum, dass Sie sich auf Ihre ursprüngliche Position besinnen und nicht, weder direkt noch indirekt, weitere schwere Waffen an die Ukraine liefern. Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich, alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können. Wir

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Kirchengeld

Dienstag. Immer wenn ich denke, schlimmer gehts nimmer, setzt die Erzdiözese Köln noch eins drauf. Anfang April kam ans Licht, dass Kardinal Rainer Maria Woelki aus dem Sozialfonds, mit dem auch Hilfen für Missbrauchsopfer finanziert werden, die Spielschulden eines Priesters beglichen hat, inklusive Zinsen und Steuern: gut eine Million Euro. Was schockiert mehr – die Zahl oder die Geldquelle? Die Großzügigkeit gegenüber dem spielsüchtigen Kirchenmann verträgt sich jedenfalls schlecht mit dem Gefeilsche um Entschädigungsleistungen für die Betroffenen. Schon in den vergangenen Jahren war dem umstrittenen Kardinal immer wieder vorgeworfen worden, die Aufklärungsarbeit von Sexualstraftaten im Bistum auszubremsen und statt dessen

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WE im Fluss

Sonntag. Da erzähle ich meinem Nachbarn von den beiden leerstehenden Zimmern, die vor der Pandemie immer an Student*innen vermietet waren, dass ich überlege, sie ukrainischen Geflüchteten zur Verfügung zu stellen. Und er sagt, da sei ich bei ihm goldrichtig. Er sei es nämlich, der für die Verteilung von Geflüchteten auf den freien Wohnraum zuständig ist (was ich nicht wusste). Allerdings seien im Kreis Tübingen bisher noch nicht so viele angekommen, wie vermutet. Er wird Ausschau halten … Schon am nächsten Tag hat sich die Lage geändert. Mein lieber T. ist für ein paar Tage eingezogen. Er befürchtet, sich bei einem

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U-Turn

Freitag. Frühlingssonne, 25 Grad, Shirts & Sandalen und Schlangen vor den Eisdielen. Trotzdem ist es anders als in anderen Jahren, die Leichtigkeit ist den Menschen abhanden gekommen. Ellenbogen statt Charme, muffige Gesichter und fiese Kommentare statt eines Lächelns. Wenigstens einen persönlichen Tagessieg will man herausschlagen, wenn sonst schon alles den Bach runtergeht – und sei es bloß, der Erste am Bäckereingang zu sein oder an der Ampel den schnellsten Start hinzulegen. Von Zeitenwende wird gerade viel geredet. Stimmt. Allerdings wird die Zeit um 70 Jahre zurückgedreht. Wieder stehen sich Ost und West als Feinde gegenüber, alle rüsten auf. Muss irgendwie

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Keine freie Stimme

Donnerstag. Doschd, der letzte freie Sender Russlands, hat seine Arbeit eingestellt.  Die Mitarbeiter*innen, allen voran Sendergründerin Natascha Sindeewa, haben sich voneinander und von ihrem Publikum verabschiedet, es wird vermutet, dass sie Russland verlassen müssen. In der letzten Sendung hat sich der Senderchef über das Verbot, den Ukrainekrieg als Krieg zu bezeichnen, hinweggesetzt: Das nennt man Krieg!, hatte er kommentiert. Ein weiterer Sieg der sich verschärfenden russischen Diktatur: Jetzt gibt es keine freie Stimme mehr. Auch Twitter und YouTube werden in Russland zensiert und sollen, wenn die Gerüchteküche stimmt, demnächst ganz blockiert werden.

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Wo sind die Milliarden?

Mittwoch. Seit 2014, genauer, seit der Maidan-Revolution, hat die USA die Entwicklungshilfe für die Ukraine von bisher 200 Millionen Dollar jährlich auf 320 Millionen US-Dollar pro Jahr aufgestockt. Dazu kam und kommt seit 2014 militärische Unterstützung in ungefähr der gleichen Höhe unter allen drei Präsidenten Obama, Trump und Biden. Neben Geld und Waffenleistungen bilden seit den 1990er Jahren US-Militärtrainer und andere westliche Nationen auch noch ukrainische Soldaten an den gelieferten Waffen aus. Die EU gewährt der Ukraine seit 2014 Zuschüsse und Kredite im zweistelligen Milliardenbereich (Infrastruktur wie Straßen und Energieeffizienz, Gesundheitsversorgung und andere soziale Zwecke). Zahlreiche von der EU finanzierte

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Frohe Ostern

Ostersonntag. Vor einer Woche hat unser OB Boris Palmer öffentlich einen Ginko-Setzling gepflanzt. Das Besondere an diesem Bäumchen ist, dass sein Samen von einem Baum stammt, der den Atombombenabwurf auf Hiroshima überlebt hat. Der widerstandsfähige Ginko Biloba war der einzige Baum, der kurz nach der atomaren Katastrophe in Hiroshima wieder austrieb. Für Japaner ist er deshalb zum Symbolbaum für die Überlebenshoffnung nach Katastrophen geworden. Auch bei uns steht die charakteristische Zweiteilung des Blattes für Versöhnung der Gegensätze, für Frieden und Ausgleich. Berühmt geworden ist der Baum, der 1000 Jahre alt werden kann, durch Goethes Gedicht Ginko Biloba (1815): Dieses Baums

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9 Monate danach

Weite Teile der Infrastruktur im Kreis Ahrweiler – hier Bad Neuenahr – funktionieren auch neun Monate nach der Jahrhundertflut noch nicht. Landschaft, Brücken und Gebäude sind radikal zerstört, die Menschen traumatisiert.

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Kriegslüstern

Donnerstag. Anton Hofreiter tritt in die Fußstapfen des satiretauglichen ukrainischen Botschafters Melnyk. Während Melnyk das Maß bei seinem Deutsche-Politiker*innen-Bashing verloren hat und nur noch pöbelt, fordert der Grüne Hofreiter gestern: „Wir müssen jetzt endlich anfangen, der Ukraine das zu liefern, was sie braucht, und das sind auch schwere Waffen.“ Seine Ansagte erfolgt unmittelbar, nachdem die Ukraine Bundespräsident Steinmeier ausgeladen und ihn zur „unerwünschten Person“ erklärt hat. Dagegen beweist Bundeskanzler Scholz durch sein einfach mal nichts Sagen das Rückgrat, den immer maßloseren Forderungen des Selenski-Circles zu widerstehen. Konkret: Der Gier nach Krieg zu widerstehen. Kein Wunder, dass eine österliche Stimmung gerade

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