Stimmt so

Sonntag, B.N. Solche Tage, wo du das Gefühl hast, alles stimmt so, wie es ist, und du hast doch einiges richtig gemacht, Tage eben wie der Sonntag heute, und die richtigen wichtigen (liebsten) Leute rufen an und du hast ein gutes Gespräch mit L. und mit T. und hörst PM’s Lachen aus der Küche, und der Kaffee duftet und das Laub durch die Tür zum Garten auch, und die Arbeit ist getan und der Koffer schon gepackt und dann klappts auch noch mit der Bahn – du stehst inzwischen auf dem Hbf Koblenz, wohin die Bahn-App dich geschickt und PM mit durchgedrücktem

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So weit, so mainstream

Warum war die Sendung mit Anne Will und der Bundeskanzlerin über die Flüchtlinge in Europa (Die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise, 07. Oktober 2015) so langweilig? Weil die Kanzlerin jedes aussagekräftige Statement vermied. Interessant wäre gewesen, über die Ursachen der Flucht zu erfahren. Warum auf syrischem Boden hemmungslos die Großmächte agieren, welche Rolle der Westen spielt und welche die arabischen Nachbarstaaten – dazu hätte mich Merkels Meinung interessiert. Mit keinem Satz weist die Bundeskanzlerin jedoch darauf hin, dass die vom Westen angezettelten Kriege von Libyen über Syrien und Irak bis Afghanistan einer der wesentlichen Gründe dafür sind, dass Menschen fliehen. Und

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Das war Mord

Samstag, B.N. Das von den Ärzten Ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres) betriebene Krankenhaus in Kunduz/Afghanistan wurde nicht „versehentlich bombardiert“, wie das Pentagon sich seit Tagen herauszureden versucht. Es wurde gezielt von einem amerikanischen AC-130 Hercules Spectre Gunship angegriffen. Das Krankenhaus steht allein auf einem ansonsten unbebauten Gelände und konnte mit keinem anderen Gebäude verwechselt und schon gar nicht von einem „Irrläufer“ getroffen werden. Zur Zeit des Luftangriffs befand sich kein Taliban mehr in der Klinik. Der Taliban, der davor von den Ärzten behandelt worden war, trug keine Waffen bei sich. 24 Menschen starben, 37 weitere wurden verletzt. Dieser Angriff ist

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Alles ist im Fluss

Donnerstag. Dorles Geburtstagsparty. OmG, war ich müde. Viele liebe Menschen wiedergesehen. Musste daran denken, wie ich bei Dorle einmal eingeschlafen bin, mitten im Fest, weil ich so fertig und runter mit den Nerven war, das war schön mit diesen Stimmen und Klirren und Krach im Hintergrund, die haben mich da einfach weiterschlafen lassen, weil es das einzige war, was ich brauchte. Von W. habe ich die Boxen übernommen. Er hat sich, samt High-Tech-Anlage, neu eingerichtet, alles erste Sahne in edlem Weiß-Anthrazit. Und da stehen sie nun bei mir, diese hohen, schwarzen Türme mit ihrem dominanten, männlichen Touch.Zuerst habe ich versucht

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Fotosession

Dienstag. Nachdem die Fotografin wieder weg war, sah es aus, als würde ich umziehen. Verstellte Möbel, Kleiderberge …  An die 500 Bilder hatte sie zum Schluss, von denen eine Auswahl-CD gleich an die Agentur ging. Das war im August. Jetzt: Agenturvertrag, Buchmesse, Hoffnung … Ich glaube an mein Projekt, arbeite weiter und mach mein Ding.

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Schmerzen

Samstag. Schmerzen in der Schulter. Zurück. Ich dachte, sie wären erledigt, aber sie kommen wieder. Vielleicht notwendig. Bei Schmerz fühlst du deine Endlichkeit. Und ich fühle (mich) doch so gerne unendlich –  

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Spiegels mieser Journalismus

Freitag. Gazastreifen: Israelische Soldaten töten mindestens 3 Palästinenser, postet spiegel.de heute in fetten Lettern. An solche Artikel kannst du nur noch mit höchstem Misstrauen rangehen. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, sie zuende zu lesen. Jede Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt fängt beim Spiegel mit der israelischen Aggression an. Hier: Israelische Soldaten haben drei Palästinenser erschossen. Erst wenn du den jeweiligen Artikel ganz gelesen hast, erfährst du, dass es IMMER eine zuvor erfolgte palästinensische Aggression war, was die israelische Reaktion auslöste. Das ist subtile Leser-Manipulation im Gewand vorgeblicher Objektivität. Und die entsetzt mich.

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Tender Bar

Mittwoch. „Jeder hat einen heiligen Ort, eine Zufluchtsstätte, wo sein Herz reiner und der Verstand klarer ist, wo er sich Gott, der Liebe, der Wahrheit oder dem, was er anbetet, näher fühlt. Mein heiliger Ort war Steves Bar – mit allen Vor- und Nachteilen. Und weil ich sie in meiner Jugend entdeckte, war sie mir umso heiliger und ihr Bild von jener besonderen Ehrfurcht getrübt, die Kinder Orten zugestehen, an denen sie sich geborgen fühlen. Andere hegen solche Gefühle vielleicht für ein Klassenzimmer oder einen Spielplatz, für ein Theater oder eine Kirche, für ein Labor, eine Bibliothek oder ein Stadion.

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Der Staat gegen Fritz Bauer

Dienstag. Und abends mit Dorle ins Kino: Der Staat gegen Fritz Bauer. Von der Handlung her etwas zäher als Im Labyrinth des Schweigens, aber nicht weniger informativ. In der Politik gibt es – wieder mal – keine Guten und keine Bösen. Was ich nicht wusste: Fritz Bauer wollte Eichmann in Frankfurt den Prozess machen, doch Israel wollte Eichmann nicht ausliefern. Eichmann hätte durch seine Aussagen die Bombe platzen und zahlreiche deutsche Nazipolitiker hochgehen lassen können. Daran bekundete der israelische Staat aber gar kein Interesse – hatte er doch gerade einen Waffendeal mit Deutschland am Laufen. Das muss man sich mal

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