Jetzt also Nizza

Und wieder hat so ein gewaltgeiler IS-Psychopath zugeschlagen. Diesmal an der europäischen Mittelmeerküste, ganz wie angekündigt … Und wieder werden die Gebetsmühlen in Gang gesetzt, dass die Sache nichts mit dem Islam zu tun habe, dass die Banlieues Schuld seien … 84 Menschen. Mit dem LKW überrollt. Kein Kommentar.

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Glück am Morgen

Freitag. Heute Morgen eigentlich kein besonderer Anlass zum Glücklichsein, ich war es aber. So aufgewacht, Lage gecheckt, das offene Fenster im Blick – der Himmel, der Wind, Geräusche von draußen – und wusch!, eins mit der Welt. Vielleicht, weil ich weiß, dass ich alles, was ich sehe, heute Abend wiedersehe, dass alles, was ist, heute Abend immer noch ist. Diese Gewissheit, fast hat sie etwas Hochmütiges – Und vielleicht habe ich ja doch einen Anlass … heute Abend. Berlin ist jetzt klar gemacht. Während der fünf Tage kann ich bei H. und K. wohnen, das passt. Ich kenne sie erst

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Konkrete Angst

Dienstag. Der Name Michail Gorbatschow steht im Westen für die Beendigung des Kalten Krieges sowie die darauffolgenden Abrüstungen. Für diesen historischen Erfolg wurde er 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wenn eben dieser Gorbatschow nun der Nato Kriegstreiberei vorwirft und warnt: „Von einem kalten Krieg geht die Nato zu den Vorbereitungen für einen heißen (Krieg) über“ (so auf dem Nato-Gipfel in – ausgerechnet! – Warschau am Freitag, den 08.07.2016 ), dann lässt mich das keineswegs kalt, sondern macht mir eine ganz heiße, ganz konkrete Angst. Als am 1.September 1939 der 2. Wk mit dem Angriff auf Polen begann, nach vorangegangenen, massiven

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Leben und Planen

Montag. Sonniges, ruhiges WE in B.N. im Garten, im Pool, beim Italiener in der Abenddämmerung. Viel gequatscht, gelesen, gearbeitet. Die Planung der Sommerferien steht: ein paar Tage Berlin (1. Interview, 2. Kennenlernen einer bislang unbekannten Cousine, die mich nach meinen BlogBeitrag über Wolfgang Kaskeline, was ihr Großvater und mein Großonkel ist, sozusagen aus dem Nichts kontaktiert hat.) Dann zwei Wochen mit PM durch Italien! Besonders auf Assisi, Perugia und Mailand freue ich mich riesig. Sehnsuchtsorte, schon so lange … Und später auch noch nach Kiel zu Jerome und Beret, endlich mal wieder. Auf meine Cousine und evtl. ihre Familie bin

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Auf dem Nebelpodium

Samstag, B.N. Sterben tun nur die anderen. Und dieses Jahr sterben gefühlt irgendwie besonders viele. Jedenfalls viele, um die wir ganz besonders trauern. David Bowie, Prince, Götz George und einen Tag später Bud Spencer – was ist da nur los? Da ist gar nichts los. Es sterben so viele, wie immer sterben. Nur sind das jetzt verstärkt Leute aus der Generation, die viel zu unserer Kultur beigetragen haben, die wir kennen und die uns vertraut sind. Mit denen wir aufgewachsen sind. Deren Gesichter und deren Ideen zu unserem Leben gehört haben. Ob sie schon dran sind oder viel zu früh

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Wachsen über den Dächern

Mittwoch. Jetzt also auch noch eine Kräuterecke. Mein Gärtchen ist eigentlich eine Dachterrasse. Die ist sogar ziemlich groß. Früher, in meinem alten Leben, standen da drei Töpfe mit Rosen herum. Die haben mich nie interessiert. Ich hab sie vergessen zu gießen, und irgendwann sind sie vertrocknet. Drei Jahre lang wucherten Unkraut und Moose zwischen den Steinplatten und über die Kiesränder. Jetzt aber ist Dornröschen erwacht, schüttelt den Staub von den Kissen und staunt. Siehe da, so viel ungenutzte Fläche. Da muss doch was her, was was her macht. Und also entsteht jetzt mein Gärtchen. Mich interessiert die Fülle. Ich mag

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Kultur anders

Dienstag. Mein Gärtchen gedeiht. Bin ganz verrückt danach. Heute nochmal Nachschub geholt: Rosen, Lavendel, Strandastern. Zwei große Buchsbäume. Und noch mehr Töpfe aus Sandstein und Ton. Wie auf den italienischen Terrassen sieht es bald aus, so ein stylisch unbekümmertes Pflanzensammelsurium. Mit einem bakteriellen Raupenvernichtungsmittel hab ich ganz professionell die Rosen eingesprüht. Womit jetzt sozusagen eine Mini-Nahrungskette in Gang gesetzt ist. Es gibt dehnbare Gartenschläuche. Muss man auch erstmal wissen. Sehr zielführend.

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Austausch

Was mich vermehrt interessieren würde, wäre ein Austausch mit Linksintellektuellen, die die Anliegen der 68er-Bewegung insofern noch für relevant halten, als es um die Aufklärung der Rassenideologie der Nazis ging, um dass NIE-WIEDER des Holocaust als eine der zentralen Botschaften. Der zunehmend gesellschaftsfähige Antisemitismus bei linken wie rechten Dumpfbacken geht mir ungeheuer auf die Nerven. Er ist dumm und antiintellektuell und ignorant. Ich habe darauf einfach keinen Bock. Ich würde mich über eine stärkere ideologische Übereinstimmung freuen, ohne den Druck, mich verteidigen zu müssen. (Soweit ist es irgendwie durch die Hintertür wieder, dass man sich neuerdings für seine Aufgeschlossenheit gegenüber

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Kretsche redet Tacheles

Montag. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat anlässlich des islamischen Ramadan-Fests mehrere deutsch-türkische Verbände und auch türkische Diplomaten zu einem Fastenbrechen in den Räumlichkeiten der Landesregierung eingeladen (Yeni Posta, 01. Juli 2016). Allerdings hat er nicht nachgedacht oder extra lange nachgedacht, jedenfalls ließ Kretsche beim Fastenbrechen nicht nur alkoholische Getränke ausschenken, sondern er äußerte bei der Gelegenheit auch noch scharfe Kritik an der Türkei und am türkischen Staatspräsidenten Erdogan, und so endete das Fastenbrechen mit einem Eklat. Einige deutsch-türkische Vertreter und türkische Diplomaten verließen die Veranstaltung unter Protest. In den sozialen Medien wird Kretschmanns Aktion als „mutig“ gewertet. Na ja,

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