Schöne Begegnung

Dienstag.B.N. Schöne / herzliche / überraschende Begegnung in Bonn-Bad Godesberg mit einer Leserin meines Blogbeitrags Auschwitz ist überall. Daraufhin hatte sie mich kontaktiert und eingeladen: Sie war jahrelang die Sekretärin und Mitarbeiterin meines Großonkels Wolfgang Kaskeline. Seltsam, über die eigenen Familienangehörigen weiß man manchmal so gut wie nichts. W.K. hat nicht nur gemalt und gezeichnet, er hat auch Geschichten geschrieben und Dokumentarfilme gedreht. Bei Kaffee und selbstgebackenem Käsekuchen stöbern wir in Bildern und Texten von ihm. Ich bekomme ein abstraktes Ölgemälde geschenkt. Es gefällt mir. Ich weiß schon, wo ich es aufhänge. In Familien dominieren oft Gerüchte die Tatsachen, leider …

Weiterlesen

Rosenmontag

Montag. Auf den Bahnsteigen von Mainz ziehen verkleidete Truppen – Prinzengarden, Monster, Kinderfeen – an unbeteiligt vor sich hin starrenden Reisenden vorbei. Die einen sind im Feier- , die anderen im Arbeits- oder Urlaubsmodus. Läuft so parallel – stehen zwei nebeneinander, sagt der mit der roten Pappnase: ich feiere gerade. Sagt der andere: Ich nicht. Auch in den Regionalzügen sitzen verkleidete Fahrgäste. Sie haben bunte Perücken auf, tragen Raketen oder Besen oder Leitern auf dem Rücken und fahren als Astronaut oder Putzfrau oder Schornsteinfeger von A nach B. Alles ganz peacefull. Die Polizei von NRW hat die Asylanten aufgefordert, sich von Umzügen fern

Weiterlesen

Meine Wohnung

Ein Haus oder eine Wohnung ist ein Ich mit vier Wänden, sagte Carolin Emcke im November letzten Jahres bei einem Vortrag in Tübingen. Bin ich meine Wohnung? Ist meine Wohnung ich? Wenn ich nach Hause komme, sind da meistens meine beiden Mitbewohner oder wenigstens einer von ihnen. In der Regel freue ich mich darüber. Wir quatschen etwas und dann geht jeder seines Weges, sprich: in sein Zimmer. Wenn ich mich mal nicht freue und schon weiß, dass ich mich nicht freue, gehe ich direkt in mein Arbeitszimmer und mache die Tür zu. Das ist ein Signal. Niemand würde es wagen,

Weiterlesen

Einsamkeitsgesellschaft

Freitag. Wenn ich heute zwei relativ beliebige Beiträge von Spiegel-online zusammen nehme: den grausigen Video über den Tod einer jungen Frau durch ihren geistig verwirrten Freund und den Bericht über das Werk des Ausnahmeautors und maximal Depressiven David Foster Wallace, dann steht am Anfang aller depressiven Zustände und sehr vieler Verbrechen das Grundleiden Einsamkeit. In derselben Spiegel-Ausgabe – Zufall? – erfahre ich, dass die Zahl der Menschen mit Depressionen weltweit rasant ansteigt: Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren 2015 rund 322 Millionen Menschen betroffen, 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Das sind gut 18 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Wie wird

Weiterlesen

Kontakt

Sehr komplizierte Kontaktaufnahme zwecks Gewinnung eines potentiellen Interviewpartners mit einem sehr komplizierten Kontaktformular. HATE!, wenn die Technik nicht will, wie ich will. Aber diesen Kontakt will ich …

Weiterlesen

Schreibwerkstatt

Dienstag. Ganz konkret wird jetzt die Lesung mit meiner Schreibwerkstatt. Die Mädels und Jungs – ja, mittlerweile haben wir auch einen schreibenden Kerl – sind aufgeregt / nervös. Termin ist der 07. März bei Rosa Lux (Tübinger Buchhandlung). Die Plakate hängen aus, die Flyer sind alle verteilt. Den coolen Entwurf verdanken wir T. und seinem professionellen Know how. Vorhaben nach und nach umzusetzen heißt, sich neue Realitäten anzueignen (Kulturamt …?). Die jährliche Anthologie wird es auch wieder geben. Texte aus der Schreibwerkstatt, diesmal aber auch Texte aus dem Unterricht mit speziellen Schreibaufträgen. Wir sind prominent vertreten …

Weiterlesen

Nur Geräusch

Montag. Heute eine Stunde lang Nichtstun. Dasitzen und andere arbeiten lassen. Das ganze Geschrei und Gelaber geht nicht an meine Adresse. Fliegt an meinen Ohren vorbei in andere Ohren. Keine Aufnahme, keine Verpflichtung, keine Aufmerksamkeit, kein Interesse, kein Auge, kein Ohr – ich bin körperlich da und funktioniere ganz legal nicht. Wie angenehm gefühlte tausend Stimmen klingen, wenn sie statt Sätze und Worte und Forderung nur Geräusch sind: wie Krähenkrächzen, Instrumente stimmen, Donnergrollen, Meeresrauschen, Gläserklirren, Windtanzen, Papierrascheln …

Weiterlesen