Freude im Herbst

Samstagmorgen. Mieterwechsel. Den Tag der deutschen Einheit habe ich genutzt, beide Gästezimmer samt Fenster und Balkon zu putzen, zusätzliches Bettzeug aus dem Keller zu holen und die Betten zu beziehen – diesmal kommen gleich zwei. Nachdem Dario wieder nach Venezuela abgezwitschert ist, ist meine Wahl auf eine Physikerin aus dem Iran gefallen – ich arbeite mich international durch. Bin sehr gespannt auf sie. Heute Nachmittag kommt sie an. Hoffe, dass es keine ideologischen Kollisionen gibt. Das andere Zimmer bekommt eine Pharmazie-Studentin aus Mainz, die am Montag direkt vom Bahnhof in die Uni rauscht und am Nachmittag mit ihrem Rucksack einigermaßen pünktlich hier aufschlagen sollte. Danach habe ich eine Lesung in der Begegnungsstätte Hirsch – engmaschiges Timing, wie üblich …
PMs Geburtstagsbescherung gestern Abend war schön, er hat sich, glaube ich, über alles sehr gefreut. Er schläft noch, es ist friedlich und herbstlich, auf die umgedrehte Zinkwanne auf der Dachterrasse prasselt der Regen, Gott sei Dank, nach den zwei letzten Sommern freue ich mich über jeden Tropfen, der vom Himmel auf die kranken Wälder fällt.
Großes Kompliment im „Amt“: Die Reise nach Eisenach sei die schönste Klassenfahrt ihres Lebens gewesen. Das sagten die Eltern auf dem für Rückblicke und Zukünftiges vorgesehenen Abend. Sie sagten auch sonst noch allerlei Erfreuliches. WarmUmsHerz. Meine mitunter unkonventionellen Entscheidungen passen ihnen, das ist nicht selbstverständlich. Freut mich! Sehr!
Und um das Maß voll zu machen, freue ich mich jetzt auf die frischen Doppelwecken vom Bäcker nebenan … muss sie bloß noch holen … wo ist der Regenschirm? … und am besten gleich ein paar mehr für meine neue Mitbewohnerin …

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Einheitsjubiläum

Donnerstag. „Im Osten fand keine Entnazifizierung statt …“ – lese ich gerade in einem Social Media Post. Abgesehen davon, dass Entnazifizierung etwas anderes ist als die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, was hier wohl eigentlich gemeint ist, ließe sich zu der Behauptung so einiges anmerken.
Einer meiner Vorfahren war Anwalt mit Spezialgebiet Entnazifizierung. Glaube bloß keiner, dass mit diesem Vorgang eine tiefergehende Gesinnungsprüfung einhergegangen sei! Wer den Persilschein bekam, war startklar für die Karriere in der BRD, aber der nationalsozialistische Virus war deshalb noch lange nicht ausgerottet – er saß tief und zudem gab es kaum einen, der damit nicht infiziert war.
Dagegen hat sich die DDR – bei aller berechtigten Kritik am SED-Staat – den Antifaschismus auf die Gründungsfahne geschrieben. Wer ehemalige DDR-Bürger*innen kennt, weiß, welchen Raum der Nationalsozialismus und seine Aufarbeitung im Schulcurriculum eingenommen haben. Der Faschismus war ein gängiges Thema, die Jugendlichen sind mit der Debatte aufgewachsen, während in unseren Klassenzimmern (Westen) das Wort über mindestens 3 Jahrzehnte überhaupt nicht existierte. Es ist eine sehr arrogante Pose des Westlers, die AfD-„Erfolge“ in den „neuen“ Bundesländern mit der mangelnden Faschismus-Aufarbeitung zu erklären. Die Menschen dort nennen andere Gründe – und die sollte man erstmal anhören, bevor man ohne Sachkenntnis und mit Vorurteilen beladen über die „neuen“ Bundesbürger ablästert, um selbst als großartig aufgeklärter Bayer oder Schwabe o.ä. dazustehen – aber die „neuen“ Bundesländer seit 30 Jahren nur aus dem Fernsehen kennt.

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Ach wie gut, dass niemand weiß –

Sonntag, B.N. Wir hören von der überwachungsstaatlichen digitalen Entwicklung in China und denken, Gott!, wie schrecklich, und gut, dass uns das nicht passieren kann! Bei den Chinesen scheint die digitale Technik als Herrschaftsinstrument längst Einzug gehalten zu haben in Gestalt der sog. Versager-App, die Gescheiterte, Verarmte, Ermüdete usw. kenntlich macht.

Man bekommt zum Beispiel angezeigt, wer dem Staat noch Geld schuldet, und soll dann zu ihm hingehen und ihn „ermuntern“, seine Schulden zu begleichen. Wenn er es nicht tut, darf er nicht fliegen, sich nicht auf Dating-Foren anmelden, seine Kinder kommen nicht aufs Gymnasium und so weiter. Ein Belohnungs- und Strafsystem mit Punktevergabe entscheidet über des Chinesen gesellschaftliche Stellung, ähnlich dem guten und schlechten Karma, das ein gläubiger Buddhist durch seine Lebensführung anhäuft und das am Ende darüber entscheidet, ob er im nächsten Leben Mensch oder Wurm wird.

Wir denken, dass uns nicht passiert, was den Chinesen passiert, kaum dass sie über eine rote Ampel laufen oder im Vorbeigehen eine Weintraube stibitzen und sich dabei dummerweise von einer der allgegenwärtigen Kameras erwischen lassen. In dumpfer Leichtgläubigkeit pimpen wir unser Wissen mit Google auf, bestellen bei Amazon unsere Feierabendlektüre, tauschen uns auf Facebook über die letzte Landtagswahl aus und verabreden uns auf WhatsApp für den nächsten Workshop.

„We know where you are. We know where you’ve been. We can more or less know what you’re thinking about!“, hat der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt schon 2011 die Welt wissen lassen. Mit jedem Klick liefern wir den drei MegaPlayern für lau, was sie reich und mächtig gemacht hat: Daten. Die Vorstellung, dass soziale Kontrolle im Sinne der Mächtigen vor allem die Kenntlichmachung der Ausscherer und Steuerung in die staatlich gewünschte Richtung bedeutet, verlangt nun nicht mehr allzu viel Fantasie.

Es liegt nicht an dem autoritären System in China – die Digitalisierung selbst enthält autoritäre Strukturen. Sie lädt geradezu zum Missbrauch ein.

Das Seltsame ist nur, dass die meisten Internet-User den Missbrauch zu akzeptieren scheinen. Mit dem neuen EU-Urheberrecht, bekannt als Art. 13 und durch das Schlagwort Uploadfilter, wird eine Infrastruktur geschaffen, die der Zensur in einem Maße den Weg ebnet, die der Orwell’schen Dystopie 1984 in nichts mehr nachsteht. Orwells Neusprech verlangt einfache Worte, keine Neuschöpfungen, keine Synonyme. Nur so ist Sprache kontrollierbar. Nur so sind Gedanken kontrollierbar, nein – nur so lässt sich das Denken überhaupt unterbinden. Der Uploadfilter, wie er angedacht ist, soll Plattformen wie YouTube, Facebook, Reddit, Twitter … dazu zwingen, Inhalte schon beim Hochladen zu prüfen und auffälliges Material herauszufiltern.

Was ist das denn anderes als Zensur? Und was ist auffälliges Material? Wie unterscheidet der Filter zwischen Satire und politischem Statement? Zwischen Originaltext und Intertextualität? Und wo wir schon so weit sind – ließen sich bestimmte Begriffe dann nicht gleich ganz rausfiltern? Etwa „Platz des Himmlischen Friedens“? „Snowden“? „NSA“? „Khashoggi“? Wer sie eingäbe, erführe – nichts. Die Begriffe würden im Netz nicht existieren. Es hätte nie einen vom saudischen Regime ermordeten, saudischen Journalisten namens Jamal Khashoggi gegeben, nie eine Enthüllungsgeschichte des Auslandgeheimdienstes NSA durch Edward Snowden, nie ein Abhören des Kanzlerin-Handys durch die NSA, nie ein Massaker auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens. Ihre Geschichten hätte es nicht gegeben, ähnlich wie es bei uns in den fünfziger Jahren keine Judenverfolgung gegeben hat. Nach wenigen Monaten wären sie im Meer des Vergessens verschwunden.

In Orwells 1984 sorgt das „Ministerium für Wahrheit“ für die öffentliche Amnesie: Winston Smiths Arbeit besteht darin, im Sinne der Partei Geschichtsklitterung zu betreiben, unbequeme Fakten, Daten und historische Ereignisse zu manipulieren oder für die Nachwelt zu löschen. Verordnetes Schweigen bzw. ein schweigendes Internet haben dieselbe Auswirkung. In China Realität. Und in der EU?

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Die Augen des anderen

Freitag, B.N. Als Frau Lüllich vom gleichnamigen Geschäft mir demonstriert, wie man den Sarah-Pacini-Pullover tragen kann, als Rollkragenpulli mit Schlitz über einer Schulter, als V-Ausschnitt mit weggeklapptem Rollkragen, im Carmenlook über eine oder beide Schultern gezogen, so dass die BH-Träger rausblitzen, weiß ich schon: das ist mein Stück. Ein It-Peace zum Herumspielen, im Internet findet man so was nicht, das muss einem jemand – ein Mensch – zeigen. Und als ich in die Bahn steige, nach so langer Zeit mal wieder, weil PM die letzten Wochenenden mit seinem Vater in Eisenach beschäftigt war, da fühle ich mich großartig. Ich trage den Pullover, der sehr lang ist und asymmetrisch dazu, mit dem orangenen Plisseerock, den A. und ich zusammen in Italien gekauft haben (und A. ihr rotes Kleid). Dazu habe ich dicksohlige Leoprint-Sneakers gefunden. Alles neu macht der Mai. Als wir in Reutlingen alle rausgeschmissen werden, weil der Zug defekt ist, und auf dem Bahnhof wieder diese Wahnsinnsrennerei anfängt, macht mir das fast gar nichts aus. So what!, mein Rock ist inzwischen nass geregnet, sieht aber immer noch gut aus, und nachdem ich irgendwie nach Stuttgart gekommen bin und den nächsten Zug nach Remagen erwische, ist er fast schon wieder trocken. Ich weiß, dass PM mich abholen wird, und da steht er dann auch und freut sich, und ich freue mich, und wie! Er bewundert den Rock und den Pulli erst und meine neuen Haare, die Bauhaus-mäßig streng geschnitten sind, weil mein neuer Friseur meint, das müsse jetzt so sein. Ein Schnitt wie Marianne Brandt, irgendwie. Sieht ein bisschen nach dem „Amt“ aus!, findet allerdings PM und grinst. Ich muss an Die Eingeschlossenen von Sartre denken, genauso ist es. Du brauchst nur einen, in dessen Augen du dich spiegelst, dann kannst du auf den Rest der Welt scheißen (was du manchmal tun musst, reiner Selbstschutz). Der Eine, PM, hat ganz wunderbare Sachen aus Eisenach mitgebracht, frische Leberwurst und Brötchen und meinen geliebten Rhonland-Eierlikör. Ich führe ihm die Variationen meines neuen Pullovers vor, bei der schulterfreien meint er, aber doch nicht im „Amt“!, und er trägt meinen Koffer schon mal hoch, und sein Haus ist warm und gemütlich.

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Schlechte Nachrichten

Donnerstag. Die schlechten Nachrichten folgen auf den Fuß: Einen Tag, nachdem Trump sich über Greta T. lustig gemacht hat – „Sie wirkt wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut …“ – erfährt die Weltbevölkerung von der massiven Gletscherschmelze am Mont Blanc. Täglich um 50 cm bewegt sich ein Riesengletscher im Dreiländereck voran … 250.000 Tonnen Gletschermasse könnten noch runterbrechen, der Meeresspiegel auf einen Schlag ansteigen, die Städte, die Menschen an den Küsten glattweg verschluckt werden … ich lese zu viel durcheinander, sollte vielleicht gar nichts mehr lesen … wie hält man solche Nachrichten aus?

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„Die Autorin spricht mir aus der Seele“

PetziPetra 5,0 von 5 Sternen Darüber reden 16. August 2019 Format: Gebundene Ausgabe Die Autorin spricht mir aus der Seele.

„Wie gehen wir mit dem Tod unserer geliebten Menschen um?
Geht es den Anderen genauso, wie mir, habe ich mich oft gefragt.
Darüber reden ist für viele immer noch ein Tabu.
Warum?
Sie hat mit vielen unterschiedlichen Menschen gesprochen. Welche die Trauer erlebt haben, welche die beruflich involviert sind/ waren.
Dadurch ist ein sehr intensives und hilfreiches Werk entstanden.
Ich denke da ist für jeden mindestens eine Geschichte dabei, wenn nicht mehrere. 
Mich haben sie sehr berührt..
Wenn man selbst mit der Trauer kämpft, liest man eine Geschichte und benötigt dann vielleicht eine Pause.
Ein hilfreiches Werk, das Mut zum darüber Reden macht! „

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Hauptwiderspruch

Dienstag. „Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.“ Das verkündet Greta Thunberg auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen, der vom 21. bis 23. September in New York stattgefunden hat.

„Ihr habt meine Träume und meine Kindheit gestohlen mit euren leeren Worten“, lässt sie die Mächtigen der Welt mit Tränen in den Augen wissen. Thunberg lässt sich nicht mehr aufhalten. Mit 15 weiteren Jugendlichen aus verschiedenen Ländern hat sie bei der UNO eine Menschenrechtsbeschwerde eingereicht. Die Jugendlichen werfen den Staaten vor, gegen die weltweit gültigen Kinderrechte zu verstoßen, indem sie zu wenig gegen den Klimawandel unternehmen.

Thunberg hat sich vorgearbeitet, endlich stellt sie die Systemfrage und nennt den Hauptwiderspruch beim Namen: Klimaschutz und Wirtschaftswachstum gehen nicht zusammen! Kapitalismus ohne Wachstum? Systemchange?, und was dann? Ob ihre Anhänger alle begreifen, was das bedeutet, was das für jeden einzelnen von uns bedeutet – sie bleibt dran. Und wir sehen da eine Bewegung heranwachsen, die der APO und der Studentenbewegung der Sechziger Jahre mit ihrem propagierten Marsch durch die Institutionen powermäßig und inhaltlich in nichts nachsteht.

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Vermissen

Montag. Wenn meine Mutter einmal nicht mehr da ist, gibt es niemanden mehr, der zu mir „Gott behüte dich“ sagt. Ich weiß jetzt schon, dass ich das vermissen werde.

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Ferck du Drecksau

Samstag. Das Berliner Landgericht hat gesprochen, seit dem 09.09.2019 ist es amtlich: Frauen dürfen als „Drecks Fotze“, „Ferck du Drecksau“ – was immer das sein soll – , als „Stück Scheisse“, „Geisteskranke“, als „hohle Nuss“, „Sondermüll“, „Gehirn Amputiert“ und „Schlampe“ bezeichnet werden.
Die Grünen-Politikerin Renate Künast war es, die in dieser Weise auf Facebook beschimpft wurde. Sie klagte und – verlor.
Künast will gegen den Beschluss vorgehen: „Der Beschluss des Landgerichts sendet ein katastrophales Zeichen, insbesondere an alle Frauen im Netz, welchen Umgang Frauen sich dort gefallen lassen sollen“, sagte sie der dpa.
Für das Berliner Landgericht sind die o.g. Titulierungen „zulässige Meinungsäußerungen“, so in der Berliner Morgenpost nachzulesen. Denn sie seien im Zusammenhang einer Sachauseinandersetzung gefallen.
Diese Sachauseinandersetzung bezieht sich auf eine angebliche Äußerung von Künast aus dem Jahr 1986, welche Künast selbst darüberhinaus vehement bestreitet.
Ungeachtet dessen ist das Landgericht der Ansicht, „dass die Antragsstellerin als Politikerin sich auch sehr weit überzogene Kritik gefallen lassen muss“. Äußerungen wie „Knatter sie doch mal so richtig durch, bis sie wieder normal wird“ wird als „mit dem Stilmittel der Polemik geäußerte Kritik“ gewertet. Die Unterstellung, dass Künast „vielleicht als Kind ein wenig zu viel gef…“ wurde, ist laut Beschluss „überspitzt, aber nicht unzulässig“. Die Forderung, sie als „Sondermüll“ zu entsorgen, habe „Sachbezug“. Attribute wie „Stück Scheiße“, „Schlampe“ sowie „Geisteskranke“ werden als „Auseinandersetzung in der Sache“ gewertet.
Richterliches Fazit: „Eine Diffamierung und damit eine Beleidigung nach § 185 StGB der Antragsstellerin lässt sich hieraus nicht ableiten. Die Antragstellerin wird nicht, wie sie dies meint, zum Gegenstand sexueller Fantasien gemacht.“

Dass dieses Urteil eine mittlere Katastrophe ist, darüber ist man sich parteiübergreifend einig:
Grünen-Chef Robert Habeck sagte der dpa: „Wir wissen inzwischen, dass eine verrohte Sprache den Weg zu realer Gewalt ebnet.“
„Dieses fatale Urteil, welches eines Rechtsstaats unwürdig ist, berührt uns alle“, sagte die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). Sprache sei nicht nur Kommunikation, sondern Ausdruck von respektvollem, kultivierten Miteinander. „Wenn diese Kultur nicht mehr juristisch geschützt wird, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis den Worten Gewalt folgt.“
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt erklärte: „Bei allem Respekt vor unseren Gerichten: Was Renate Künast hier an widerlichen Beleidigungen erhalten hat, sollte niemand ertragen müssen.“
Die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, Maria Wersig, verkündete, Gewaltschutz sei ein Thema, das alle Ebenen des Staates angehe. „Und wir reden bei den genannten Beispielen verbaler Übergriffe über nichts anderes als über Gewalt.“

Okay, mit Retourkutschen soll man sich zurückhalten. Das Urteil des Berliner Landgerichts sagt auch schon genug über seine (männlichen?) Richter aus, als dass man sie erst noch als „….. .. ……..“ oder „….. ……..“ titulieren müsste …

Giuseppe Arcimboldo: Der Jurist, 1566


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