Kürzest-Version

Samstag, B.N. Der Osten wurde nach dem Anschluss überrollt, die Industrie plattgemacht, vielen der Stolz gebrochen. Da haben wir nun den Salat: Die AfD ist keine neue Bürgerpartei, sondern eine Rachepartei … Längere Kurzversion: „… Was auf die sog. Wiedervereinigung folgte, war harte Arbeit und große Ungewissheit, ein Volk aus gestandenen Persönlichkeiten, die über Nacht zu einem neuen Staat gehörten, alles neu lernen und jemand anderes werden mussten. Statt der alten SED-Eliten nahmen nun Westdeutsche auf den wichtigsten Stühlen Platz, die Schreckensbilder aus dem Staatsbürgerkunde-Unterricht schienen zum Leben erwacht, der Einzug des Kapitalismus riss erdrutschartig alles mit.Landauf, landab machten die

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CulturMag

Donnerstag. „Lass uns über den Tod reden ist ein intensives, zutiefst humanes Buch. Immer wieder geht es darum, Frieden zu finden. Abschied. Ermutigung. Das alles fängt mit reden an. Die Gespräche sind gehaltvoll, die Autorin hat eine sehr gute Hand gehabt. Das Buch ermutigt, den Tod öffentlich zu machen, ihm einen Platz im Leben einzuräumen. Das minimalistische Cover übrigens bringt den Tod visuell auf den Punkt.“ (Alf Mayer, 3. Nov. 2019)

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Schöne E-Mail, schönen Dank!

Liebe Frau Vieregge,ich bin freier Journalist und Autor, und für eine Recherche habe ich gestern in der U-Bahn begonnen, „Lass uns über den Tod reden“ zu lesen. Und dann bin ich im Text versunken (genaugenommen: im Interview über Horst Buchholz) und zwei Stationen zu weit gefahren. Das ist mir seit Jahren nicht mehr passiert. 🙂 Tolles Buch (soweit ich bisher bin); herzliche Grüße, Ulrich Hoffmann  (mit freundlicher Genehmigung)

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Deadline

Sonntag, im Zug Kiel-Stuttgart. Shit! Das Wochenende geht vorbei, dem i-phone geht der Saft aus, der klapperalte Waggon hat keine Stecker, und ich muss diesen angefangenen Text noch fertig machen. Bis Dienstag Abend habe ich Zeit, aber Zeit ist relativ. Morgen wird’s nichts, heute sowieso nicht mehr. Deadline ist jetzt! Das ist hart, wenn dein Geist in alle Richtungen explodiert, doch die äußeren Umstände sprechen gegen dich. Die Worte in deinem Kopf werden zu Wortsalat, indem der Versuch sie geistig abzuspeichern fulminant scheitert. Später, später, wenigstens die Struktur steht doch!, aber: aufgeschoben ist genau das gleiche wie aufgehoben, das ist

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Mit Tina am Strand

Freitag, Kiel. Es ist die Zeit der stillen Feiertage. Zeit, über den Tod zu reden. Das Frauenmagazin Tina möchte über mein Buch berichten und eine längere Reportage machen. Am Spätvormittag rückt das Team an und holt mich ab, zuerst zum Olympiahafen nach Schilksee, dann an den Falckensteiner Strand: Fotos auf dem Steg, auf dem Deich, auf der Düne. Auf jeden Fall mit viel Wind und Strubbelhaaren, verdammt! Die supernette Caren Hodel führt das Gespräch, der supernette Fotograf Gunnar Geller checkt die Lage, macht die Fotogenehmigungen klar und schießt gefühlte zweitausend Bilder. Komplett durchgefroren, schlagen wir in der urigen Strandperle auf,

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Kiel

Dienstag, Kiel. Vor zwei Tagen angekommen – endlich mal wieder in Kiel. Das letzte Mal war ich 2016 hier, alles sehr vertraut und „mein“ Zimmer ist wieder mein Zimmer. Kurzversion: Jerome geht es noch schlechter als damals, Beret tut, was sie kann: Alles! Soweit die Eckdaten ihres gemeinsamen Lebens mit dieser zerstörerischen Krankheit. Gerade heute fällt auch noch die Pflegekraft aus, sodass nicht klar ist, ob Beret am Abend zur Lesung mitkommen kann. Seit Jahren leben die beiden in diesem Modus: Alles kann sich jederzeit ändern. Entscheidungen werden aus dem Augenblick heraus getroffen, der Blick in die Zukunft hat keinerlei

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Lesung im Hospiz

Samstag, B.N. Der Veranstaltungsraum im Ahrtal-Hospiz ist gestern Abend erfreulicherweise bis auf den letzten Platz besetzt. Über 60 Zuhörer*innen sind gekommen. Ich sage ein paar einleitende Sätze zu der Bedeutung von B.N. als meiner zweiten Heimat und nenne natürlich auch den Grund: PM, der ja nicht unwesentlich zur Entstehung des Buches beigetragen hat. Das finden alle sehr interessant, nun wissen sie Bescheid. Zum ersten Mal in einer Lesung lasse ich mich auch ausführlich über Ilse Rübsteck aus, auf die ich am 1.1.2017 ja nur durch PMs Erzählung und Vermittlung gekommen bin. PM sitzt vorne, zusammen mit Axel Nacke – ein

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Glotze

Sonntag, B.N. Der Wiesbaden-Tatort mit Ulrich Tukur ist heute eine Mischung aus Tarantino, Western und Horrorfilm. Gleich die ersten Einstellungen zeigen, dass da etwas Besonderes im Gange ist: Das Licht ist weißlich antikisierend, die Kamera fokussiert sich auf Details wie den herabperlenden Schweißtropfen am Hals der Polizistin. Es geht blutig zu – ein Polizeimuseum wird von einem ganzen Heer rechtsradikaler Scharfschützen unter Beschuss genommen. Außerdem spielt ein zufällig dazugestoßener Kannibale eine Rolle, der, nachdem er auf die Seite der Guten gewechselt hat, herzhaft in die Hand eines Widersachers beißen darf. Von da an läuft er mit blutverschmiertem Mund herum. Überhaupt

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