I Love Karl

Jetzt ist es passiert: Karl Lagerfeld ist gestorben. Es gibt ein paar öffentliche Personen, von denen will man einfach nicht, dass sie uns verlassen. Wir brauchen sie. Dazu gehörte für mich Karl Lagerfeld, genannt der Große. Deshalb fand ich es immer gut, dass er sein Alter nicht preisgab. Wen ging das was an, außer ihn selbst? Sein Leben, seine Kreativität, sein innovativer Style, seine modischen Überraschungen, auch sein Witz und kultivierter Esprit – die gingen uns an. Mich ging vor allem sein kreativer Umgang mit Worten an. „Ich bin spielerisch, aber ich spiele nicht“, sagte KL vor vielen Jahren, und

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Lass uns über den Tod reden – in Villigst

Die Tagung Ars moriendi – ars vivendi: Die Zukunft der Hospizarbeit am Wochenende in der Ev. Akademie Villigst brachte nicht nur inhaltlichen Input, sondern vor allem spannende Begegnungen. Am Freitag Nachmittag machte Henning Scherf den Auftakt (Fortgeschrittenen-WG). Abends sprachen der ehem. EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und seine Frau Anne Schneider über den frühen Krebstod ihrer Tochter (im Wechsel Tagebucheinträge und theologische Reflexionen: eigene oder Bonhoeffer-Zitate, von dessen Mannhaftigkeit in Sachen Leiden sich die Schneiders vorsichtig distanzierten, was ich sehr sympatisch fand). Am Samstag zwei wirklich tolle Veranstaltungen von Udo Baer, dem Begründer der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, mit dessen Ansatz ich mich noch

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Freie Fahrt …

Montag. Der christsoziale Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist wirklich bescheuert genug zu behaupten, die Überlegungen zur Einführung des Tempolimits seien ein Beispiel für „alte, abgelehnte und unrealistische Forderungen“ und ein Vorstoß „gegen jeden Menschenverstand“. Sein Schweizer Amtskollege Moritz Leuenberger kann darüber nur fassungslos den Kopf schütteln. Leuenberger fühlt sich in seiner Funktion als Herr über die Straßen dem 5. Gebot verpflichtet: Du sollst nicht töten. Und so entwickelte er das Konzept „Via sicura“, mit dem es ihm während der letzten zehn Jahre gelang, die Zahl der Unfalltoten in der Schweiz von jährlich 600 auf 100 im ersten Halbjahr 2018 zu reduzieren:

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Tomi Ungerer

Sonntag, B.N. Der, der die Kinder ernst nahm und die Erwachsenen auch, was diese aber manchmal schwer missverstanden, der lachende Philosoph Tomi Ungerer ist gestorben. Lebewohl und Danke, Tomi, für Deine wunderschönen, aufregenden, irritierenden, in jedem Fall bereichernden und unvergessenen Werke. Gute Menschen haben Lieder, gute Menschen haben Bilder und Bücher. Beides hast Du uns (wieder)gegeben. Die Welt ist ärmer ohne Dich.

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Echo

Samstag, B.N. Seit ich Arsène Vernys Geschichte gehört habe, kann ich durchfahrende Züge nicht mehr ertragen. Früher, bis vor zwei Jahren, habe ich Tempo und Wind genossen, wenn ich am Gleis stand und – Achtung, durchfahrender Zug! – da rauschte einer vorbei und verschluckte alle anderen Geräusche unter seinem metallischen Megarauschen. Rausch der Technik, Rausch des Machbaren, Rausch der Macht, unter dem mache ich’s jetzt nicht, um dieses Gefühl wiederzugeben, das ein durchbretternder ICE oder Containerzug mit never ending tausend Anhängern in einem auslösen kann. Wenn die Haare hochfliegen und Kinder die Augen aufreißen und vor Lust schreien, und man

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Historische Schuld abtragen statt Russland-Bashing

Gerhard Schröder im Interview mit dem SPIEGEL „Ich habe nie gesagt, dass in Russland alles in Ordnung ist, ganz im Gegenteil. Russland hat zum Beispiel gegen Korruption zu kämpfen und hat Mängel in der Rechtstaatlichkeit. Wer glaubt, dass die russische Führung selber der Meinung ist, es kann alles so weitergehen wie bisher, der irrt. Aber ich wehre mich dagegen, dass jedes Versäumnis dort zu einem generellen Russland-Bashing missbraucht wird. Ich gehöre zudem zu denjenigen, die glauben, dass wir Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer eine historische Schuld gegenüber Russland abzutragen haben.“ Quelle: DER SPIEGEL 6 /2.Februar 2019 Kriegstote des

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Vorwärts

Samstag. PM kommt nie ohne Blumen. Normalerweise kaufe ich Freitag nachmittags für uns ein, doch gestern vergeht der Nachmittag an der Telekom-Computerhilfe-Hotline. Internet abgestürzt. Warum? Nach Anweisung lege ich einen sehr komplizierten Gang durch das Gehirn meines Laptops zurück. Ca. eine Dreiviertelstunde später funktioniert es wieder, von da an übernimmt der Hotlineberater das Ruder bzw. meine Maus. Blitzschnell klickt er sich durch das Laptop-Innenleben, anschließend zeigt er mir auf meinem Bildschirm alles mögliche: verschiedene Buchsen, die Enden eines WLANKabels – dringend anschaffen! – er hat einen netten thüringischen Akzent und ändert zum Abschluss netterweise meinen Telekomvertrag. Statt Magenta irgendwas, was

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Lass uns über den Tod reden – Horst Walther

„Ich lebe im Heute, Hier und Jetzt. Deshalb bin ich auch bestrebt, alles sofort zu erledigen. Die Formulierung: „Das mache ich später mal, wenn ich Rentner bin“, die gibt es bei mir nicht. Wenn du täglich siehst, wie viel Ungelebtes, Ungesagtes nach dem Tod zurückbleibt, dann kapierst du irgendwann, dass du nichts aufschieben darfst. Es könnte immer der letzte Tag sein.“ … sagt der Erfurter Bestatter Horst Walther über seinen Beruf als Bestatter und über den Tod seiner Frau Marion, in: Lass uns über den Tod reden  (ab 13. März 2019 im Ch. Links Verlag, Berlin) Buchpremiere am 28. März 2019

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Holocaust-Gedenktag ohne Echo

Auschwitz wurde von der Roten Armee befreit. Bringen deshalb die Öffentlich-Rechtlichen NICHTS zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar)? Bildungsauftrag ARD / ZDF – Pustekuchen … Einzig und ausgerechnet auf RTL2 kam „Hitler – Aufstieg des Bösen“ in ganzer Länge und ohne Werbeunterbrechung. Kann man jetzt so und so deuten …

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