Sonntag. Seit gestern wieder zu Hause. Beim gem. Frühstück erzählen W. und A. von A.s neuer Wohnung in Tübingen. Natürlich hat er sie über Beziehungen gekriegt und ist jetzt ganz happy über 15 €/m² Kaltmiete. Was bei PM Schnappatmung auslöst. Alle reden in diesen Tagen vom brennenden Amazonas. Schreckliche Bilder und Petitionsaufrufe in den sozialen Medien bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen. Merkel, Altmeier & Co. hätten die Gelegenheit, ein Zeichen beim seit gestern stattfindenden G-7-Gipfel in Biarritz zu setzen, indem sie die Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten mit dem Erhalt des Regenwaldes verknüpfen – oder eben die Abkommen canceln. Doch wie es
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Schöne Rezension – Danke!
Rezension zu „Lass uns über den Tod reden“ (Ch. Links Verlag) von C. Juliane Vieregge Lass uns über den Tod redenPixibuchvor 7 Tagen Ein Buch über den Tod. Ein Thema, das jeden einmal trifft, als Überlebender oder dann selbst als Sterbender. Weil es einfacher ist, wollen wir über den Tod nicht nachdenken. Die Autorin hat dieses Tabuthema richtig gut bearbeitet. Sie läßt Personen sprechen, die ihr Kind, ihren Partner, ihre Eltern oder gute Freunde durch den Tod verloren haben. Es sind dabei Menschen wie Du und ich, aber auch Prominente. Und jeder dieser Leute hat denn Tod anders empfunden. Auch die letzten Stunden
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Freitag, Menaggio. Trump ist sauer auf die Dänen, weil sie ihm Grönland nicht verkaufen. Staatsbesuch abgesagt! Gestern las ich, dass das Interesse an Grönland nicht neu sei: Schon im Jahr 1946 wollte Washington die an Bodenschätzen reiche Insel in der Arktis kaufen. Die Regierung unter Harry S. Truman bot Dänemark damals 100 Millionen US-Dollar (heute umgerechnet 1,3 rund Milliarden Dollar). Landkauf hat bei den USA Tradition: Zwischen 1803 und 1917 kauften sie Luisiana, Alaska, Florida, Kalifornien, Arizona und Virgin Islands – für die heutige Summe von rund 3,7 Milliarden US-Dollar (G. Steingart, 22.08.19) Da fragt man sich, wann die Amerikaner
WeiterlesenParadiso italiano
Mittwoch, Menaggio. Das ist eins dieser Treppenhäuser, wie man sie von Spielfilmen kennt, unendlich tief und mörderisch dekorativ. Und irgendwann fliegt einer runter und bleibt in seinem Blut liegen – aufgeschlagen auf Art Deco Fliesen oder, wie hier, auf gold-türkis gemustertem Teppichboden. Tot wäre er trotzdem, es sei denn, es gelänge ihm im Abwärtsflug, sich an eine der Kugellampen zu klammern, die von ganz oben bis ins Erdgeschoss herabhängen. Das Treppenhaus mit seinem weißen Schmiedeeisengeländer und dem Handlauf aus goldgelbem Wurzelholz hält den Blick nicht lange gefangen. Vielmehr wird er, kaum ist man durch die Eingangstür getreten, von der Aussicht
WeiterlesenTrauen
Samstag, Menaggio. Dem eigenen Instinkt zu trauen, was für ein luxuriöses Gefühl…
WeiterlesenGeheimnisse
Donnerstag, Konstanz. Wollt ihr mal sehen?, fragt er uns und zieht sich auch schon sein T-Shirt über den Kopf. Wir sehen einen komplett von einem Wappen bedeckten Rücken. Das Tatoo muss schon älter sein, die Konturen sind verschwommen, die Farben längst nicht so klar wie die auf seinen Armen und Beinen, wo sich Symbole und Runen tummeln. Der Typ hat uns gerade einen 10-minütigen Vortrag über Familienwappen und Waffen, insbesondere die Funktionsweise von Hellebarden, gehalten. Seine zwei Söhne sind genauso sprachlos über so viel Faktenwissen wie wir. Er ist ein Mittelalterfreak, ich bin Fan von Annette von Droste-Hülshoff und PM
WeiterlesenAls Touri in Konstanz
Mittwoch, Konstanz. Das funktioniert alles dermaßen glatt, dass du glaubst, du bist in einer durchrationalisierten, durchorganisierten Anderswelt. Von der superästhetischen Lobby ins Parkhaus, vom Parkhaus in den 5. Stock ins Zimmer. Die Karte solltest du jetzt nicht mehr verlieren, sie sichert dir den Zugang zu fast allem, so auch zum Aufzug. Von oben sieht man auf das Verbindungsstück zw Ober- und Untersee, das komischerweise der Rhein ist. Stylische Restaurants und symmetrische Wohnblöcke – lauter Proras in klein – säumen das Ufer. Eine Etage höher bietet die anthrazit-weiße Dachterrasse den noch besseren Ausblick. Motorboote cruisen auf der glitzernden Wasseroberfläche, Segelflieger und
WeiterlesenNoch mehr Double Binding: Der von der BRD geförderte Amazonienfond
Dienstag, B.N. Erst vor kurzem hielt sich Entwicklungsminister Gerd Müller für einen einwöchigen Besuch in Brasilien auf. Er diskutierte mit Brasiliens Regierung den Schutz des Amazonaswald, Freihandelsabkommen und zukünftige Zusammenarbeit. Auch stellt die Bundesregierung Gelder für die Erhaltung des Regenwalds zur Verfügung. Der Fonds fördert Projekte der amazonischen Bundesstaaten, von Umweltbehörden, Forschungseinrichtungen, Organisationen der Zivilgesellschaft und indigener Völker. Etwa 60 Prozent der Mittel wurden bis dato in Projekte der Bundesregierung und der Bundesstaaten investiert. Ziel des Amazonienfonds ist es, die illegale Entwaldung zu bekämpfen und die nachhaltige Nutzung des Regenwaldes voranzutreiben. Neben Norwegen als größtem Geldgeber (1,2 Milliarden US-Dollar, 94 Prozent des
WeiterlesenDie Relativierung der Moral (Mitscherlich)
Montag, B.N. „Die politische Lethargie der Masse ist die depressive Antwort auf eine Lage, in welcher ihre alltäglich Wirklichkeit deshalb zum Verzweifeln ist, weil jede persönliche Anteilnahme von der Struktur der Institutionen, der Großorganisationen her enttäuscht werden muss. …“* Die Unfähigkeit zu trauern, S. 178
WeiterlesenDanke für fünf Sterne
Sandra Hennig 5,0 von 5 Sternen Ein Buch das nachdenklich stimmt und berührt – für mich ein absolutes Highlight ! 6. August 2019 Format: Gebundene Ausgabe Der Klappentext: »Wer sich mit dem Tod beschäftigt, der stellt sich auch die entscheidenden Fragen des Lebens.« (C. Juliane Vieregge) Wie gehen wir mit dem Tod eines geliebten Menschen um? Können wir die Leerstelle füllen, die der Verstorbene hinterlässt, geht das Leben einfach weiter? Welche Rituale können uns helfen? Uns fehlt eine Kultur des Sterbens und der Trauer. Mit dem Sprechen fängt es an. Lass uns über den Tod reden!, forderte C. Juliane Vieregge
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