Mittwoch, B.N. Was für ein wunderbarer Fresstempel: Das Medo in Siegburg. A. und J. haben uns eingeladen, und wir schlagen zu und genießen die gute, türkische Küche. Es ist immer eine Freude, mit A. und J. zusammen zu sein. Zu lachen, zu quatschen und auch die ernsten Dinge nicht auszusparen. Arbeit am Interview mit A.V. begonnen. PM arbeitet an einen Artikel über lymphatische Komplikationen nach Operationen, der beim internat. Wissenschaftsverlag Springer veröffentlicht werden soll. Sabine erzählt, passend zum Reformationstag (der dieses Jahr einmalig gesetzlicher Feiertag ist) von Werner Tübkes Bauernkrieg, dem Riesenpanoramagemälde in Bad Frankenhausen. Ein Video über die Entstehung
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Zusage!
Eine Zusage ist eine Zusage ist eine Zusage. (27.10.2017) War gar nicht so schwer! Ich liebe #Verleger und #Agenten, die das von ihnen für gut befundene, meeega interessante, aber leider, leider – #Kopfwackel – zu schwer verdauliche Manuskript ganz offensichtlich nicht gelesen haben, dann aber anfangen zu schwadronieren. Spätestens nach 20 Sekunden kommt die Sache mit der wirtschaftlichen Lage. Weswegen leider, leider – #Kopfwackel, #Schulterzuck – nur noch leichte Kost gehe. Schreiben Sie mainsteam! Oder so abgefahren, dass Sie für den Bachmann-Preis nominiert werden! Die. Zwei. Richtungen! Sonst! Nichts! Das ist der Markt. Der schreibt die Gesetze, verstehen Sie? Frauenromane!
WeiterlesenAdressat unbekannt
Freitag. Adressat unbekannt ist ein schmaler Briefroman von Kressmann Taylor, der auf kürzestem Weg die Mechanismen von Antisemitismus, bzw. von Entfremdung, Diktatur und Hörigkeit darlegt. Der fiktive Briefwechsel zwischen den wirtschaftlich sehr erfolgreichen Geschäftspartnern eines Kunstgalerie in San Francisco, dem Deutschen Martin Schulse und dem amerikanischen Juden Max Eisenstein, während der wenigen Monate von Hitlers Machtergreifung zeichnet die Entwicklung einer sehr engen Männerfreundschaft bis zu ihrem unausweichlichem Ende mit allen Konsequenzen nach. Adressat unbekannt wurde 1938 als Fortsetzungsroman der New Yorker Zeitschrift Story veröffentlicht. Unbegreiflich, dass er dann über sechzig Jahre in Vergessenheit geriet, bevor er 2000 bei Hoffmann &
WeiterlesenKino: „Happy End“
Dienstag. Dorle drückt ihr rechtes Auge zu, weil es anfängt zu schielen, wenn sie müde oder betrunken ist. Wir haben jede ein Piccolöchen in der Hand. Nicht nur der benebelt unseren Geist. Es ist der Film. Langatmig. (Langweilig wollen wir noch nicht sagen.) Sechzigerjahremäßig. Futter für die Kritiker. Bei denen kommt er großartig an, bei den Kritikern, das haben wir recherchiert. So Toni-Erdmann-mäßig großartig. Die Botschaft ist nach fünf Minuten übermittelt dem nicht gerade dämlichen Programmkinopublikum, ab jetzt wird nur noch ausgewalzt. Die Ersten stehen auf und gehen. „Happy End“ mit Jean-Louis Trinignant und Isabelle Huppert, das baut Erwartungen auf.
WeiterlesenHerbstklanggeschmack
Sonntag, Tübingen. Seidenglatter Morgenhimmel, hefewarme Brokatsonne, Dur-grün und Moll-gelb getupfter Galgenberg, gläsernes Gezwitscher auf dem Balkongelände, Brötchen, Eier, Schinken auf dem Tisch, Steve an der Kaffeemaschine, und gerade kommt PM die Treppe herauf …
WeiterlesenBeerencrumble
Samstag, Tübingen. I. hat gekocht. Ihre Rezepte nimmt sie jetzt aus dem Kochbuch gegen Krebs. Es gibt Kürbis-Ingwer-Suppe, Gemüserisotto mit Fisch und zum Nachtisch ein feines Beerencrumble. „Krebszellen mögen keine Beeren.“ So heißt ein anderes Kochbuch gegen den Krebs. G. sagt, er isst, worauf er Lust hat. Er ist schwach und anrührend und lacht über PM’s Geschichten von der Armee: Vom Transport mit der Eisenbahn von Erfurt nach Ascherlug, vom Zähneziehen auf der zehntägigen Zugfahrt als 22-jähriger Medizinstudent, von Bier- und Schnapsrationen, von Fliegerabwehrraketen, von der Brutalität des russischen Militärs, von Fahnenflucht, von unsinnigen Befehlen. G.’s Krankheit kann man jetzt
WeiterlesenVP-01 – Rollenspiel
Freitag. Der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri hatte einen Begleiter, eine Bezugsperson, einen Vertrauten: Den V-Mann mit dem Decknamen VP-01. Was soll ich machen, wenn ich einen Anschlag plane?, soll Amri seinen Vertrauten gefragt haben, mit dem er häufig im Auto unterwegs war, zu seinen Unterkünften und später auch nach Berlin. Rasier dir erstmal den Bart ab, sonst fällst du auf!, soll der V-Mann ihm oder auch Anderen aus der bundesdeutschen Islamisten-Szene geraten haben, und man fragt sich, ob sie da noch Observierte oder schon so was wie Gleichgesinnte waren. Amri rasierte sich. Wenig später, am 19.12.2016, rammte er den Lkw in
WeiterlesenZeugnisse, Teil II*
Freitag. Und passiert ist tatsächlich etwas. Bloß nicht, was ich mir gewünscht hätte. Da ist ganz klar ein Unrecht geschehen, weniger an mir als an Anderen, in meiner Verantwortung Stehenden. Aufgrund meines heftigen, wiederkehrenden Protestes – „Sie wollen doch kein zweiter Kohlhaas werden?“ – „Oh no!, da halte ich mir lieber Augen und Ohren und Mund ganz fest zu …“ – kam es immerhin zu Verhandlungen, Meetings, Ermahnungen, Entschuldigungen. Auch an mich ist so eine Entschuldigung ergangen. Schriftlich. Eine Entschuldigung, die das ganze Ausmaß der Unprofessionalität, der Unfähigkeit dieser Person offenbart. Die Person will anonym bleiben. Logo, das würde ich
WeiterlesenChange your mind
Donnerstag. Bin neuerdings pünktlich wie eine Atomuhr.
WeiterlesenZum Glück zu faul
Nummer 1 Die Schrift ist noch nass, ein leeres Tintenfass Vor mir liegt ein Meisterwerk. Ein neues Lied ist geboren und es klingt in meinen Ohren so toll wie keins bisher. Dann schau ich im Internet, ob’s dort andre Lieder hätt, die so gut sind wie meins. Nach langer Suche stell ich feste, dass sich keines finden lässt. Und dann erscheint doch eins. Irgendwo gib’s immer jemand, der was besser macht als ich’s kann Neid und Pein Wann bin denn ich mal Nummer eins? Ich kann ganz toll mit Motorsägen jongliern, und kann freihändig ne Kugel Eis frittiern, Dann kommt
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