„Friedliches Sterben rechnet sich nicht“, fasst der Arzt und Autor des Buches „Patient ohne Verfügung“, Dr. med. Matthias Thöns bei Markus Lanz seine Erfahrungen aus der täglichen Praxis von Ärzten und Krankenhäusern zusammen, bei denen nur der Profit zählt. Zynischer, kürzer, treffender gehts nicht: Der Tod im ausgehenden Zeitalter des Kapitalismus. Meine Interviews mit Betroffenen zeigen andere Erfahrungen auf. Ja, das gibt es noch, das friedliche Sterben …
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Grünes Fracking?
Freitag, B.N. Wie stehen die Grünen nun eigentlich zum Fracking? Man findet Eindeutiges und Zweideutiges. Weicht die Putinphobia die Fracking-kritische Haltung auf? So im Sinne von: lieber umweltschädigende Erdgasgewinnung als Geschäfte mit Russland? Blicke gerade nicht ganz durch… und werfe die Frage mal in die Runde …
WeiterlesenZurück in die Zukunft
Donnerstag, B.N. Meine Mutter ist jetzt halb blind, ziemlich taub und irgendwie zur Ruhe gekommen. Wir haben draußen in dem Café gesessen, in dem ich früher als Schülerin oft war, die Leute in der Fußgängerzone beobachtet, die sterbenden Läden in Werne betrauert, von den guten Momenten der alten Zeiten geredet (die Oper in Dortmund). Bei Eisschokolade und Kräutertee das Gesicht in die Sonne gehalten. Alles ganz peacefull. Bis eine Windböe kam und den Sonnenschirm an unserem Tisch umwarf. Das Teil krachte genau zwischen uns zu Boden. Schwein gehabt! Abends auf dem Weg zum Bahnhof am Anne-Frank-Gymnasium vorbei gelaufen. Gefühlte hundert
WeiterlesenUm zu
Dienstag, B.N. Schreiben, um Welt in Worte zu fassen. Innenwelt, Außenwelt. Erfassen: Im Laufen, Fahren, Arbeiten, Warten schreibend denken. Bin ich fröhlich, schreibt es in mir, bin ich traurig, schreibt es in mir Wortsalat, Sätze, Geschichten, manchmal gar Gedichte. Mit Worten einen Moment in die Ewigkeit verlängern. Schreiben ist die zweite Ebene, die immer mitläuft, reflektierend, auswertend, sinnsuchend. Das ist wie implantiert. Schreiben ist Konkretisieren. Dem ultimativen Wort nachspüren. Diese Befreiung, wenn es sich offenbart! Das Wort ist die Welt und die Welt ist das Wort. Und das Leben darf weitergehen.
WeiterlesenMuseum der Erinnerung
Wenn man die ersten dreißig, vierzig Seiten überwunden hat und großzügig über einige holprige Sätze und sprachlich logische Fehler hinweg sieht, die den Lesefluss tatsächlich irritieren, was aber höchstwahrscheinlich ein Übersetzungsproblem ist und auch zunehmend nachlässt, dann ist das Weiterlesen von Museum der Erinnerung von Anna Stothard ein Genuss und ein Gewinn. Ich hatte schon Pink Hotel von dieser Autorin gelesen. Sie ist sehr jung, sehr talentiert und ihr Sujet sehr anders als das, was die zeitgenössische deutschsprachige Literatur gerade so aufarbeitet. Weit weg vom Genre des Eltern-, Generationen-, Dorf- und Regionalromans, geht es Stothard immer um die Narben und
WeiterlesenAbgeguckt
Samstag. Mit W. und André, Thea und Marcel den Abend auf der Terrasse verbracht, gegessen, gequatscht und Sterne geguckt. Nicht gekocht! Sondern von der Pizzeria gegenüber bestellt, als alle da sind. Nur die Salate sind eigenhändig zubereitet. Sehr entspannte Variante der Gästebewirtung, von Steve abgeguckt, der leider nicht dabei sein kann. W. und André sind ein tolles, inspirierendes Couple in Love. André erzählt von seinem Outing in seiner Firma, wo W. inzwischen ein- und ausgehe. Er erzählt von der Wiedervereinigung und wie er sie als Neunjähriger in Werningerode erlebt hat – als Schock. Und wie er sein Buch geschrieben und
WeiterlesenZwischen den Extremen (Arbeitsbericht)
Sonntag. Neben vielem anderen habe ich jetzt hier in München einmal mehr kapiert, wie verzerrt manche Themen in der Öffentlichkeit und in den Medien dargestellt werden. Aus einer Art Hilflosigkeit heraus, meint GG freundlich, und sie findet, dass hinter der Ironiefassade immer auch ein Interesse an ihrer Sache spürbar sei. Ihre Haltung ist konsequent versöhnlich. Wir hatten ein intensives Gespräch über fünf Stunden. Starke persönliche Motivation meinerseits, auch was GG’s politischen Background betrifft. Vier Menschen, die ihr nahe standen, hat sie in den letzten Jahren in den Tod begleitet. Sie ist nie vorwurfsvoll oder jammerig. Man merkt ihr die intensive
WeiterlesenTibetanische Perle
Sonntag sehr früh morgens, München. Als das Interview fertig ist, ist es schon tief am Nachmittag. Ich denke daran, dass ich nun schnell packen und irgendwie zum Bahnhof kommen und Ticket lösen und nach Hause fahren sollte, und mit einem kleinen Bedauern denke ich an den Anhänger, aus dem nun wohl nichts mehr wird. Ich frage GG, wie lange die Geschäfte in der Straße offen haben. Wo wolltest du denn hin, fragt GG. Buddha Store, sage ich. Da hab ich so einen Anhänger gesehen. Brauchst du einen Anhänger?, fragt sie. Brauchen, na ja, ich lache verblüfft. Möchtest du einen von
WeiterlesenKein Glitzerchichi
Freitag. Und jetzt also München. Noch kann ich es nicht so richtig glauben. Seit einer Stunde bin ich in der Wohnung meiner nächsten Interviewpartnerin. Den Wohnungsschlüssel hatte sie in einem Café für mich hinterlegt. Sie kommt erst morgen. Dafür bringt eine ihrer Freundinnen mir ein indisches Reisgericht vorbei, das scharf und schmackhaft ist. Diese Art von Gastfreundschaft habe ich bisher noch nicht kennengelernt. GG ist eine Jetsetterin. Sie führt ein komplett anderes Leben als ich. Sie kommt und geht. Sie bleibt länger oder gar nicht. Hier in ihrer Schwabinger Wohnung – sie hat noch mehrere andere – ist sie schon
WeiterlesenVelwechsert
„R.I.P. Andrea Jürgens Ruhe in Frieden“, lese ich gerade auf FB, und darunter der mitfühlende Kommentar: “ Auch von mir R.I.P liebe Andrea Berg.“ (passiert… bei der Laptopmucke, wie sie alle beide machen …)
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