Samstag Morgen. Die Adventsketten für T. und L. gestern Abend mit leichter Verspätung abgeschickt, bzw. zum Abholen bereit gestellt. Obwohl schon ziemlich erwachsen, freuen sie sich immer noch darüber. Der richtige Zeitpunkt, damit aufzuhören, ist ohnehin verpasst, mittlerweile ist mehr ein Gag daraus geworden: Was, immer noch … und mir macht es Spaß, ab Herbst die 2 mal 24 Sachen zu besorgen und zu verpacken, bei einem Polizeiruf oder Tatort und einer Kanne Ingwertee oder Kakao oder einem gut eingeschenkten Limoncello. Schenken ist an jemanden denken. Weihnachten eben! Das Essen sollte noch mit W. abgesprochen werden. Da er immer noch oder
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Meine Freundin
Freitag. Meine Freundin Thea bringt feine Sachen vom Griechen mit, ich habe den Champus. Wir haben jede ein paar private Highlights zu feiern. Meine Freundin Thea, die ich seit vielen Jahren kenne, ist plötzlich meine Nachbarin. Meine Freundin Thea ist der emotional und intellektuell eigenständigste Mensch, den ich kenne. Meine Freundin Thea hat den Klinikchef, der vom musiktherapeutischen Ansatz bisher nichts gehalten hat, dermaßen überzeugt, dass es plötzlich eine volle Stelle gibt. Für meine Freundin Thea natürlich. Meine Freundin Thea hält viel von sich. Das finde ich bemerkenswert.
WeiterlesenIslamist observiert Verfassungsschutz
Lustig: Der Verfassungsschutz ist unterwandert worden. Von einem (?) Islamisten, der den IS bei der Planung eines Sprengstoffanschlags auf das BfV-Hauptgebäude in Köln Chorweiler unterstützen wollte. Dies sei sicher im Sinne Allahs, verkündet der Hero im Facebook-Chat auf der Suche nach Gleichgesinnten. 2014 sei er, so liest man es, per Telefon zum Islam konvertiert, was immer das bedeutet. Eigentlich sei er Bankangestellter und erst 2016 als Quereinsteiger zum Verfassungsschutz gekommen, um die islamistische Szene auszuspionieren. Jetzt ist er selber ausspioniert worden. Zufällig, von einem anderen Verfassungsschützer, der, auch auf Facebook unterwegs, den Aktivitäten des abtrünnigen Kollegen auf die Schliche gekommen
WeiterlesenAn Büchern leiden?
Donnerstag. Irgendwie mag ich Bücher, die ich nicht so ganz verstehe. Wie Jonathan Franzens Korrekturen. Hemmungslos seitenfüllend wird da Expertenwissen ausgewalzt, Historien- oder Wirtschaftswissenschafts- oder Chemie-Lastiges zum Beispiel über die Entwicklung eines Medikaments, das für den Plot zwar von Bedeutung, aber in dieser abnormen Breite doch irgendwann eher eitel als unterstützend wirkt. Sehr seltsam. Das Buch, so scheint mir, will etwas von mir, es fordert mich zum Duell – und schlägt mich gelegentlich. Das erste Mal ging mir das vor vielen Jahren so mit Irmtraud Morgners Trobadora Beatriz. Vor der Uni-Frauengruppe hielt ich ein flammendes Plädoyer für den Roman, nicht
WeiterlesenMarokkanisches Fernsehen
Dienstag. Im marokkanischen TV gibt es Schminktipps für geschlagene Frauen. Also wie frau sich ihr blaues Auge weg-make-uppen kann. Gewalt gegen Frauen scheint in Marokko so alltäglich, dass Polizei und Justiz kaum gegen die Täter vorgehen, sondern den Missbrauch dulden (spiegel-online). Also echt pragmatisch, dieses marokkanische Fernsehen.
WeiterlesenPrivileg
Sonntag. Interview in Mainz. Ich empfinde es durchaus als Privileg und genieße es, durch diese Arbeit so viele wunderbare, spannende, schöpferisch tätige Menschen kennen zu lernen. Querverbindungen herzustellen, ein Netz zu weben. Ich habe dann das Gefühl, es geht weiter. Gesprächsbasis: Wenn einer stirbt, geh ich nach Paris und Mein Vater, sein Vater und ich. Der erste Film geht unter die Haut bis an die Grenzen des Verstehbaren, der zweite ist poetische Auseinandersetzung mit Männlichkeitsidealen. Der Regisseur ein eigenwilliger Typ mit einer sehr genauen Vorstellung davon, was für Filme er machen will, und genau die Filme macht er dann. Nicht
WeiterlesenBeiß!
Samstag. Dr. K., den ich manchmal Frau Tietze nenne und der mir in einer begrenzten, höchst prekären Situation das Leben gerettet hat, faltet mich mal wieder nach allen Regeln seiner Kunst zusammen. (Er weiß, dass ich mich später wieder ent-falte). Ich bin deprimiert wegen der Sache mit meiner Zahnbehandlung, einer never ending story, und er fängt an: Sie trauen Ihrer Bisskraft nicht, Sie haben Angst zu beißen, Sie opfern lieber Ihre Zähne anstatt zu beißen und so weiter und so fort, das geht ziemlich lange, das setzt mir zu, das macht mich regelrecht sauer: Krankheit als Schuldzuweisung? Das Denken fängt
WeiterlesenVereinigung
Es ist alles gut, wenn du da bist. Die sexyste Botschaft ever. Ist Gegenwart ist Zukunft ist eins … (Samstag, B.N.)
WeiterlesenFuck the Future, Willkommen im Augenblick
Freitag. … eines dieser zufälligen Küchenmeetings: Steve macht sich seinen Kaffee mit der Kaffeemaschine, ich bin an meiner Schoko-Spezialmischung und Karina trinkt ihren Kaffee aufgebrüht, ist aber schon fertig und spült ihre Sachen mit der Hand ab, weil sie Spülmaschinen-Tabs für Gift hält. Es riecht so gut, das Dasein ist leicht wie Watte, fuck the future, Willkommen im Augenblick, was mal wieder beweist, dass alles eine Sache der Perspektive ist. Durchs Fenster dringt Morgendämmerung, das stimmt mich froh, denn meine Fahrradlampe ist kaputt. Steve hat’s von seiner Prüfung. Karina weiß noch nicht, ob ihr Seminar zustande kommt. Und ich muss auch
WeiterlesenMacho & Chica
Vermeide Gängiges, vermeide Klischees. Falle Nr. 1 beim Schreiben und im Leben. Oder tritt sie so breit aus, bis dir übel wird. Manchmal mag ich Klischees. Das ist wie nach Hause kommen. Beim Klischee kennst du dich aus, weißt wie es funktioniert. Und, hey!, genauso funktioniert es wirklich. Die Überraschung liegt in der Erfüllung des Erwarteten. Klischees sind pure Bestätigung. Sie enttäuschen dich nie. In der Mühlstraße gibt es einen italienischen Klamottenladen, Macho & Chica. Entsprechend sind die Klamotten. Der Chica nimmt man nichts krumm, dem Macho auch nur wenig. Hallo?, die sind Klischees! Die müssen so sein! Sei selber
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