Dienstag. Eigentlich ist ja seit einer Woche Waffenstillstand in Syrien. Die US-Streitkräfte haben trotzdem wieder gebombt. Aus Versehen. Wie jetzt von Seiten der US-Regierung eingeräumt wurde, wurden dabei Assads Truppen getroffen, anstatt – wie eigentlich beabsichtigt – Stellungen der IS-Rebellen. Der Regierungssprecher äußert im Namen seiner Regierung Bedauern über den „Irrtum“. Kann ja schon mal passieren. Es sind ja auch nur 83 syrische Soldaten dem „Irrtum“ zum Opfer gefallen. Und wenn der Regierungssprecher uns das jetzt so erklärt, dass die USA sich weiterhin an die Bedingungen der Waffenruhe halten und zugleich – gemäß der Vereinbarung – den IS nach wie vor
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Samstag im September
8.30 Uhr: Guten Morgen Samstag, was mache ich mit dir? 12.15 Uhr: Wahrscheinlich das letzte Frühstück draußen auf der Dachterrasse für dieses Jahr. Steve kommt aus dem Freibad und unterhält uns mit Anekdoten aus dem Tübinger Nachtleben. 15.00 Uhr: Provencalisch-umbrischer Markt in Tübingen. Relaxed mit PM unterwegs. Zwei prachtvolle, violette Artischockenblüten erstanden. 20.15 Uhr: Im Pool der online-Magazine berichtet nur die Frankfurter Rundschau wohlwollend objektiv über die Großdemos gegen TTIP und Ceta in München, Stuttgart, Hamburg Berlin, Köln, Frankfurt … 23.00 Uhr: Hunderttausende haben heute friedlich gegen die beiden Freihandelsabkommen protestiert. Die Tagesthemen („Zehntausende“) handeln dieses Phänomen als Ergebnis einer guten
WeiterlesenAufgetaucht
Donnerstag. Karina ist wieder aufgetaucht. Sie hat ein kompliziertes Privatleben, da kann man schon mal die Übersicht verlieren. Die Zusammenfassung lässt sie im Stehen in der Küche bei einem Glas Buttermilch raus, weil Kaffee zu lange dauern würde, weil sie schon wieder auf dem Sprung ist. Kryptische Eckdaten sind zum einen Mann und Kinder, die sie aus der Ferne managt, ein verrückter Holländer, der mehr von ihr will als sie von ihm, und dann ist da noch ein richtig alter Philosoph, in den hat sie sich verliebt. Auf einer Fortbildung. Aber so was von! Karina hat ihren Rucksack auf, wie
WeiterlesenSeit heute wieder
Montag. Seit heute sehr früh am Morgen wieder in Tü. Seit heute Vormittag wieder im „Amt“. Alles ganz okay. Susanne und W. und M. und P. und noch ein paar mehr dieser freundlichen Menschen angetroffen, die einen die etwas weniger freundlichen vergessen lassen. Seit heute Mittag wieder mal ausgeliefert im Zahnarztstuhl, knirsch knacks, Hebel- und Schleifgeräusche in allernächster Nähe, sind nur die Vorarbeiten, die richtige OP ist nächsten Dienstag. Weniger okay. Angstbesetzt, immer. Seit heute Abend endlich wieder Steves Geschichten, auf die ich sechs Wochen verzichten musste … hatte sie direkt vermisst. Wo ist Karina abgeblieben? Wir wissen es nicht
WeiterlesenDie Berichterstattung des Claus Kleber und wie sie plötzlich verschwand
Sonntag, B.N. Claus TransatlantikKleber berichtete im ZDF-Heute-Journal NICHT über den Krieg im Jemen, den die Saudis seit eineinhalb Jahren stellvertretend für die USA mit amerikanischen (und deutschen …) Waffen führen. O-Ton Kleber: Der Krieg im Jemen tritt aber in den Hintergrund, weil der in Syrien so viel Platz in den Nachrichten verbraucht. Ach so. Kleber hat zu wenig Sendezeit! Und ich dachte, als Hauptverantwortlicher bestimmt er über die Themen, über die berichtet wird … Dann hätte er nämlich einfach etwas weniger über Fußball und Olympia berichten können und statt dessen etwas mehr über beispielsweise die 100.000 Demonstranten, die am 21. August
WeiterlesenMenschen in B.N.
Sonntag, B.N. Kein Marathon, kein Halbmarathon, nicht mal Stadtlauf. Maria und Bernd, beide Aktivsportler, beteiligen sich niemals an Wettbewerben. Unterm großen Mond auf ihrer großen Terrasse direkt an der Ahr erzählen sie von der Frühjahrs-Überschwemmung in ihrem Keller und von ihrem Engagement bei der Flüchtlingshilfe. Steffi und Hartmut erzählen vom Tod. Von ihrer Verwirrung, wenn einer stirbt, der nicht nur ihr Patient ist, sondern ihr Freund. Vom Verlust der therapeutischen Distanz. Sterben tun dann nicht mehr immer nur die anderen. E. ist seit 10 Wochen in der Klinik. Zum ersten Mal erzählt er nicht ausschließlich von seinen Einschlafstörungen. Sondern von
WeiterlesenMr. Gwyn
Mr. Gwyn von Alessandro Baricco ist ein Buch über melancholische Gewissenhaftigkeit. In zweifacher Hinsicht entfaltet sich diese: Einmal als Lebenshaltung / Bewältigungsstrategie der beiden Protagonisten Mr. Gwyn und Rebecca, und zum anderen als Schreibhaltung des Autors dieses wundersamen Buches A. Baricco. Die Geschichte entrollt sich langsam. Es geht um das Finden von geraden Sätzen. Jeder dieser geraden Sätze des Autors Baricco über den Autor Gwyn stimmt. Mehr braucht hier nicht verraten zu werden. Ach doch: Es handelt sich um ein leises Buch voller Geheimnisse.
WeiterlesenFisch und Fleisch
Donnerstag, B.N. Auf Fisch und Fleisch ist mein Beitrag Potential heute Thema des Tages. Coole Überraschung, kontroverse Kommentare … ein kommunikatives Wellenkräuseln.
WeiterlesenPotential
Kreative Lebensmodelle Zu viele Menschen leben zu alleine in zu großen Wohnungen und schlucken zu viele Tabletten gegen zu viel Traurigkeit und gegen zu wenig Perspektiven. Heute Morgen habe ich direkt einen neuen Beruf erfunden: Lebensbegleiterin. Natürlich ist der nicht neu, früher hieß das Gesellschafterin (ich glaube, es gab ihn nur in der weiblichen Variante), aber das ist es ja, worauf es ankommt: Alte Dinge mit einem neuen Namen zu versehen, und schon hast du das Gefühl, die Welt neu erfunden zu haben (Prinzip Schuldidaktik, das Neueste ist jetzt der Erzählende Lehrer, harrr harrrr!, das nur nebenbei). Warum sind so viele Menschen,
WeiterlesenEinfach zweifach
Mittwoch, B.N. Zwei Interviewszusagen aus Berlin. Wann hinfahren? Mein Leben mit PM. Mein Leben in Tübingen. Allein, mit zwei WG-Mitbewohnern. Meine beiden Kinder. Meine zwei Berufe. Meine Sehnsucht, es richtig zu machen …
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