Ein Samstag in Tübingen

Party am Egeria-Platz, eine durchzechte, durchschlemmte, durchfeierte Nacht, spätes Frühstück mit PM, Steve und D., Stadtbummel, Osiander, Risiko, ein Cappuccino am Affenberg unter der Herbst- oder Spätsommersonne, je nach Betrachtung, danach Kino (Fack Ju Göthe 2. saudoof), danach LTT-Theaterkneipe, anregende Gespräche mit anregenden Leuten über die Premiere und die coole Jennifer Kornprobst, was wir beides nicht gesehen haben, und an jeder Straßenecke Diskussionen über Flüchtlinge, den VW-Abgasskandal und Dieselmotoren …

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Unterschreiben Sie bitte hier

Sonntag, B.N: Ins Ruhrgebiet zur Mutter und wieder zurück nach B.N. und dazwischen, zwischen den extrem nervenaufreibenden Fahrten die Rennerei und Telefoniererei, die nötig sind, um einen Pflegeplatz zu finden in einem, wie man sagt, freundlichen Seniorenstift. Gestern unterschrieben. Kann sich einer eine Vorstellung davon machen, wie viele  Formulare erfunden worden sind, um einen Menschen von seinem Haus in ein Pflegehaus zu verlegen? Bogen um Bogen unter strenger Befragung der Leiterin ausgefüllt, weitere Bögen später mit der Mutter zusammen und noch weitere alleine, Hauptsache ausgefüllt und unterschrieben. Ein Teil dieser ausgefüllten und unterschriebenen Bögen muss nun an Andere verschickt werden für

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Freunde und Gespräche

Mittwoch. Wieder in Tübingen. Dorle und Wolfgang zum Abendessen eingeladen. (Rinderbouillon mit Klößchen, Salat, griechisches Dessert.) Kontroverse Diskussion über Israel, die Israelfeindlichkeit der dt. Presse – Wolfgang teilt hier meine Einschätzung -, und über alternative Nachrichtenmagazine, von denen die beiden nichts halten. Viel gearbeitet. Seltsames Buch gekauft: Bonsai“ von Alejandro Zambra (Suhrkamp). Sprachlich subtil, inhaltlich bonsaimäßig reduziert, intensive Nachwirkung. Eher Novelle als Roman. Das schöne Cover hat mich verführt (bei Bücherstube Schmitz in B.N.) …

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RTL bei der Wahrheit angekommen

Samstag, B.N. Das RTL-Nachtjournal redet Tacheles. Man reibt sich die Augen und kann es kaum glauben: Am 8. September 2015 prangert RTL offen die Welteroberungspolitik der USA und das Mitwirken des Vereinigten Königreichs an den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten an …! Und hier der Tenor der Sendung: Viel Lob für die Deutschen schwappt über den Atlantik und den Ärmelkanal. Von unserer Willkommenskultur im Zusammenhang mit den Zehntausenden Flüchtlingen sind die Amerikaner und Briten beeindruckt. Unsere Schande in der Griechenlandsache scheint vergessen. In den USA und GB schmücken die guten Deutschen die Titelseiten der Gazetten. Worüber allerdings niemand spricht, ist,

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keine Worte

Bin mit meiner Mutter im Reinen. Da staune ich und mit welcher Leichtigkeit wir in einem bestimmten Moment diesen Systemwechsel herbeiführen konnten. Dringend notwendige Worte, die viel, viel früher, Jahrzehnte früher, hätten ausgesprochen werden müssen. (Für andere die selbstverständlichsten Worte der Welt.) Offensichtlich nur in dieser Extremsituation möglich – höchst kryptisch …

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Stadt und Arbeit

Mittwoch, B.N. Mit der Bearbeitung des neuen Interviews begonnen. Jedesmal wieder spannend: Das Herantasten an die Verschriftlichung des gesprochenen Wortes auf dem Hintergrund der Gesprächsaufzeichnung und der Erinnerung an Mimik und Gestik des jeweiligen Gesprächspartners. Sie alle sollen ihre Sprache beibehalten, was bei Kürzungen um bis zu zwei Dritteln des Originaltextes jedesmal wieder eine Herausforderung ist. Zunehmende Routine erleichtert den Arbeitsprozesses. In Köln Speedshopping mit L. bei Kaufhof. Allerlei Nützliches für ihren Haushalt u ihre Küche gefunden. Aufatmen: Großstadtluft, U-Bahn, Geschäfte, Menschen und dazu Spätsommersonne im Überfluss. Und: Einen Tag lang keine Eltern, keine Verantwortung. Oh! Mein! Gott! Bis das Handy

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