Montag, B.N. „Man ist ja nicht dazu geboren, in der zweiten Reihe zu stehen“, sagt gestern einer beim Winzerfest zu Dorothee und mir. (Ich kann es nicht glauben, dass ich beim Winzerfest war!) Heute morgen wg meinem Arm zum Orthopäden. Kortisonspritze in den Ellenbogen. Hoffe es nützt, ist schmerzhaft und bewegungseinschränkend u ich fürchte, es kommt vom Schreiben am PC. Danach eine wunderbare Buchhandlung entdeckt: Bücherstube Schmitz. Interessante Auswahl bei den Neuerscheinungen, sehr kompetente Beratung. Drei Bücher gekauft: – Wunderlich fährt nach Norden von Marion Brasch, Fischer – Die Grossrussin von Stefan Schwarz, Rowohlt (Hm! Müsste ja eigentlich Großrussin heißen.
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Schuld, Scham, Trauer
„Wo Schuld entstanden ist, erwarten wir Reue und das Bedürfnis der Wiedergutmachung. Wo Verlust erlitten wurde, ist Trauer, wo das Ideal verletzt, das Gesicht verloren wurde, ist Scham die natürliche Konsequenz.“ (S. 36) Warum Schuld, Scham und Trauer nach dem Zusammenbruch des Hitlerregimes allerdings kollektiv ausfielen, untersuchten Alexander und Margarete Mitscherlich schon 1967 in ihrem gemeinsamen Werk Die Unfähigkeit zu trauern. Diese Unfähigkeit, die einzig angebrachten – edelsten menschlichen – Gefühle zunächst mal zu empfinden und dann auch zu äußern, lässt sich zusammenfassen als Resultat einer intensiven inneren Abwehr. Die Hitlerbefürworter, die Judenmordbefürworter hätten nicht mehr in den Spiegel schauen
WeiterlesenZellbiologie am Sonntag
Sonntag, B.N. Heute klaue ich meinen Blogeintrag mal von Facebook, mit Quellenangabe selbstverständlich! C Juliane Vieregge hat Kristina Paßbergs Status geteilt. vor etwa einer Stunde Schon wieder was gelernt. Entropiezunahme – Danke! #Zellbiologie am Sonntag: Unser ICH ist kein Einzelwesen. Jeder Mensch ist ein funktioneller Verbund von 100 Billionen Zellen. Zellen besitzen einen eigenen Stoffwechsel, können kommunizieren, haben unterschiedliche Formen und Funktionen, können sich reproduzieren und sterben. Sie sind also die kleinste, uns bekannte Lebensform. Ergo, der Mensch ist eine Entität aus 100 Billionen Entitäten. Da jedoch alles, inklusive des Universums, die Tendenz hat zu entropieren (Entropiezunahme = die Tendenz
WeiterlesenGanz anders
Freitag, B.N. Auch hier heißt die Hauptverkehrsstraße Wilhelmstraße. Auch hier heißen die Straßen eines Wohnviertels aus den Sechzigern Sudeten-, Danziger- oder Tilsiterstraße. Und die Weinbergstraße gibts in Tübingen auch, sodass sich für einen Augenblick die Bilder verwirren. Auch hier reden die Leute Dialekt. Den verstehst du ohne Anpassungsphase, obwohl du im ersten Moment glaubst, die machen nur Spaß. Es gibt nur einen Buchladen, nur ein Antiquariat und kein einziges ernstzunehmendes Schuhgeschäft. Dafür an jeder Ecke ein Lokal. Hier wird rheinländisch gekocht, und dazu werden Weine aus der Region gereicht. Den meisten scheint es sehr gut zu gehen. Sie leben vom
WeiterlesenHeimat II – oder Das Einzige
Donnerstag, B.N. Die einzige Botschaft, die meine Mutter mir auf den Lebensweg mitgegeben hat, ist, dass das Leben an sich nichts taugt. Ihr eigenes Leben hat sie als Zumutung empfunden. Das Leben der Anderen auch; stellvertretend sozusagen, für die Anderen. Das Einzige, was meine Geschwister und mich in Sachen Lebensführung verbindet, ist ein sensationeller Aktionismus. Wir lassen nur wenig aus, wir nutzen jede Sekunde. Wir haben Energie zum Abwinken. Wir sind sehr gründlich, jeder auf seinem Gebiet. Wir sind ultimativ kreativ. Wir kriegen den Kopf aus jeder Schlinge. Wir lassen uns nichts vormachen (die Jahrzehnte lange Rhetorik-Schulung einer vom Leben
Weiterlesen„Alle Kriegsherren haben einen gemeinsamen Feind: Die Wahrheit.“ (Kurt Tucholsky)
Krieg gegen Russland: Ehemalige Geheimdienstler warnen Merkel vor falschen „Beweisen“ Ehemalige Mitarbeiter von US-Geheimdiensten haben einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel geschrieben, in dem sie vor einem Krieg mit Russland warnen. Die von den USA vorgelegten Beweise für eine russische Invasion der Ukraine seien höchst zweifelhaft und erinnerten an die falschen Beweise im Vorfeld des Angriffs auf den Irak. Die ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter warnen Merkel vor Nato-Generalsekretär Rasmussen. Denn als dänischer Premier hat er auch 2003 im Vorfeld des Irak-Kriegs massiv gelogen. (Foto: dpa) Alarmiert durch die anti-russische Stimmung, die das offizielle Washington in diesen Tagen prägt – und das Gespenst
WeiterlesenPutins Äpfel
Große Beunruhigung wg Ukraine-Krise. Gestern Nacht kam eine Doku über den Tag, an dem der 2. Weltkrieg anfing. Es war ein sonniger Spätsommertag, die Leute badeten und gingen shoppen und tanzen und hatten Spaß am Leben und gar keine Lust auf Krieg. Warum muss die Nato jetzt den starken Mann markieren? „Aktionspläne“ und „Speerspitzen“, „zusätzliche Soldaten“ und „Logistikstützpunkte“ gegen den „Aggressor“ statt Abrüstung, auch verbaler Art. Männer bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, könnte man meinen. Wenigstens ein bisschen Kalter Krieg, den hatten wir schon so lange nicht mehr. Dafür wird Propaganda gemacht, mit Drohungen und Geprotze. Und die Medien spielen mit. Dabei
WeiterlesenKochen und Arbeiten
Dienstag, B.N. Gestern Abend las PM mir das Märchen Tischlein, deck dich vor. Wir waren durch ein Zitat darauf gekommen. Märchen kannst du immer wieder hören, auch wenn du den Plot schon in- und auswendig kennst. Du setzt dich hin, weißt genau, was jetzt passiert und freust dich drauf. Du könntest das auch analysieren, wie der Text das anstellt, und das ist sogar ziemlich offensichtlich, wie er es anstellt, aber hast du dazu wirklich Lust? Während er las, hab ich gekocht: Reis, Thymiantomaten und Hähnchenschlegel, für PM Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Bohnengemüse. Nach dem Essen ist er auf dem Sofa
WeiterlesenEchte Alternativen
Es ist doch immer wieder ein Wunder, welche Möglichkeiten sich im Leben manchmal auftun und sich als echte Alternative entwickeln und dann auch vieles Bisherige infrage stellen … Panta Rhei sozusagen, alles verändert sich. In jeder Veränderung entsteht ein Neues (frei nach Platon bzw. Heraklit).
WeiterlesenAugust Macke Haus in Bonn
Montag, B.N. „Nun merke ich immer mehr, welche wundervollen Möglichkeiten die Kunst bietet. … Das Kunstwerk ist ein Gleichnis der Natur, kein Abbild“, schreibt August Macke am 12. Februar 1914 an seinen Künstlerkollegen Hans Thuar. Kann man nicht das Gleiche von der Literatur behaupten? Ein halbes Jahr nach dem o.g. Briefwechsel, im September 1914 und damit unmittelbar nach Kriegsbeginn, fällt Macke in Frankreich. Er ist erst siebenundzwanzig Jahre alt, und Deutschland hatte einen visionären und innovativen Künstler weniger.
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