„Die Gipfel sind völlige Zeitverschwendung. Der Hauptsponsor dieses Gipfels heißt Coca Cola, das ist der größte Plastikvermüller der Welt. Die größte Teilnehmergruppe auf diesem Gipfel sind Öllobbyisten, das sind über 650 Lobbyisten der Öl- und Gasindustrie und alle russischen Energieoligarchen.“ (Hannes Jaenicke, Maischberger 16.11.22)
WeiterlesenAutor: Juliane Vieregge
Entscheidung
Freitag. Ich kann mich über nichts beschweren oder wenn ich es täte, wäre das Gejammer auf sehr hohem Niveau. Und doch fällt es mir unendlich schwer mich zu entscheiden, wobei mir, während ich darüber nachdenke, im selben Moment klar ist, dass allein die Option, sich entscheiden zu dürfen, einer luxuriösen Situation gleichkommt. Was bliebe mir zu sagen, wenn ich vor keiner Wahl stünde, die Würfel längst gefallen und die nächsten Monate und Jahre meines Lebens bereits in Stein gemeißelt wären? Ja, dann könnte ich jammern … Der menschenleere Eisenacher Marktplatz döst noch in der matten Morgensonne. Die Schläge meine Stiefelabsätze
WeiterlesenViel Schaum vorm Mund
Donnerstag. Gabriele Krone-Schmalz, ehemalige Moskau-Korrespondentin der ARD und Professorin für Fernsehen und Journalistik an der Europäischen Universität Iserlohn, hält in Reutlingen einen Vortrag über den Krieg in der Ukraine, und die Medienwelt kriegt sich nicht mehr ein vor gespielter oder echter (?) Entrüstung. Ich meinerseits bin froh über jede(n), die / der eigenständig denkt und damit an die Öffentlichkeit geht. Danke, Frau Professor Krone-Schmalz! Ich bin auch froh über jede(n), die / der eigenständig Denkenden eine Plattform bietet, dass die Gedanken in die Welt gelangen statt im heimischen Arbeitszimmer zu verpuffen. Danke, Herr Ulrich Bausch – Geschäftsführer der Reutlinger VHS!
WeiterlesenDenken heißt überschreiten
Freitag, Eisenach. Zufällig in Leipzig entdeckt – einer unserer Helden (1977 in Tübingen gestorben). Was für ein Ansatz, und so weit entfernt von der Realität! Das Prinzip Hoffnung als Diskussionsgrundlage … mit dem Florett der Argumente statt dem Vorschlaghammer der Beleidigungen. Denkend Grenzen überschreiten … Er war es, der 1967 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt … kein Schreihals, sondern ein Utopist.
WeiterlesenEinfach sagen
Donnerstag, Eisenach. Wunderbar! Tom Buhrow, seines Zeichens WDR-Intendant, thematisiert die Reputationsschäden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgrund fehlender Staatsferne! „Denn ich werde etwas tun, was in der medienpolitischen Debatte absolut unüblich ist: Ich werde einfach sagen, was ich denke.“ Schon der zweite Satz seiner bemerkenswerten Rede killt ein Tabu. Was sich bisher als verschwörungstheoretisch verdächtig gemacht hat unter der Schutzplane einer gesellschaftlich und journalistisch weitverbreiteten Schubladendenkeritis, ist ENDLICH in der medialen Chefetage angekommen: „Wir brauchen einen gedanklichen Neuanfang. Ohne die typischen Selbstverteidigungsreflexe. Ohne Denkverbote!“ Einer spricht es aus, der über hinreichend Power und Potenzial verfügen würde, die Weichen umzulegen. Wenn da nur
WeiterlesenLeipzig – Arbeit und Impression
Dienstag, Eisenach. Was ist Leipzig für eine coole Stadt! Holy shit, solche Städte machen Hoffnung. Voller Kultur, voller Musik. Klarinette und Blues vom Feinsten als Straßenmusik! An jeder Ecke bunte, alternative Läden, Büchergeschäfte, Galerien, die Stimmung ist relaxed und unaggressiv. Viele junge Leute, die entspannt durch die – meist radweglosen – Straßen und Parks radeln auf dem Weg zur Uni oder zum Job oder zum Kindergarten. Lastenräder mit Kindern und Kisten und manchmal sogar Instrumenten im Gepäck. Und überall swingt und jazzt es. Die Hochschule für Musik und Theater ein gewaltiges, altehrwürdiges Gebäude aus riesigen Steinquadern mit riesig hohen Fenstern
WeiterlesenWerkbericht
Mittwoch. Vorbereitung auf meinen nächsten Interviewpartner. Eigentlich sollte er am Samstag hier in Tübingen einen Auftritt haben, zu dem ich eingeladen war. Fällt leider aus, die Pandemie ist immer noch wirkmächtig. Am kommenden Dienstag ist unser Termin – in Leipzig! Freu mich und bin gespannt …
WeiterlesenHate Speech preiswürdig
Der Stiftungsrat des Deutschen Buchhandels hat entschieden: Der Friedenspreis 2022 geht an Serhij Zhadan. „Brennt in der Hölle, ihr Schweine!“, lässt der ukrainische Schriftsteller und Musiker seinem ausgemachten Völkerhass auf alles, was russisch ist, freien Lauf. Indem die Wochenzeitung Die Zeit diese Entscheidung als „mutig“ bezeichnet, outet sie sich selbst als desorientierte Sprecherin eines desorientierten Zeitgeistes. Ein Autor, egal welcher Nation, sollte in der Lage sein, zwischen Bevölkerung und einem durchgedrehten Präsidenten zu differenzieren. Und nicht das hier: „Tolstoi und Dostojewski haben eine vernichtende Niederlage erlitten. Ebenso wie das russische Ballett, die russische Avantgarde (die sowieso zum Großteil gar nicht
WeiterlesenStatement
Die humanitäre Hilfe, die Deutschland für die Ukraine leistet, ist doch deutlich sinnvoller als das Unterfangen, die Kriegspartei Ukraine mit Waffen deutscher Hersteller vollzupumpen. Ich selbst bin Teil dieser humanitären Hilfe, indem ich ukrainische Schüler*innen in Deutsch unterrichte. Wer mich aufgrund meiner pazifistischen Einstellung meint in die rechte Ecke stellen zu dürfen, ist ein(e) unerwünschte(r) Leser*in und mache sich hier bitte vom Acker! Pazifismus als „rechts“ zu determinieren, ist außerdem historisch dermaßen daneben, dass es mir schlichtweg zu dumm ist, mich mit solchen „Argumenten“ auseinanderzusetzen. Ich liebe es nicht fremdbestimmt zu werden. Wo ich politisch stehe, bestimme ich immer noch
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