Jaffa und Meer

Dienstag, Tel Aviv. Nach Sonnenuntergang, nachdem der Feuerball hinter Dunstwolken verschwunden ist, tobt am Strand das Leben. Familien karren sich selbst und Körbe mit Essen und transportable Grills heran, komplett bekleidete Araberinnen steigen ins Wasser und haben ihren Spaß, das Ufer ist gesäumt von Badenden und Hunden, andere holen sich die schon aufgestapelten Plastikstühle herunter und schieben sie zu einem großen Kreis zusammen, um miteinander zu trinken und zu spielen. Wir halten bis 1.30 Uhr heute früh durch, trinken in der Masada-Bar noch einen Arak Mojito, bzw. israelisches Bier und stellen Überlegungen an, wann auf dem Boulevard wohl Ruhe einkehrt. Wir

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The Eagle Has Landed: Tel Aviv

Montag. Tel Aviv ist laut, bunt und leidenschaftlich. Im Hotel Dan gibts ein koscheres Frühstücksbüffet, das wirklich keine Wünsche offenlässt. Allein 4 verschiedene Käsesahnetorten! Nachts, am Strand, trainieren israelische Jungs und Mädels in einer Art Open-Air-Fitnessstudio. Alles geht geregelt und diszipliniert zu, von der Taxifahrt am Flughafen bis zur Strandhandtuch-Ausgabe am Hotelausgang. Toda heißt Danke!

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Telefontermin Literaturagentin

Freitag, B.N. Aufschlussreiches Gespräch mit einer Literaturagentin. Das Sachbuchprojekt mögen sie also, sie und ihre Chefin. Den Roman finden sie und ihre Chefin aber zu gewagt. Wollen sie lieber ein weiteres nichtssagendes, nichts erzählendes Werk aus irgendeinem Schreibseminar auf den Markt werfen, damit der Wendepunkt sich auch wirklich exakt in der Mitte ereignet und auch sonst sämtliche Regelchen eingehalten sind, die so viele Bücher so ermüdend, so gleichgesichtig machen? Ich sage ihr das alles. Ich sage ihr auch, dass ich selber eine Schreibwerkstatt leite und dass ich das alles kenne und dass es nur wenige Seiten braucht, um herauszulesen, ob der

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Fakten und Praktisches

Mittwoch. Zehn Tage Israel, eine Woche Kiel und viele schöne Tage in Bad N. – packtechnisch eine Herausforderung, bes. an meinen Koffer. Wie wird es sein in Tel Aviv, in Jerusalem, in Yad Vashem, vielleicht am Toten Meer? Ich blättere in den Unterlagen vom israelischen Ministry of Tourism („Fakten und Praktisches über Israel“) und kann es mir noch nicht vorstellen. Hab mir ja auch das Vorausdenken abgewöhnt.

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Eisenacher Impressionen

Montag, B.N. Am Wochenende ist Straßenfest in Eisenach. Irgendjemand hat Geburtstag. Zwischen traumhaften, gründerzeitlichen Großbürgerhäusern sind in zwei Reihen Biertische und -bänke aufgebaut. Getränke und das Buffet stehen im Hauseingang. Am Ende der Straße eine endlose Treppe, deren Stufen für das Fest kurzerhand bunt angestrichen wurden und nun mit Kerzen gesäumt sind, sie führen in das Dunkel der Eisenacher Oberstadt. Stimmung bestens, Anarchie und Nostalgie (jedenfalls für PM und seine alten Kumpels), für mich alles fremd und neu, die Wohnung der Gastgeberin groß genug, um darin Skateboard zu fahren, ein Riesenflur und so viele Zimmer, vollgestopft mit alten Möbeln und neuer

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Danke, Kollegen

Freitag. Wenns dir nicht gut geht, sind wir für dich da. Ist doch klar. Sagt Kollege Marcel oder Kollege Heiner oder beide im Wechsel, und sie sehen erst mich und dann sich an und dann wieder mich. Sie haben mir einmal maßgeblich geholfen, als ich in schlechter Verfassung war und Aufgaben nicht übernehmen konnte, und jetzt bedanke ich mich nochmal dafür und sie sehen mich wieder so an, und da muss ich schnell an etwas anderes denken, um nicht loszuheulen. Weil doch gerade die feierliche Verabschiedung von ganz anderen Kollegen läuft und ganz andere Leute heulen und das reicht dann

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Straßburg sehen …

Sonntag. Letzte Woche war ich beruflich in Straßburg. Erst ein einziges Mal sei ich in Straßburg gewesen, sage ich zu meinem Begleiter. Vor vielen Jahren, kurz vor dem Abi, als mir ein Maler – aber das ist wieder eine andere Geschichte. Als ich dann auf dem Platz vor dem Münster stehe, fällt mir schlagartig ein, dass es noch ein zweites Mal gegeben hat. Nämlich meine Hochzeitsreise. Colmar-Straßburg, die Katastrophenreise meines Lebens. Wie kann ich die vergessen haben! Wieder zurück, suche ich ein Foto heraus. Es zeigt eine sehr schlanke, junge Frau vor dem Hauptportal des Straßburger Münsters in schwarzem Minirock,

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Kulturinitiative Rock e.V. Winterbach

Freitag. Zeltspektakel in Winterbach 2015. Status Quo haben dieses Jahr die Eröffnung gemacht, und heute Abend werden Jethro-Tull-Frontman Ian Anderson und Procol Harum auf der Bühne stehen. Und ich bin dabei, zusammen mit H.S., der extra aus dem Norden angereist ist. Für Legenden nimmt man so etwas in Kauf. Das Zelt ist ausverkauft, die Stimmung gigantisch. Zuerst laufen die Fünf von Procol Harum ein, die ich vor ein paar Jahren schon mal im Sudhaus gesehen habe, aber das ist mit der Open-Air-Atmosphäre so einer Location nicht zu vergleichen. Gary Brooker hat seinen Zopf abgeschnitten! Seine Stimme immer noch metallisch schneidend,

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