Samstag. Wie mag das Lebens- und Weltgefühl eines mittelalterlichen Menschen ausgesehen haben? Er wird im Wesentlichen sein Tagwerk verrichtet und ein Leben in Gleichförmigkeit geführt haben, ein Tag wie der andere, geprägt von Armut oder sogar Kampf um das Überleben, mit Wut über die Ohnmacht den Entscheidungsträgern gegenüber, mit Schmerzen, die nicht zu heilen waren, mit der Gleichgültigkeit, die aus dem immer gegenwärtigen Tod heraus entstand durch Krankheit oder Schwangerschaft oder Geburt des nächsten ungewollten Kindes, mit spärlicher Sinnstiftung durch die Kirche, mit Kirchenfesten und Dorfhochzeiten, die Helligkeit und Abwechslung brachten, wenigstens für kurze Zeit, um dann wieder zurückzufallen in
WeiterlesenKategorie: 2015
Aktualisierte Befindlichkeitsliste
Was ich hasse: Radfahren mit Helm auf dem Gehweg Didgeridoos in der Fußgängerzone oder, noch grausamer, in der Unterführung Auswendiges Gedichte-Rezitieren mit IntensivBlickkontakt Was ich liebe: Meine neue Cabanjacke (dunkelrot-schwarz kariert) Weihnachten Einzlkind (Billy)
WeiterlesenSatz des Tages
Weisheiten sind auf jeden Fall Hammer! (Maren)
Weiterlesen180 Grad
… und wenn ich in Remagen aussteige, steht da schon PM, ein blitzender Blick, dann dreht er sich auf den Fersen um exakt 180 Grad, immer macht er das und es sieht maßlos elegant aus, ein langer Schritt in die falsche Richtung – Zeitdehnung? – um sich sofort wieder umzudrehen, und ich laufe direkt in seinen Blick hinein. Der mit den Lachfältchen, endlich.
WeiterlesenVon Weichholzmöbeln, Satzfragmenten und Schokolade
Donnerstag. Der Holländer* hat das Buffet gebracht. Genauer: Er hat zwei gebracht, heute Morgen stand er mit seinem Transporter um 7.00 Uhr vor der Tür, er baute sie beide unten im Hausflur auf und das, worauf meine Wahl dann doch relativ schnell fiel, trug er mit Steves Hilfe in meine Wohnung hoch. Ein Prachtstück. Besser als der Vorgänger, ha!, Biedermeier, Weichholz, honigfarben gewachst, mit einem schön samtigen Schimmer. Eben ein richtiges altes, sehr altes Küchenbuffet. Noch einen Kaffee getrunken mit dem freundlichen Typen, und weg war er wieder. Ab nach Holland. Aber zuerst noch an den Bodensee und nach Frankfurt,
WeiterlesenGroßmächte
Dienstag. Wir halten fest: Deutsche Politiker maßen sich das Recht an, darüber zu entscheiden, welche Rolle syrische Regierungstruppen in Syrien im Kampf gegen den IS spielen sollen, während die halbe Welt völkerrechtswidrig und ohne UN-Mandat ihre Interessen in Syrien durchsetzt und den legitimen Präsidenten stürzen möchte. Politiker, ist das euer Ernst? Von der Leyen: „Meine Position ist: es wird keine Zukunft mit Assad geben!“ – ist sie noch bei Sinnen? Deutschlands Kurs zeigt, dass wir die geopolitischen Entscheidungen der USA nicht nur abnicken, sondern militärisch mittragen. Selbst der Grüne Hofreiter bläst in dieses Horn, „Assad rauszunehmen, eine Übergangsregierung zu schaffen“. Tatsächlich
WeiterlesenPoetikdozentur
Tübinger Poetik-Dozentur dieses Jahr mit Clemens Setz und Kathrin Passig als Co-Dozentin. Die Vorlesung in der Alten Aula hält Setz. Über Schreibanlässe spricht er. Ein Wortakrobat, ein Jongleur, der amüsante Spielereien mit Satzfragmenten und Überraschungseffekten durch Zusammenfügen von nicht Zusammenpassendem anzettelt (Screenshots von den Headlines alter, richtig alter Zeitungen). Lustig, verblüffend, ja durchaus – und irgendwann ermüdend. Bin ich müde? Ich kichere ein bisschen mit und dann der Gedanke: ach leck mich, komm endlich zur Sache. Sind Worte denn nur Zeichen, Spielzeug?, nein, sind sie nicht, um das gleich zu beantworten, habe ich auch noch nie so gesehen. Es gab
WeiterlesenWachsen
Donnerstag. Zu wachsen heißt leben. Nichts anderes.
WeiterlesenAltes
Samstag. Zum ersten Mal seit meinem persönlichen Big-Bang – zum ersten Mal seit drei Jahren – acht Stunden lang geschlafen. Das letzte erinnerungsbehaftete Möbelstück ist raus. Ob du wirklich ER-LEICHTERT bist, ob du eine Sache wirklich hinter dir gelassen hast, nicht mit dem Gut-dass-der-Arsch-endlich-weg-ist-Gefühl, denn das ist immer unehrlich, sondern mit dem Gefühl: Ja. Es ist jetzt gut so, weil es gar nicht anders kommen konnte – wenn du mit genau dieser Einstellung eine Sache loslässt, dann merkst du das. Dann durchströmt und reinigt dich das von innen, sozusagen. Und du kannst, zum Beispiel, wieder schlafen. Der Typ von dem
WeiterlesenFress-Ranking in Tübingen
Mein Lokal – dein Lokal in Tübingen! Mit im Rennen: Das Meze von Vasiliki und Gabriel. Zum gemeinsamen Fernsehen mit Pizza und reichlich Freixenet finden sich W., der seinen eigenen Sekt mitbringt, Susanne und natürlich Steve vor meiner Uraltglotze ein. Heftige Kontroverse: Ich lasse nichts aufs Meze kommen, während W. skeptisch ist. Zur Party am kommenden Samstag sind wir alle und ganz besonders PM eingeladen (Gabriel: Wann sehe ich meinen Freund wieder?). Diskussion über meine drei Kommunisten: Steve und ich haben Marx, Engels und Lenin letzte Woche jeweils eine original DDR-Pestalozzi-Medaille (von PMs Dad) verliehen. Zu Susannes Freude haben wir die Aktion fotografisch
Weiterlesen