Freitag. Wie die Grünen sich jetzt regierungsfähig machen: Höhere Ausgaben für die Bundeswehr, gemeinsame europäische Kampfeinsätze, stärkeres Engagement in der Verteidigungspolitik – die neu-grüne Aggression in der Außenpolitik ist mir unheimlich.Weckt böse Erinnerungen an Joschka Fischers Kosovo-Mission, als er 1999 über die Dörfer zog und für den Bundeswehreinsatz auf Stimmenfang ging. Auch auf dem Tübinger Marktplatz hatte er seinen Auftritt. Schien total angezündet von der schrägen Tatsache, dass ausgerechnet ein grüner Friedenspolitiker für den ersten deutschen Kriegseinsatz seit 1945 warb. Und jetzt jubeln die Medien, die CDU, die Wirtschaftsverbände Baerbock und Habeck zu. Und alle haben eine Meinung dazu und
WeiterlesenKategorie: 2021
Fuck off, Goethe
Donnerstag. Meine ganze Wohnung ausgelegt mit Büchern, Unterlagen, Arbeitsblättern, Merkzetteln. Die Aufgabe, Aufgaben zu erstellen, zwingt mich zur Beschäftigung mit meiner eigenen Arbeit der letzten zwei Jahre (Stoffverteilung Oberstufe). Doch, ich bin zufrieden, das ist ein ziemlich seltenes Gefühl. Die Sache hat System, Vollständigkeit ohne Überfrachtung, das ist das Wichtigste. Wenn sie es sich jetzt auch noch alles merken könnten … … Funktioniert aber nicht. Zumindest nicht, was den Fauststoff angeht, und das liegt nicht nur am Lockdown. Faust ist für ältere und alte (lebenserfahrene) Menschen und nichts für Achtzehnjährige. Eine von gefühlt tausend didaktischen Fehlentscheidungen, sozusagen – Bildungsplan 2021!
WeiterlesenHeroes
Dienstag. Flashback: In der Sonne liegend und eine minikurze Auszeit vom Erstellen unendlich vieler Prüfungs-Aufgaben genießend, in Gedanken umherschweifend zu den üblichen Dingen wie Familie, das Leben / die Zukunft im Allgemeinen, Fehler und Heldentaten im Besonderen – das Intro von Heroes!DAMALS! Lebte ich wirklich auf dem gleichen Planeten wie dieser coole Überirdische? Mit der wegbrechenden Stimme? In den frühen Achtzigern, es war im WG-Zimmer von Dagmar und Ele – ich lag auf ihrem Riesenbett, und wahrscheinlich diskutierten wir den Gebärstreik, an dem wir uns per Unterschrift beteiligen wollten, oder die ungeklärte Sache mit dem Haupt- und Nebenwiderspruch – traf
WeiterlesenTagesaktuell
Mittwoch. Das L.chen und das T.chen und meine liebe L. kommen heute aus Köln angereist. Wie das so ist: Viel einkaufen, viel vorbereiten, viel Aufregung, ist auch alles so, dass sie sich wohlfühlen, darum geht es ja, dass sie gerne wiederkommen. Vollkommen entsetzt bin ich über die jüngsten Auslassungen von Robert Habeck. Der Häuptling der grünen „Friedenspartei“ unterstützt europäische Waffenlieferungen an die Ukraine: „Waffen zur Verteidigung, zur Selbstverteidigung, kann man meiner Ansicht nach der Ukraine schwer verwehren“, sagte er während seines aktuellen Besuchs in der Ukraine dem Deutschlandfunk. Was haben die dem in den Wodka getan, dass er so naiv daher
WeiterlesenAuf den eigenen Straßen
Dienstag. „Die islamistische Terror-Vereinigung Hamas, die unter anderem von Iran und Saudi-Arabien unterstützt wird, hat eine militärische Offensive gegen Israel gestartet. Deutschland bekommt nicht mal den Antisemitismus auf den eigenen Straßen in den Griff, wo die heimische und die zugewanderte Judenfeindlichkeit einander umarmen.“ (Steingarts Morning Briefing 25.05.21)
WeiterlesenBrot für die Welt, aber die Wurst bleibt hier
Sonntag, B.N. „Es begann ganz nebenbei mit einer Meldung vom vergangenen Mittwoch aus der Parteizentrale der GRÜNEN: Frau Baerbock habe im März diesen Jahres Sonderzahlungen für die Jahren 2018 bis 2020 „eigenständig“ nachträglich der Verwaltung des Bundestages gemeldet, denn ihr sei aufgefallen, dass dies – „versehentlich“ – noch nicht erfolgt sei. Konkret geht es um Weihnachtsgelder, Erfolgsprämien und COVID-Sonderzahlungen, alles in allem 25.000 Euro. Für Bundestagsabgeordnete scheint es sich um eine Petitesse zu handeln, für Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller, die von einem Weihnachtsgeld von 5000 Euro nur träumen können, ist es ein Schlag ins Gesicht.Und schlimm ist es bei einer
WeiterlesenNachholbedarf
Samstag, B.N. Flaschen und Gläser noch auf dem Tisch, das Geschirr schon durchgelaufen, der halb volle Topf Soljanka auf dem Herd, oben schlafen sie noch, die Stille des Morgens wie ein Nachhall vom Abend. Kaffeeduft, Vogelgezwitscher aus der japanischen Kirsche vor PM’s Esszimmerfenster – einer dieser Momente von Einssein und Vollkommenheit, von dem ich weiß, dass ich ihn nicht vergessen werde. Später kommt Gisela runter, dann Steve, dann PM, langes Frühstück, Bummeln durch Ahrweiler mit Maske, aber ohne Test: ein ungewohntes Feeling, ein Zipfel Normalität. Mit neuen Sommerblusen und hauchzarten Schals in den Einkaufstüten kommen wir zurück, und die beiden
WeiterlesenDann gibt es nur eins
Donnerstag. Zum 100. Geburtstag von Wolfgang Borchert. Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen,du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelmeund Maschinengewehre. dann gibt es nur eins:Sag NEIN!Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen,du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, danngibt es nur eins: Sag NEIN! Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollststatt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:Sag NEIN!Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen
WeiterlesenKein Heimweh
Mittwoch. Dorle hat kein Heimweh. Zum ersten Mal seit ihrem Umzug nach Berlin ist sie in Tübingen auf Besuch. Findet es nett, gemütlich, vertraut und so weiter, aber sie verspürt keine Sehnsucht. Darüber ist sie sehr erleichtert, und auch ich finde diese Auskunft beruhigend. PM und ich haben ja auch so unsere Pläne. Die inzwischen sogar ganz konkret sind. (Sage ich hier, um mir Mut zu machen.) Dorle ist mit Isa gekommen, wir quatschen bei Tee und Kuchen, und es ist fast wieder normal. Also wie vor Corona. Einfach schön.
WeiterlesenStandortverteidigung
Dienstag. Wer von denen, die sich so leidenschaftlich gegen Israel oder für die Sache der Palästinenser positionieren, macht sich in gleicher Weise für den von Saudi Arabien ausgebluteten Jemen, für die von Erdogan verfolgten Kurden stark? Ich nehme mich hier nicht aus. Beim Thema Antisemitismus ist meine Empfindlichkeit ungleich stärker ausgeprägt, das Ungerechtigkeitsgefühl viel mehr getriggert als bei anderen Unrechtsgeschichten. Ich stelle mal die These auf, dass das emotionale Engagement historisch begründet ist, insofern die eigenen Biografie immer an die Historie gekoppelt ist. Als Kind einer nach Nazi-Terminologie „vierteljüdischen“ Mutter bin ich mit dem Thema Judenfeindlichkeit aufgewachsen und davon sozialisiert.
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