Land unter

Donnerstagmorgen. In PMs Haus ist Land unter. Er sitzt mit Theo im oberen Stockwerk fest. Keller und Erdgeschoss sind bis zur Decke geflutet. Gerade als er gestern Abend seine Platten und die Anlage retten wollte, brach das große Wohnzimmerfenster durch und die Flut kam reingeschossen. Er konnte nichts mehr retten. Er hat im Wortlaut nichts mehr. Wenn ich mit ihm telefoniere, erzählt er, was gerade an seinem Haus vorbeischießt: Autos, Öltanks, Betten, Wohnwagen … Alles riecht nach Öl …Und im Hintergrund, also auf der Treppe nach oben, plätschert das Wasser. Ich mache mir riesige Sorgen, ob das Haus hält. X Mal

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Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutsche

Mittwoch. „Die Prüfung soll unvorhersehbar sein!“ – O-Ton Kultusministerium. Ja, passt! Die Lehrenden sind Getriebene, die Lernenden die Verarschten. Was soll das? Was soll damit wem bewiesen werden? Dreitägiger Prüfungsmarathon. Jetz‘ isch over, sozusagen. Trotz der Gängelung von oben in Gestalt zunehmender Gleichschaltung pädagogischer Prozesse und Kontrollierbarkeit jedes einzelnen Handlungsschrittes waren da viele tolle Ergebnisse und sogar durchaus spaßige Momente. Highlight: Das Oberarm-Tatoo eines Prüflings in sog. WeckerSchrift: NOW!, passend zum Thema Heldentum (Mut … Schmerz). Bereitwillig legte er es für uns, die dreiköpfige Prüfungskommission, frei, und wir staunten nicht schlecht. PM verzweifelt: Die Ahr ist über die Ufer gestiegen.

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Bad Luck Banging or Loony Porn

Sonntag. Bad Luck Banging or Loony Porn heißt soviel wie Pech beim Knallen oder verrückter Porno und ist ein verrückter, wilder Film des rumänischen Regisseurs Rado Jude. Wenn wg. Corona nur die beiden Programmkinos geöffnet sind und ihr kleines, sehr spezielles Angebot dir sagt: das oder gar nichts, dann wählst du eben das und landest in einem Film, der dich zwei Stunden lang ins Plüschpolster drückt, dass dir Hören und Sehen vergeht. PMs Kommentare wie üblich laut und zahlreich, was angesichts der rar gesäten Zuschauer*innen diesmal nicht so auffiel, und von den wenigen verließen zwei auch noch vorzeitig den Saal.

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Cappuccino mit Sahne

Donnerstag. Stress im „Amt“. Der Umgang mit Ärger/Verunsicherung/Sinnlosigkeit spielt sich nur by doing ein. Das Falscheste ist so: ich kann sowieso nichts ändern, das ist immer so, ich versuch das einfach zu vergessen … Das mit dem Vergessen klappt nicht. Als wenn man Vergessen anordnen könnte, ha! Dann würde ich eine Menge vergessen. Es hilf nichts: Der Weg führt mitten hindurch! Die wichtigste Frage an dich selbst: Was macht das mit mir? Warum macht mir das was aus? Sich selbst ernst nehmen. Dann erst zur Strategie: 1. Uneitle, angstfreie Ansage. 2. Was ich mir wünsche. 3. Ausblick über den Tellerrand

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Frau Baerbock schreibt ein Buch

Sonntag. Die Grünen-Kanzlerkandidatin wehrt sich.Zuerst die zu späte Meldung von Sonderzahlungen beim Bundestag (wofür überhaupt die Coronazulage???). Dann die Übertreibungen, was ihren Lebenslauf angeht. Und nun das: In ihrem Buch Jetzt soll Anna-Lena Baerbock kräftig abgekupfert haben. Entschuldigen mag sie sich nicht schon wieder. Lieber engagiert sie den Medienanwalt Christian Schertz, um sich argumentativ gegen die Plagiats-Vorwürfe aufzurüsten. Und das hört sich dann so an: Sie habe „sehr bewusst auf Fakten aus öffentlichen Quellen zurückgegriffen“, die ja ohnehin jedermann bekannt seien! „In diesem Sinne stecken hier auch Ideen, Kenntnisse und kreative Gedanken von all den Menschen drin, mit denen ich

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Doofe Partei

Donnerstag. Wie doof kann eine Partei sein, ein Ausschlussverfahren gegen die eigene Spitzenkandidatin anzustreben? Noch dazu gegen eine Politikerin, die für die meisten Wähler*innen das einzige Argument sein dürfte, ihre Stimme dieser Partei zu geben? Der Grund sei Wagenknechts im Frühjahr erschienenes Buch Die Selbstgerechten. Könnte es sein, dass ihre Gegner*innen sich im Portrait der sog. Lifestyle-Linken einfach nur verdammt punktgenau wiedererkennen? Die Genossen, die den Antrag auf Ausschluss gestellt haben, wollen anonym bleiben. Was für feige Säue! Aus dem Hinterhalt Wagenknecht vor das Schiedsgericht des Landesverbandes zerren und sich selbst schön bedeckt halten – das ist das, was von

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Tödliche Hitze

 Mittwoch. Die anhaltende Hitzewelle in Kanada hat offenbar zum Tod von mindestens 134 Menschen beigetragen. Gestern verzeichnete der kanadische Wetterdienst den dritten Tag in Folge einen neuen landesweiten Temperaturrekord in Lytton in der Provinz British Columbia: Die Temperaturen stiegen dort auf 49,5 Grad Celsius – kann man den Klimawandel noch wegreden? Kommt die Hitze auch zu uns? Ist es schon fünf nach zwölf? Würde das Klima sich regulieren, wenn auf der ganzen Welt Industrie und Verkehr lahmgelegt würden? Ist die Menschheit zu globaler Solidarität fähig?

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Geteiltes Meer

Montag. Schwein gehabt, die nette Lady von der Apotheke nimmt mich im Auto bis zum Bahnhof mit. Davor sitze ich im Ärztehaus Mössingen fest. Sie schließt ihre Apotheke ab, man kommt ins Gespräch, dieser verrückte Hagelsturm, schon wieder – kurzer Austausch über dies und das, sie flitzt in die Tiefgarage, und schon hocken wir nebeneinander im Trockenen und fahren unter krachenden Donnerschlägen durch Platschregen und Eisgeschosse. Dankewielieb und Gerngeschehen und machensiesgut und nächste Woche bekommt sie einen Blumenstrauß von mir.Mössingen hat den kleinsten bemannten Bahnhof der Welt. Behaupte ich einfach mal. Jedenfalls gibt es einen sehr engagierten Bahnhofsvorsteher – nennt

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Nerdig

Montag. Ein Wochenende unter Texten und Aufgaben ohne jede menschliche Begegnung und für die Pausen auf der verwüsteten Dachterrasse ein skurriles Buch: Thomas Brussig: Die Verwandelten. Genau die richtige Kost angesichts der Dumpfheit und Uninspiriertheit gegenwärtiger „Amts“realität.Auf dem besten Weg zum Nerd …

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