Freitag. Heute wurde J.S. auf dem Bergfriedhof beigesetzt. Ungefähr 300 – 400 Trauergäste haben ihn verabschiedet. Sehr bedrückend, so eine Sache weckt unheimliche Ängste. Vor zwei Jahren hat er Abi gemacht und angefangen Theologie zu studieren. Kann mich gut an die Diskussionen mit ihm erinnern, er war immer einen Tick provokant, hat sich viele Gedanken über vieles gemacht … Anschließend zu Fuß zurückgelaufen und in der Stadt mein Fahrrad gesucht (und gefunden), das ich gestern vor dem Rundfunkinterview irgendwo angekettet und dann vergessen habe. T. und L. angerufen, ob es ihnen gut geht. Am Abend ist Vernissage im Stadtmuseum, wo
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DLF
Donnerstag. Am Nachmittag direkt vom „Amt“ auf den Österberg hoch zum SWR-Landesstudio. Eine Stunde später – ich bin ausnahmsweise viel zu früh da – werde ich der Redakteurin von Religion und Gesellschaft, Dr. Christiane Florin, in Köln zugeschaltet. Sie hat eine sympatische Stimme und stellt anspruchsvolle Fragen. Sie mag mein Buch, sie erkennt den redaktionellen Aufwand dahinter. Die Sendung mit dem Titel „Warum wir über den Tod reden sollten“ wird am kommenden Montag in der Reihe Tag für Tag im Deutschlandfunk gesendet. Hinterher fühle ich mich sehr gut. Eine Stunde lang mit Jerome telefoniert.
WeiterlesenBegegnungen in Altenkirchen
Montag. Am Wochenende hatte ich eine Lesung im Westerwald, genauer: in Altenkirchen bei der Buchhandlung Wäller. Veranstalterin war die Landesjugendakademie. Ich war noch nie zuvor im Westerwald und wusste gar nicht, wie schön es dort ist. Und wie liebenswürdig die Menschen sind. Ich kann das gar nicht alles hier beschreiben. Die Zuhörer*innen waren sehr besondere Männer und Frauen, wie auch die Buchhändlerin, die nebenher Kinderbücher schreibt und einen eigenen Verlag gegründet hat. Am nächsten Tag, Samstag, lerne ich in einem Modeladen, wo ich aus dem Schaufenster raus einen Plüschmantel kaufe, das Inhaber-Ehepaar kennen. Wir quatschen bis weit in den Spätnachmittag
Weiterlesen… mal wieder Abschied
Sonntag, B.N. Gleich werde ich in den Zug steigen, meine Tasche zwischen die Beine stellen und durch die Tür nach draußen sehen, in zwei Augen, die mir viel bedeuten, dann einen Platz suchen und vielleicht keinen finden, stehend oder sitzend mit Blick aus dem Fenster das Wochenende durchspielen mit seinen Highlights und seinen Zweifeln, ja die auch, während der Zug durch die Gegend brettert am schönen Rhein entlang durch das schöne Andernach und das schöne Bingen und soviel Schönheit macht ja auch ein bisschen müde und ich weiß nicht, was der Rest des Jahres – die Zukunft! – bringt, und
WeiterlesenKürzest-Version
Samstag, B.N. Der Osten wurde nach dem Anschluss überrollt, die Industrie plattgemacht, vielen der Stolz gebrochen. Da haben wir nun den Salat: Die AfD ist keine neue Bürgerpartei, sondern eine Rachepartei … Längere Kurzversion: „… Was auf die sog. Wiedervereinigung folgte, war harte Arbeit und große Ungewissheit, ein Volk aus gestandenen Persönlichkeiten, die über Nacht zu einem neuen Staat gehörten, alles neu lernen und jemand anderes werden mussten. Statt der alten SED-Eliten nahmen nun Westdeutsche auf den wichtigsten Stühlen Platz, die Schreckensbilder aus dem Staatsbürgerkunde-Unterricht schienen zum Leben erwacht, der Einzug des Kapitalismus riss erdrutschartig alles mit.Landauf, landab machten die
WeiterlesenCulturMag
Donnerstag. „Lass uns über den Tod reden ist ein intensives, zutiefst humanes Buch. Immer wieder geht es darum, Frieden zu finden. Abschied. Ermutigung. Das alles fängt mit reden an. Die Gespräche sind gehaltvoll, die Autorin hat eine sehr gute Hand gehabt. Das Buch ermutigt, den Tod öffentlich zu machen, ihm einen Platz im Leben einzuräumen. Das minimalistische Cover übrigens bringt den Tod visuell auf den Punkt.“ (Alf Mayer, 3. Nov. 2019)
WeiterlesenNachlese …
… vom 26. Oktober: https://www.blick-aktuell.de/Berichte/Der-Tod-als-AuftraggeberLehrmeister-Versoehner-419174.html
WeiterlesenSchöne E-Mail, schönen Dank!
Liebe Frau Vieregge,ich bin freier Journalist und Autor, und für eine Recherche habe ich gestern in der U-Bahn begonnen, „Lass uns über den Tod reden“ zu lesen. Und dann bin ich im Text versunken (genaugenommen: im Interview über Horst Buchholz) und zwei Stationen zu weit gefahren. Das ist mir seit Jahren nicht mehr passiert. 🙂 Tolles Buch (soweit ich bisher bin); herzliche Grüße, Ulrich Hoffmann (mit freundlicher Genehmigung)
WeiterlesenDeadline
Sonntag, im Zug Kiel-Stuttgart. Shit! Das Wochenende geht vorbei, dem i-phone geht der Saft aus, der klapperalte Waggon hat keine Stecker, und ich muss diesen angefangenen Text noch fertig machen. Bis Dienstag Abend habe ich Zeit, aber Zeit ist relativ. Morgen wird’s nichts, heute sowieso nicht mehr. Deadline ist jetzt! Das ist hart, wenn dein Geist in alle Richtungen explodiert, doch die äußeren Umstände sprechen gegen dich. Die Worte in deinem Kopf werden zu Wortsalat, indem der Versuch sie geistig abzuspeichern fulminant scheitert. Später, später, wenigstens die Struktur steht doch!, aber: aufgeschoben ist genau das gleiche wie aufgehoben, das ist
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