Kontemplation und Diskurs

Sonntag. Ich liebe wolkengroße Schaumberge auf meinem Badewasser. Das Obstgesicht von Ed Sheeran … ist wie seine Songs. Eigentlich ist mein gestörter Nachbar ein armes Schwein, aber weil er gleichzeitig so ein Kotzbrocken ist, der die Hausbewohner tyrannisiert und allen Angst einjagt mit seinem Cholerikergebrüll und seinem Armehochreißen (und seine Arme haben den Umfang von Walzen), kommt kein Funken Mitleid bei mir auf. Viele Mails und Telefongespräche: Für mein Buchcover darf ich in Absprache mit dem Ch. Links Verlag einen Grafiker meiner Wahl um Entwürfe bitten! Eine Gratwanderung, das Thema ‚Tod‘ gestalterisch so anzugehen, dass es Neugier weckt, aber nicht aufdringlich

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Samstag. Ja, und in diesem anderen „Amt“ haben sie mir jetzt einen Job angeboten. Das hätte ich als Allerletztes erwartet. Denke nun aber dauernd darüber nach. Warum?, das frage ich mich. Ein „Amt“ ist wie das andere unterm Strich, und mein „Amt“ ist okay. Vielleicht fühle ich mich einfach nur irgendwie geschmeichelt … Ye hat heute ein Date. Endlich sitzt sie nicht nur in ihrem Zimmer, das kommt mir schon ganz rätselhaft vor. PM bleibt dieses WE in B.N., unser Sommerfest vorbereiten … viel, viel Arbeit. Ein WE ohne ihn: blöd. Er fehlt. T. hatte gestern e. Auftritt, schläft noch,

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Hunde schlafen

Freitag. Meine Mädels wollen heute wissen, wie alt ich bin. Ich sage, irgendwas zw. 29 und 70. Sie lachen und fragen nochmal: Nee, echt jeeetzt! Warum das wichtig sei, frage ich sie. Wenn ich mich für einen Menschen interessiere, interessiert mich nie sein Alter. Klar kann ich grob einschätzen, ob jemand jünger oder älter als ich ist – mehr auch nicht. Mit achtzehn war ich in einen Sechzigjährigen verknallt, mit 25 in einen Neunzehnjährigen. Leute, die frei im Kopf sind, behaupte ich jetzt mal, denken nicht in diesen Kategorien. Das Alter ist nämlich eine sehr konventionelle Kategorie. Im Vergleich zu manchen

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Wie mit Gift sehr viel Geld gemacht wird

Montag. Monsanto heißt jetzt nicht mehr Monsanto. Die Bayer AG hat den anrüchigen Namen des Chemie- und Saatgutkonzerns ausgelöscht, seit sie ebendiesen verschluckt hat. Monsanto richtet zwar immer noch genauso viel Schaden an, aber nun unter dem Deckmantel des Leverkusener Pharmakonzerns. Monsanto ist der Erfinder und Vertreiber der alles tötenden Pflanzengifte Agent Orange und Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat und gleichzeitig des genveränderten Saatgutes, das eben gegen Glyphosat resistent ist! Die Bauern müssen also beides kaufen, denn das Glyphosat bleibt nicht auf den Äckern liegen; es fliegt durch die Luft und vernichtet alles, was diese Resistenz nicht aufweist. Natürlich

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Jeder stirbt für sich allein

Sonntag, B.N. Am Nachmittag ist L. mit Familie da. Das ist das Glück, einfach full Life und in jeder Hinsicht fordernd und erfüllend … Abends mit PM nach Bonn ins Theater, letzte Vorstellung von Jeder stirbt für sich allein nach Fallada von der Regisseurin Sandra Strunz. Abgesehen von der Leistung, aus einem 700-Seiten-Roman (den Fallada in vier Wochen niederschrieb u der erst posthum bei Aufbau veröffentlicht wurde) ein Rollenbuch zu machen, ist diese Aufführung eine geradezu expressionistische Zusammenschau von ausdruckstänzerischen Choreographien, Rahmengesängen als Reminiszenz an den antiken Chor, mixed Songs aus der Kriegszeit – Schlager, Soldatenlieder oder auch mal das Horst-Wessellied

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Möglichkeiten

Freitag. Ich habe fertig! Die schlimmsten Korrekturen (fürs „Amt“) sind vorbei, alles andere kommt mir dagegen jetzt wie Peanuts vor. Auch die drückende Hitze hat sich verzogen, Sonne, der Duft von Blumen, weiße Wolken und Wind – Nordseewetter!, das Köfferchen ist vollgepackt mit Arbeit, die Spaß macht, und schönen Klamotten, die schönste Möglichkeiten enthalten, denn gleich, gleich fahre ich nach B.N.

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USA raus

Donnerstag. Die USA kündigen ihren Austritt aus der umstrittenen UN-Organisation der Menschenrechte an. Begründet wird ihr Schritt mit der israelfeindlichen Haltung des Gremiums. Hatte dieses doch in den vergangenen Jahren zahlreiche Resolutionen gegen Israel verabschiedet, während die Verletzungen der Menschenrechte in anderen Ländern gerne unthematisiert blieben. Offiziell soll der UNO-Menschenrechtsrat die Einhaltung der Menschenrechte weltweit überwachen. Was dann tatsächlich passiert, steht auf einem anderen Blatt. Und so erscheint der Rat wie ein lächerlich absurdes Theater, ein Fakegremium, in dem eine Ansammlung von schlimmen Fingern, Diktatoren und Autokraten, die Menschenrechte in ihrem eigenen Interesse auslegen, solange ihre Entscheidungen von einigen wenigen

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