Mittwoch. Ist Sadomaso der Grund für den Erfolg von Fifty Shades of Grey? Der Erotikroman handelt von einem Sexperiment. Hat man sich erstmal auf das 600-Seiten-Brikett eingelassen, will man auch wissen, wie es ausgeht. Aber keine Sorge: Richtig gefährlich wird es nicht. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist die junge, unerfahrene Studentin Ana Steel richtig scharf auf einen Kerl. Ihren Mister Superman findet sie in dem reichen, universalkompetenten Sexexperten Christian Grey, und er bringt sie dazu, einen Vertrag zu unterschreiben: Drei Monate lang soll sie ihm als Sub, als Sexsklavin, zur Verfügung steht. E. L. James gibt sich wenig Mühe.
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Gestern am Telefon
Dienstag. Ich unterstütze dich dabei, sagt PM.
WeiterlesenTast of Woodstock
Sonntag, B.N. Mit Tast of Woodstock gestern Abend in der Bonner Harmonie die guten alten Songs von Crosby, Still & Nash, Joni Mitchell u.v.a. genossen. Heute ist Recherchieren angesagt. PM kennt sich verdammt gut aus mit den alten Gruppen, Bandwechseln, Neugruppierungen und den gegenseitigen künstlerischen Beeinflussungen, die dann wieder zu neuen Bandgründungen geführt haben, bei einigen bis zum heutigen Tag. Es sind Leute wie CSN oder Mitchell oder Hendrix oder Farlow oder Joplin oder Cocker oder Jonny Winter oder Spencer Davis oder die Handvoll anderer anspruchsvoller und perfektionistischer Musiker, die wussten, wohin sie wollten. Die mit ihrer Musik und ihren
WeiterlesenMal wieder im Zug
Freitag, B.N. Gestern im Zug nach Köln: Ein Pärchen steigt ein, beide Anfang zwanzig, sie hauen sich in die Sitze, kuscheln, tuscheln intensiv. Plötzlich schreit ER: „Leute, das ist meine Freundin!“ SIE sieht neutral aus dem Fenster. Kuscheln. Intensives Tuscheln. SIE erzählt detailfreudig von ihrer Idealwohnung: Klein und gemütlich soll sie sein – macht auf Piepsstimme -, sonst kriegt sie ANGST. Komisch. So ängstlich sieht SIE gar nicht aus. ER hört mit erhöhter Aufmerksamkeit zu. ER kann es nicht fassen. All diese Worte! Und alle für ihn! „Leute!“, schreit ER wieder: „Ich liebe sie!“ „Ich liebe sie“, wiederholt ER etwas
WeiterlesenDie Ballade vom bösen Putin
Mittwoch, B.N. „Der dritte Weltkrieg hat längst begonnen“, sagt die Grünenpolitikerin und Ex-Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer. Es fehle den Politikern an Vorsicht und Weisheit. Informierst du dich im weltweiten Netz über die Ukrainekrise, dann scheint diese Aussage schwer untertrieben. Welches Spiel wird da mit uns gespielt? Etwa mittels solcher unsäglicher Beiträge wie gestern Abend auf ZDF: Zuerst das antipropagandistische Machwerk Mensch Putin (mit dramatischem Donnergrollen unterlegt, wenn es um Putins ‚diabolische‘ Seiten geht, zum Beispiel dass er jeden Tag Sport treibt oder ohne Hemd auf einem Pferd reitet. Also wirklich. Pfui!). Im Heute-Journal ging es dann nahtlos weiter … Die Massenpresse
WeiterlesenMontagsblues
Montag. Ob sich das alles lohnt, frage ich mich nur heute und beantworte die Frage aber umgehend mit Ja. Die letzten Gäste fahren erst morgen wieder ab – sie sind jetzt in die Stadt gegangen und lassen mich in großem Umfang aufräumen und saubermachen. Ein wunderschöner Samstag Abend war das mit nicht ganz dreißig Freunden (ein Drittel Absagen kommt hin) und viel Verrücktheit und Kreativität und Lebensfreude. Chris‘ und Heiners abgefahrendes Stück Mutterkuchen hat wohl einigen die Sprache verschlagen (Ödipus war schwer dabei). Sie sind beide großartige Schauspieler. Die Beiträge von Horst und Heidrun dagegen einfach nur schön – sie
WeiterlesenDer Partyanachronismus
Mittwoch. Partys sind angestaubt, erledigt, altmodisch, anachronistisch, aus der Zeit gefallen, antiquiert, gestrig, unmodern. Obsolet. Gewesen, vergangen, vergessen. Versunken. Fern. Veraltet. Vorbei. Überlebt, überholt, überwunden. Partymachen passt den meisten irgendwie nicht mehr ins Zeitmanagement. Oder warum sagen so viele ab? Etwa ein Drittel, laut Steves Erfahrung. Mit großem Bedauern und aus den seltsamsten Gründen, die Letzten erfahrungsgemäß noch am Tag der Party, weil da doch noch was Besseres ist oder weil sie sich nicht fühlen. Von meinen ca. fünfzig geladenen Freundinnen und Freunden würden nach Steves Berechnung ca. dreißig Leute kommen, und die sollten es schon sein wegen der Theater- und
WeiterlesenSteht dem Islam seine „Reformation“ bevor?
Dienstag. Hamed Abdel-Samar schreibt am 06.02.2015 auf FB, dass ein inner-islamischer Kampf der Kulturen in vollem Gange sei. Jene Kräfte sollten unterstützt werden, die eine Veränderung herbeiführen wollen, statt die Islamverbände politisch aufzuwerten, deren Interesse es sei, jede kritische Diskussion und somit jede Veränderung im Keim zu ersticken. Auch eine Anerkennung des Islam als Teil Deutschlands, bevor solche Prozesse die erwünschten Veränderungen bringen, hält er für kontraproduktiv. Ich glaube nicht daran, dass der Islam sich verändert noch sich verändern will. Bevor das geschieht, müsste in den islamischen Gesellschaften eine Diskussion über Gewalt in Gang gesetzt werden, die schon die allerfrühesten Anfänge
WeiterlesenE-Book-Version
Montag. Das Überarbeiten der Perle in der Auster für die E-Book-Version ist eine mühselige Sache. Alles noch einmal lesen, wo ich doch noch jedes Komma auswendig weiß. Insgesamt aber positive Überraschung/Erleichterung: Mit der Aussage, mit den meisten Formulierungen bin ich nach wie vor einverstanden. Ein gutes Gefühl… Das Buch hat die Zeit seit der Veröffentlichung überstanden, inhaltliche Fragen bestanden und dem kritischen Nachlesen standgehalten. Darüber bin ich wirklich froh. Es ist ja immer wieder unangenehm, die eigenen, alten, vergangenen, längst ad acta gelegten Texte zu lesen. Natürlich könnte man ungezählte Sätze anders, besser formulieren, aus dem zeitlichen Abstand heraus… Gibt
WeiterlesenBleibende Bilder
Sonntag, B.N. Lieber ein ehrlicher Clown als ein Heuchler, ist die Botschaft von Heinrich Bölls Ansichten eines Clowns. Diese, als Ein-Personen-Stück umgeschrieben, haben wir gestern im Theater Bonn mit dem unbestreitbar großartigen Bernd Braun gesehen. Abgesehen davon, dass mich die aktualisierenden Zeiteinsprengsel nicht überzeugt haben und ich schon im Roman nicht verstanden habe, warum Marie und Hans Schnier sich überhaupt getrennt haben – wegen der katholischen Erziehung noch nicht geborener Kinder? -, hat es mich gestern Abend fast umgehauen, dass ich mich an manche Stellen dieses Romans fast wörtlich erinnern kann. (Zum Beispiel über das Nicht-Satt-Werden in einer wohlhabenden Familie.)
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