Faschistin und Kriegstreiberin?

Samstag, Tübingen. Jährlicher Höhepunkt des Tübinger Stadtlebens: Der umbrisch-provencalische Markt! Mit A. und später auch noch mit M. durch die menschengeflutete Stadt gebummelt, Exotisches gegessen, viele Leute getroffen und viel gequatscht. Tübingen wird immer voller, bin ich gar nicht mehr gewohnt. Die unsägliche Frau Strack-Zimmermann muss zwei Niederlagen vor Gericht hinnehmen: Man darf sie nun offiziell als Faschistin (was sie natürlich nicht ist) und als Kriegstreiberin (was sie ist) bezeichnen. Das Urteil beruht auf der Meinungsfreiheit. Die Tatsache, dass die Massenmedien über den Fall schweigen, darf als Indiz für eine selektive Berichterstattung gedeutet werden. Wer sich dennoch auf die Suche

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Als Wessi im ostdeutschen Bildungssystem

Samstag. Eine Gesellschaftsanalyse, die mir die Augen öffnet: Andreas Petersen spricht in seinem Buch Der Osten und das Unbewusste aus, was bisher nur diffus meine Wahrnehmung tangiert hat. Das westliche Denken, Kunst und Kultur und damit auch die Sprache, sind durchdrungen von Freuds Theorie über die Psyche, über das Unbewusste, das Individuum mit seinen Trieben und Wünschen und Begehrlichkeiten und nicht zuletzt über die Tatsache, dass der Mensch „nicht Herr im eigenen Haus“ ist. Damit haben wir uns – im Interesse der individuellen und der gesellschaftlichen Heilung – intensiv auseinandergesetzt. Und uns daran abgearbeitet – alleine mit sehr viel Literatur

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Die Ironie des Lebens

Freitag. Abgesehen von der erstaunlichen Tatsache, dass Eisenach sich ein Cineplex-Kino mit fünf Sälen und feinster Ausstattung leistet, die wirklich keine Wünsche offenlässt (Liegesitze, Cocktails …), gibt es da die Arthouse-Reihe, in der gestern Abend ein ganz und gar erstaunlicher Film angelaufen ist: Die Ironie des Lebens, eine deutsche Produktion von Markus Goller und Oliver Ziegenbalg mit Uwe Ochsenknecht und Corinna Harfouch in den Hauptrollen. Mit dem wunderbaren Uwe Ochsenknecht und der wunderbaren Corinna Harfouch. Ein leiser Film, als Tragikomödie ausgezeichnet, und tatsächlich gibt es Momente, in denen mir der Hals eng geworden ist, und solche,  die dich spontan rauslachen

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Standort

Donnerstag. Der Hamas-Überfall auf Israel war ein Radikalisierungsbeschleuniger, der nicht nur dem Land Israel, sondern auch der Bevölkerung in Deutschland zu schaffen macht. Wer Augen und Ohren offenhält, kann nicht umhin festzustellen, dass seit dem 7. Oktober ’23 eine Enthemmung der islamistischen Szene stattgefunden hat. Ihre Vertreter (in der Regel männlich) stellen sich viel vitaler und offen aggressiver dar als noch vor ein paar Monaten. So wird der Dreifachmord in Solingen von Sachverständigen als bisheriger Höhepunkt einer Entwicklung bewertet, die noch gar nicht absehbar sei. Darauf weist u.a. der gläubige Muslim und Islam-Experte Eren Güvercin am 28.08.24 bei Markus Lanz hin:

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Unbeirrbarer Frieden

Dienstag. Vielleicht sollte ich weniger hinterfragen, warum die Bedingungen so und so sind, warum die oder der so handelt und nicht anders, warum ich hier und nicht an einem ganz anderen Ort bin. Vielleicht sollte ich genau an diesem merkwürdigen Ort einfach meinen Unterricht abhalten, mein Wissen, so gut ich es kann, weitergeben und mich bemühen, geduldig, friedlich und freundlich zu bleiben. Anstatt mich gegen die Standards aufzulehnen, was sowieso nichts bringt. Vielleicht sollte mir das genügen: Arbeiten und Gutes tun, jeden Tag aufs Neue. Wie es die buddhistischen Meister lehren: Gehe hin, tu deine Arbeit. Das wäre ja auch

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Kleine Welt

Alte Mälzerei Eisenach: Ulrich Grober liest aus seinem neuen Buch Die Sprache der Zuversicht und wird begleitet von dem tollen Jazztrio Americana mit Felix Eckenfelder (Drums) / Nicolas Buvat (Bass) / Sebastian Minet (Gitarre). Wie sie auf der Bühne erzählen, führt ihre musikalische Spur nach Stuttgart und nach Tübingen. Wie klein ist doch …

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Und wieder IS

Sonntag. Amaq, der Nachrichtenkanal der Terror-Organisation Islamischer Staat, erklärt heute: „Der Angreifer auf die christliche Versammlung in der Stadt Solingen in Deutschland gestern war ein Soldat des Islamischen Staates.“ Der Täter wurde in der städtischen Asylunterkunft gefasst. Drei Tote und acht Schwerverletzte gehen auf sein Konto. Solingen feiert in diesen Tagen das 650-Jahre-Stadtfest unter dem Motto: Ein Festival der Vielfalt. Weitere Feste in den Nachbarstädten wurden abgesagt, so auch in Hilden das Fest der Kulturen. Die beiden direkt angegriffenen christlichen Kirchen schweigen. Die Politik ist erschüttert und betroffen. Steinmeier fordert das Ende von Gewalt und Hass (von wem?). Faeser will

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Liebe, oder c‘est la vie

Samstag. Der selbstverliebte Blick in den Spiegel, hervorgerufen durch irgendeinen sensationellen Fummel aus irgendeiner sensationellen Boutique, ist selten geworden. Mir steht nicht mehr alles. Das erleichtert die Qual der Wahl – suche das Gute im Schlechten – und es ist gleichzeitig traurig. Na ja, nicht wirklich traurig. C‘ est la vie, so irgendwie. Wenn ich mir meine liebe L. anschaue und wie viel toller alles an ihr aussieht, freue ich mich an ihrer Schönheit. Ob sie es weiß? Wenn ich es ihr sage, guckt sie genervt. Sie interessiert sich nicht für Mode und für Äußerlichkeiten. Sie setzt in die Praxis

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Optionen

Freitag, Köln. Spontan für 2 Tage nach Köln gedüst. L. hat Geburtstag. Superfreundliche Aufnahme in ihrer WG. Bei allem, was gewöhnungsbedürftig ist, finde ich ihre Art zu leben und zusammenzuleben großartig. Hätte ich mir auch gewünscht, hab ja immer von einer Fortgeschrittenen-WG geträumt. Das bewundere ich am meisten: wie cool und gelassen die Mitbewohner*innen hier bleiben, auch wenn etwas anders läuft als geplant. Bringen sich sofort auf eine andere Spur, sind nicht sauer oder eingeschnappt. Optionen statt Standards. Kriegen wir hin!, höre ich immer wieder. Eine Haltung, die gut tut.

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