Oups!

Während man in den Niederlanden, Ungarn, den USA mit Ablehnung auf den fragwürdigen Haftbefehl (21.11.2024) des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen Netanyahu reagiert hat, fällt Annalena Baerbock nichts Besseres ein als den Vorgang ausdrücklich zu begrüßen. Welches jenseits aller politischen Vorstellungskraft liegende Bild gäbe Deutschland für die Welt ab, wenn der israelische Ministerpräsident ausgerechnet auf dem Berliner Flughafen verhaftet und abgeführt würde? Vor zwei Tagen schwadroniert die Außenministerin mit dem Wording einer Zehntklässlerin vom Einsatz deutscher Soldaten in der Ukraine (während ukrainische Wehrpflichtige sich nach Deutschland absetzen) und von neuen Milliardenspenden für den endlich fälligen Sieg gegen Russland. Da legt der

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Kuschelkurs mit Islamofaschisten

Freitag. PMs syrischer Kollege M. ist entsetzt über das Narrativ westlicher Leitmedien, was Syrien und ganz aktuell die Bewertung der Islamistischen „Rebellen“ angeht. Wieso „Rebellen“? Wieso „Aufständische“? fragt er aufgebracht. Das HTS-Bündnis seien einfach nur brutale Terroristen, hervorgegangen aus dem IS bzw. Al-Quaida. Mit Demokratie haben sie aber auch gar nichts am Hut, Grundlage ihres radikalislamistischen Staatsmodells ist die Scharia. M. kann die Wahrheitsvereinnahmung der selbsternannten Expert*innen nicht mehr ertragen. So gut wie niemand hier in Deutschland wisse wirklich, was in Syrien passiert. Die Lage sei so komplex, dass es selbst Syrern schwerfällt durchzublicken. Die sog. Rebellen werden u.a. von

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Appell der 38

Donnerstag. Die Zeit, die FAZ u.v.m. haben abgelehnt – gut, dass es die Emma gibt, die den Mut und die Chuzpe hat, den offenen Brief abzudrucken: 38 Menschen des öffentlichen Lebens warnen eindringlich vor einer Verlängerung des Ukraine-Krieges durch weitere Waffen. Sie fordern ein Ende des Sterbens und Friedensverhandlungen, jetzt! Appell der 38: Eine Minute vor 12! Eine Minute vor Zwölf – Einen großen europäischen Krieg verhindern!  Der völkerrechtswidrige Krieg Russlands gegen die Ukraine tobt seit über 1000 Tagen. Täglich sterben Menschen, die Ukraine wird mehr und mehr zerstört. An der Front steht die ukrainische Armee unter Druck; es fehlt

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Müde

Mittwoch. Nach der Arbeit sooo müde! Zu müde zum Weiterarbeiten am Manuskript. Allmähliche Panik wg. der Deadline. Was ist besser, den Kürbis andünsten oder im Backofen garen? Kürbissuppe auf Vorrat …

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Abgabe

Montag. Letzter Durchgang durch das komplette Manuskript. Am 31. Januar ist Abgabe. Wann tritt eigentlich mal der Zustand ein, dass du dich zufrieden zurücklehnst und nichts mehr an deinen Sätzen schrauben, verschieben, streichen, optimieren willst? Gibt es den überhaupt, oder widerspricht er dem künstlerischen Prinzip der permanenten Selbstkritik? Beim MoBi bei Claus beschließen wir, alle zusammen im Frühjahr zu Lisa Eckhart zu gehen. PM sieht sie schon morgen, in Koblenz. Bin ein bisschen neidisch, muss aber morgen arbeiten.

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Die Ästhetik des Widerstands

Sonntag. Mit zugewandten, interessanten und interessierten Menschen zusammenkommen – ich lechze nach Input, nach lebendigem Austausch, Gedankenexperimenten, Höhenflügen, Visionen. Nach Menschen, die vorbehaltlos mit mir was anfangen können (ohne: Ach, du bist aus dem Westen?) und ich mit ihnen. Und plötzlich finde ich mich genau unter solchen Menschen wieder. Was eben aus so einer Einladung zum Gänsebratenessen in einen Landgasthof im Westerwald werden kann. Die Gruppe trifft sich schon seit mehreren Jahren, und jetzt gehören wir, PM und ich, auch dazu. Einfach so. Ohne Anstrengung, ohne Aufregung. Ich werde mich an dieser Stelle nie mehr über ein marodes, menschenfeindliches Schulsystem

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Satireclown, der den Mainstream verteidigt

Donnerstag. … da will ich einfach nur abhängen und glotzen und lande beim ZDF und der Aufforderung, mich überraschen zu lassen, was ja irgendwie danach klingt, dass mir nicht gleich die Augen zufallen. Und dann bleiben sie vor Schreck offen, denn Softclown Böhmermann verbrät seine eigenen Zuschauer*innen zu unfreiwilligem Kandidatenmaterial, die das aber gar nicht lustig finden wollen. Sieht der das nicht? Aber doch! Darum gehts ja im Schadenfrohfernsehen. Die werden jetzt mit ihren zum Teil recht intimen Netzhinterlassenschaften konfrontiert, ausgebreitet vor einem wirklich weltweiten Publikum mit eingespielten Gesichtern der Verarschten, um sie wie ein nasses Handtuch bis zur letzten

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Zeichen und Buchstaben

Montag. Zwischen mein eigenes Buchprojekt schiebe ich das Projekt „Junge Texte aus Eisenach“: Mein Herzensding. Ich möchte, dass meine Jungautor*innen ihre gedruckten Texte in der Hand halten und im besten Fall öffentlich vorlesen. Diese Anerkennung haben sie, haben ihre Arbeiten verdient. Übers WE habe ich alle Texte, die ich in den vergangenen zwei Jahren eingesammelt habe, redigiert und digitalisiert, was die Jugendlichen aus irgendwelchen Gründen nicht hinbekommen. Können zwar auf ihren Konsolen daddeln und das Handy mit beiden Daumen bearbeiten wie die Weltmeister, aber keine zusammenhängenden Texte auf der Tastatur schreiben. 40 Seiten sind es bis jetzt, und ich liebe

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