Donnerstag. Heute beim Paket-Abholen gibt mir einer einen kleinen Zettel, er sagt: Für dich, den hab ich in der Fußgängerzone auf dem Boden gefunden: Ein Fremder wird von großer Bedeutung für dich sein. Aus einem Glückskeks rausgeflattert? Keine Ahnung, jedenfalls scheint der Typ diesbezüglich sehr zuversichtlich. Und dann erzählt er mir von seiner Magisterarbeit, packt den Laptop aus und demonstriert ein abgefahrenes Modell über Raum und Identität, das er selbst konstruiert hat. Ungefähr 20 min. referiert er darüber und ich höre zu und langweile mich kein bisschen und denke, was gibts hier für crazy Leute, die dich nur einmal anschauen
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Geburtstag
Sonntag, Tübingen. Die Freundinnen und Freunde aus alten und uralten Zeiten, Familie und PM alle um den großen, reichlich gedeckten Tisch – so lässt es sich nach wirklich anstrengenden Wochen und Monaten feiern. Aus Mangel am Vor-Ort-Sein steht der Weihnachtsbaum noch, und in der Mittagssonne funkelt der alte Glasschmuck aus Thüringer Werkstätten. Wir illuminieren den Baum, why not, und stellen die frischen Blumensträuße dazu, das mag ihn beleben. Nicht nur zur Weihnachtszeit 2.0, ich glaube, dass Böll uns von seiner Wolke aus zuzwinkert …
WeiterlesenDas Ende der Weisheit
Tübingen. „Wir schützen nicht das Klima, sondern Menschen.“ „Freiheit wählt sich nicht von selbst.“ „Wir legen uns mit den Reichen an.“ Wie lange gehen Werbeagenturen eigentlich in Klausur, damit sie mit solchem nichtprogrammatischen Unsinn um die Ecke kommen?
WeiterlesenSapere aude!
Freitag, Tübingen. Jetzt muss Deutschland sich emanzipieren. Nach 80 Jahren hat der große Bruder unsere Hand abgeschüttelt. Von Russland hat sich Deutschland 1990 freigemacht, von Amerika hat es das bis zum heutigen Tag nicht geschafft. Vance hat auf der Sicherheitskonferenz in München frei gesprochen, während alle anderen sich an ihrem Blättle festgehalten haben – man kann auch vom Widersacher lernen. In 20 Minuten hat er klargemacht, dass Deutschland seine Sache selbst in den Griff bekommen muss. Think Thanks ade: Sapere aude!
WeiterlesenLeute
Mittwoch. Auf der Feier von Ch. lerne ich die supersympathische H.S. kennen, sozusagen eine Eisenacher Institution. PM kennt sie von früher, sie hat in ihrem Leben wahnsinnig viel auf den Weg gebracht, sprüht vor Fantasie und Unternehmergeist und hat, wie sie nebenbei erwähnt, gerade ein Café in Premiumlage eröffnet. Da will ich mit Monia hin, fast gleichzeitig kommen wir an und stehen vor herabgelassenen Rollläden. Hm, schade. Für die Öffnungszeiten der Eisenacher Geschäfte und Einrichtungen bräuchte man eine eigene App, vielleicht einer der Gründe, weshalb der Kapitalismus hier noch nicht so wirklich angekommen ist – jeder Laden hat seinen Tagesrhythmus.
WeiterlesenWiderstand von oben
Das auch noch: Massendemos von Steuergeldern bezuschusst. Bundesverteidigungsminister Pistorius marschiert auch mit, na Prost Mahlzeit! Dann sind das Wahlkampfveranstaltungen? Welchen Sinn haben denn staatlich subventionierte Protestaktionen? Eine meiner ersten Lektionen als 18-jährige politische Aktivistin an der Uni: Widerstand muss von unten kommen. Amen!
WeiterlesenAufstand der Anständigen?
Freitag. Am vergangenen Wochenende sind in Berlin rund 250.000 Menschen im Namen eines „Aufstands der Anständigen“ – übrigens ein Slogan des vielgeschmähten Gerhard Schröder – auf die Straße gegangen. Warum?, das fragt sich die interessierte, aber unwissende Bürgerin. Würde ich mich auf den Weg nach Berlin machen, um meinen Mitbürger*innen meinen Anstand zu demonstrieren? Eher nicht. Bei mir klingeln da eher die Alarmglocken. Und wer ist dann bitte nicht anständig? Unanständig also? Ich empfinde sehr viele Politiker*innen und sehr viele Medienvertreter*innen als unanständig im Umgang mit anderen Menschen. So unanständig, dass sie sehr anständige Politiker wie Gerhard Schröder oder Kevin
WeiterlesenAm Horizont
Manuskript abgegeben! Was mache ich jetzt? Am Horizont zeichnen sich schon neue Projekte ab. U.a. ein Auftrag, der sich aus der eben abgeschlossenen Arbeit ergeben könnte: Eine Biografie über eine(n) meiner Protagonist*innen …. Freue mich über das in mich gesetzte Vertrauen. Und nun könnte ich doch endlich mal …
WeiterlesenBlablabla. Bla
Einen Vater (Michael Kyrath), der sein Kind durch die Hand eines Kriminellen verloren hat, mit Gesetzen vollzulabern, die auf den Weg gebracht wurden, jedoch offensichtlich nutzlos und wirkungslos gegen diese Art von Bedrohung sind – das ist unmenschlich. Unmenschlich und würdelos das Endlosgequatsche von Frau Geywitz. Warum wendet sie sich ab, wenn der Vater spricht? Warum entschuldigt sie sich nicht? Warum erzählt sie Blödsinn von vorgestern? Anstatt sich von ihrer menschlichen Seite, anstatt Empathie zu zeigen? Der krasseste Satz der Sendung: „Unsere Kinder werden auf dem Altar der Politik geopfert.“ Der beste Moment: Als Lanz am Ende der Sendung schweigt.
WeiterlesenFreigabe
Mittwoch. Freigabe! Mein Protagonist Serkan Eren und das Team STELP freuen sich auf mein Buch. OMG, ich mich auch! Bis Sonntag noch einmal das ganze Manuskript durchlesen, Endkorrektur (wann ist man damit schon zuende …) und nächste Woche absenden. Danach geht nichts mehr. Jedes Wort muss jetzt stimmen. Ein bisschen fühle ich mich wie damals im Staatsexamen. Will jetzt nur noch eins: Fertig werden.
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