Donnerstag. Direkt der erste Satz von grandioser Fehlerhaftigkeit. Die wenigsten von denen, die demnächst die Reifebescheinigung in der Tasche haben, schaffen auch nur einen einzigen fehlerfreien Satz. Orthographie, Syntax, Wortschatz, da geht gar nichts. Es sind die Digital Natives, die in der Sache dauerhaft benachteiligt sind, Sprache lässt sich nur schwer nachsozialisieren, das Leben ist eben kein Ponyhof. Vielleicht aber doch. Vielleicht mache ich mir was vor. Wie wichtig sind die Primärkompetenzen Sprechen und Schreiben noch?, darüber gehen die Meinungen auch im Kollegium auseinander. Ersetzt digitales Knowhow nicht längst die Abrufbarkeit von Wissen?, fragt Herr Klaaßen verwundert. Was heißt einbalsamieren?
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Grüne Neun
Montag. Ich sage, mach die Balkontür zu, die Pollen fliegen rein, und PM sagt: Ach du grüne Neue! Ich sage, bin k.o., hab bis vier Uhr morgens gearbeitet, und PM sagt: Ach du grüne Neue. Ich sage, Melania Trump kann sich vorstellen, wieder ins Weiße Haus einzuziehen, und PM sagt: Ach du grüne Neune, und dann ist alles irgendwie nicht mehr so schlimm …
WeiterlesenSelenskij will mehr und Sascha will das auch
Montag. Während deutsche Politiker*innen sich in der Ukraine die Klinke in die Hand geben, um ihren Diener / Knicks vor Selenskij zu machen – und während ein in die Enge getriebener Kanzler per Fernsehansprache seine Strategie erklärt (Schaden vom Volk abwenden, keine deutschen Alleingänge, die deutsche Verteidigungsfähigkeit verbessern, die NATO darf nicht Kriegspartei werden) -, verlangt es den König von Kiew nach viel mehr: Reue, Buße und Lossagung will er aus den Mündern der deutschen Politiker*innen-Riege hören: Hundertfaches Sühne-Bekenntnis, hundertfache Bitte um Vergebung für 50 Jahre erfolgreiche Entspannungspolitik. Als da wären: Internationale Rüstungskontrolle, Stärkung der Menschenrechte, deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Und das
WeiterlesenMuttertag at it’s best
Sonntag. Meinen Kindern habe ich beigebracht, dass Muttertag eine US-Erfindung ist, die 1933 von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurde, um die Ehrung der Mutter mit dem Wahn der „Herrenrasse“ zu verknüpfen. Und dass im Nazi-Reich der Muttertag als gesetzlicher Feiertag etabliert wurde. Da hab ich mir wohl ein Eigentor geschossen – sie gratulieren mir einfach nicht. Könnte sein, dass ich etwas übereifrig war … Zerknirscht. Und dann das hier: Danke, PM!
WeiterlesenNachmittagssonne
Freitag. Von B. höre ich wieder so eine Trennungsgeschichte … Meine Erfahrung: Wie einer geht, so hat er auch geliebt. Wer nur Kleinholz von der gemeinsamen Geschichte hinterlässt, der hat auch in der Liebe rücksichtslos und egoistisch um sich geschlagen. Der andere hat es nur nicht gesehen. Soviel zum beiderseitigen Beitrag jahrelanger Leidenswege. B. ist raus aus der Sache, ich auch. Schon lange. Die bösen Geister haben wir vertrieben. Es geht uns gut. Wir staunen und feiern das beim Business Lunch und anschließenden Cappuccino auf der Sonnenterrasse vom Ludwigs. B. und ich, wir haben uns das verdient.
WeiterlesenNeusprech
Die wirtschaftliche Entflechtung zwischen den Machtblöcken ist in vollem Gange. Der Westen entknotet sich von Russland und von China, während China und Russland zusammenwachsen. Können die Machtblöcke erst, wenn sie autonom sind, Kriege gegeneinander führen?, … und hier denke ich lieber nicht weiter. In Orwells 1984 ist die Welt in drei verfeindete Supermächte unterteilt: Ozeanien, Eurasien und Ostasien. Dauerhafte Kriege untereinander garantieren das Gleichgewicht, wobei es egal und der Bevölkerung auch weitgehend unbekannt ist, wer gerade mit wem im Clinch liegt. Die Handlung des Romans spielt in Ozeanien, was Amerika, die Atlantikinseln, Australien, Neuseeland und Neuguinea umfasst. Eurasien besteht aus
WeiterlesenDanke, Papst
„Ich bin einfach dagegen, die Komplexität auf die Unterscheidung zwischen Guten und Bösen zu reduzieren, ohne über die Wurzeln und Interessen nachzudenken, die sehr komplex sind.“ Sogar Papst Franziskus pfeift es inzwischen von den Dächern – in einem Interview bestätigt er das Narrativ des Kremls, wonach die NATO eine Mitschuld an der russischen Invasion in der Ukraine trage – was nicht als Rechtfertigung für den Krieg gemeint ist. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche warf dem Verteidigungsbündnis unter anderem ein „Bellen an Russlands Tür“ vor. Wie lange wollen die sog. Leitmedien sich dieser Version noch verschließen, um mit Panikmache und Kriegstreiberei
WeiterlesenBlame game
Donnerstag. Die Schriftstellerin Katja Lange-Müller bedauert, den offenen Brief an Bundeskanzler Scholz unterschrieben zu haben. OMG!
WeiterlesenDanke Alice! Danke Emma!
Offener Brief an Bundeskanzler Scholz EMMA Redaktion hat diese Petition gestartet Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, wir begrüßen, dass Sie bisher so genau die Risiken bedacht hatten: das Risiko der Ausbreitung des Krieges innerhalb der Ukraine; das Risiko einer Ausweitung auf ganz Europa; ja, das Risiko eines 3. Weltkrieges. Wir hoffen darum, dass Sie sich auf Ihre ursprüngliche Position besinnen und nicht, weder direkt noch indirekt, weitere schwere Waffen an die Ukraine liefern. Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich, alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können. Wir
WeiterlesenKirchengeld
Dienstag. Immer wenn ich denke, schlimmer gehts nimmer, setzt die Erzdiözese Köln noch eins drauf. Anfang April kam ans Licht, dass Kardinal Rainer Maria Woelki aus dem Sozialfonds, mit dem auch Hilfen für Missbrauchsopfer finanziert werden, die Spielschulden eines Priesters beglichen hat, inklusive Zinsen und Steuern: gut eine Million Euro. Was schockiert mehr – die Zahl oder die Geldquelle? Die Großzügigkeit gegenüber dem spielsüchtigen Kirchenmann verträgt sich jedenfalls schlecht mit dem Gefeilsche um Entschädigungsleistungen für die Betroffenen. Schon in den vergangenen Jahren war dem umstrittenen Kardinal immer wieder vorgeworfen worden, die Aufklärungsarbeit von Sexualstraftaten im Bistum auszubremsen und statt dessen
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