Gott macht Kaffeepause

Samstag. Enis sagt: Manchmal schläft Mohammed ja auch. Da werd ich dann doch mal ein bisschen Scheiß bauen können! Niels sagt: Wenn mir was Schlimmes passiert, dann stelle ich mir vor, der liebe Gott macht gerade mal wieder Kaffeepause. Dieser kleine Schlaumeier! Guckt ganz betrübt und stellt mal eben die Theodizeefrage auf den Kopf.

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Ost und West

Montag. Wenn PM was so richtig lustig findet, ruft er Nein, Nein, Nein!, in einem geradezu flehentlichen Ton. Manchmal greift er sogar nach meinem Arm, denn es könnte ja sein, dass er gleich vor Lachen stirbt. Nein, Nein!, und er windet sich vor Lachen und auch ein bisschen vor Ekel, als ich ihm von einem lange Verflossenen erzähle, der seine Bettwäsche nur ein Mal im Jahr wechselte. Nach einem Semester drehte er sie auf links, nach dem nächsten wurde sie abgezogen und gewaschen. Es war derselbe, der im Winter mit einer Sofadecke um die Schultern durch die Straßen zog, wir

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Uno im Boulanger

Donnerstag. Uno-Abend im Boulanger. Folgende Fragen wurden erörtert: – Wie ist die Textur der Macadamianuss? – Wie hält die gefährlich hängende Hose des Typen am Stehtisch? – Wer hat die Romantik gelöscht? – Wem soll Peter ein Kind machen?

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Rätselhafte Maschine

Samstag, B.N. Mein Blick fällt durch PMs Esszimmerfenster auf das Nachbargrundstück. Eher ein Anwesen ist dieser parkähnliche Garten mit einem großen Haus, das früher mal eine Brauerei gewesen ist. Hellbrauner Feldstein. Hohe, weiß gestrichene Fensterläden. Man ahnt die blankgeputzten Messingleuchter, die Pendelleuchte mit grünen Glasschirmen, die gepolsterte Sitzbank für drei Generationen … Landhausästhetik. Warum mein Blick auf das Grundstück fällt, ist kein Zufall. Etwas bewegt sich nämlich darauf. Eine Katze, denke ich, weil das, was sich da bewegt hinter der kargen und noch winterlich durchscheinenden Hecke, grau, rundlich und eben katzengroß ist. Gehalten wird mein Blick dann aber von der

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Armer reicher Hoeneß

Freitag. Hoeneß ist verurteilt. Dreieinhalb Jahre Gefängnis mit Aussicht auf offenen Vollzug. Da kann man nichts sagen angesichts der gigantischen Schuldsumme. Hoffentlich nimmt Hoeneß das Urteil an, legt seine Ämter nieder und geht in sich. Zeigt, dass er verstanden hat. Wie süchtig ist Uli Hoeneß?, wurde gestern noch Jens Reimer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gefragt (web.de vom 12.03.2014). Wie schön wäre es gewesen, den FC-Bayern-Präsidenten einfach für krank zu erklären. Einem Kranken hätte man Milde und Verständnis entgegenbringen können. Tatsache: Hoeneß war Extremzocker. Er selbst gab am dritten Prozesstag an, Tag und Nacht mit der Bank telefoniert zu haben.

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Alles im Fluss

Donnerstag. Wir könnten eine WG gründen, sagt Marion, ich glaube, mit uns würde es funktionieren. Wir haben uns am Abend zufällig getroffen und Pide und Börök gegessen. Die Leute lassen nicht ab von ihren WG-Plänen. Keiner hat mehr Bock auf Alleinsein, auf leere Häuser und einsame Abende. Ich auch nicht, weshalb ich mit Giulia zusammen wohne. (Jetzt hat sie sich aber verliebt. In einen Typen aus ihrer Reutlinger Firma.) Marion und Ebe haben sich, wie ich erfahre, ein 13-Zimmer-Haus gekauft. Als Kapitalanlage. Das ist ja interessant! Wär das nicht was? Alles ist in Bewegung, alles ist im Fluss.

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Die Backmischung aus Dubai

Montag. Warum kauft sich Susanna in Dubai eine Backmischung für Rosinenkuchen? Warum zieht sich Theo in einem Hotelzimmer in Las Vegas Good bye, Lenin rein? Weil wir manchmal ganz schön schlau sind. Und eine Backmischung oder ein Lieblingsfilm manchmal die Rettung bedeuten.

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Pinkeln gegen den Dom

Samstag. Warum pinkelt ein Mann gegen den Dom?, fragt PM. Ich habe mich gerade über Männer beschwert, die einem das Klo vollpinkeln, ganz allgemein, ich will gar keine Grundsatzdiskussion, hatte am Abend davor nur Full House und heute entsprechenden Großputz in Bad und Toilette. Ich gebe zu, die Frage überrascht mich. Gegen welchen Dom? Ach so, den Erfurter natürlich, PM hat Vergangenheit im Osten, beim Thema Pinkeln scheint er aus irgendwelchen Gründen automatisch an den Erfurter Dom zu denken. Aber wieso Dom? Kann es kein Erfurter Baum sein? Ein Erfurter Bauzaun? Eine Erfurter Hausecke? Nein, ein Dom. Das Pinkeln gegen

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Zentrieren

Donnerstag. Dem hätte ich längst eine zentriert!, sagt T. Wir sitzen im Ratskeller und essen viel und mit Genuss, und T. erzählt von einem Kumpel, der Stress mit irgendeinem Randalierer hatte, dass die Luft brannte. Mein Sohn. Ich könnte ihn immerzu ansehen, ihm immerzu zuhören.

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