Freitag. Er habe einen Degradierungsfetisch entwickelt, gesteht Christian Ulmen seiner Frau Coleen Fernandes. Dieser habe ihn dazu angetrieben, immer weiter zu machen mit pornografischen Videos und erotischen Fotos mit ihrem Konterfei und Telefonsex mit ihrer Stimme (danke, KI). Ulmen hat sich einen Krankheitsstempel verpasst. Ich glaube, unter dieser Krankheit leiden ziemlich viele Männer, und dazu brauchen sie nicht unbedingt das Internet. „Es macht ihn geil, mich zu erniedrigen und mich auf eine Art in meinem beruflichen Umfeld zu präsentieren, von der er wusste, dass ich sie schrecklich finden würde. Das gibt ihm ein Gefühl von Macht“, sagt Fernandes in einem
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2026
Freudedusche
Dienstag. Heute ist was Schönes passiert. Mein Deutschkurs belagert die Bänke auf dem Johannisplatz, das ist Unterricht und nicht Freizeit. Thema Schilderung / Schreiben vor Ort: In die Situation reinhören, Eindrücke sammeln, sie später in eine sinnvolle Ordnung bringen. Wir hocken so in der morgendlichen Kälte beisammen und schauen uns um. Da kommt eine Frau vorbei, sieht mich / uns und zieht „Junge Texte aus Eisenach“ aus ihrer Tasche, das gibts nicht! Lacht und ruft, sie sei totaler Fan von dem Projekt, habe uns auch im Fernsehen gesehen und mache ständig Werbung für uns. WHAT? Direkt in den letzten Tagen habe
WeiterlesenKino Kino
Samstag. Im Kino: The Housemaid. Ich liebe Amanda Seyfried. Anschließend im Corner’s Club 54. Wir waren die Einzigen, auch diese Bar wird schließen, jede Wette. Die schönsten Läden und Locations sterben dahin. In Eisenach gibt es bald mehr zugeklebte Schaufenster als offene. Wir hocken auf einem absterbenden Ast und wollen es nicht wahrhaben. Ist Eisenach besonders lost oder ist es der Osten oder das ganze Land?
WeiterlesenHabermas wird fehlen – als Denker und Dialogpartner
Samstag. Übernachtungsgast Marcel aus Tübingen, der heute zur Leipziger Buchmesse weiterfährt. Ohne mich, diesmal. Ich bleib zuhause, arbeite am nächsten Manuskript und freue mich auf ein ruhiges WE am Schreibtisch mit Blick auf die Wartburg. Heute erschien sein Leserbrief in der Frankfurter Rundschau, von Philosoph zu Philosoph … Zu „Der Philosoph der Republik“, FR-Titel vom 16.03., und „Die Diskursethik bleibt ein Meilenstein“, FR-Feuilleton vom 17.03. Zu Recht erfahren die Biografie sowie das wissenschaftliche und publizistische Werk des Philosophen und Soziologen JürgenHabermas in der FR eine umfassende und differenzierte Würdigung. Zu wenig berücksichtigt wird allerdings dabei, dass der engagierte Intellektuelle auch
WeiterlesenScham und Stärke
Freitag. Es sind die starken, selbstbewussten Frauen, denen so etwas passiert. Die sich zu blassen, schwachen Männern hingezogen fühlen – herabbeugen, möchte man sagen, vielleicht weil sie sich bei ihnen in Sicherheit wähnen. Während aus allernächster Nähe, aus dem häuslichen Hinterhalt, auf sie geschossen wird. Was mag in dem blassen, schwachen Christian Ulmen vorgegangen sein, wenn seine Frau ihm beim Abendbrot erzählt, dass sich jemand auf krasseste Weise ihrer Identität und ihres Körpers bemächtigt? Wenn sie vor Scham verzweifelt, weil schon wieder Pornos mit ihrem Gesicht und ihrer Stimme aufgetaucht sind? Wenn sie angsichts des ständig nachwachsenden Schmuddelmaterials ihre Ohnmacht
WeiterlesenLesung Salonabend Reuter-Villa
„Lass uns über den Tod reden“ Salonabend in der Reuter-Villa Eisenach – Gründonnerstag 02.04.2026, 19.00 Uhr Thema: Gründonnerstag – ein Anlass über den Tod zu sprechen Veranstalter: Salonabende in der Reuter-Villa, Kunstverein Eisenach e. V. Wann: Donnerstag 02.04.2026, 19.00 Uhr Wo: Reuterweg 2, 99817 Eisenach Kontakt: 03691 – 74329 *** Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dem Tabuthema Tod umzugehen: Ihm ausweichen („Die Leute wechseln die Straßenseite, wenn sie mich sehen!“) oder sich damit konfrontieren, heißt darüber reden. Entstanden ist die Idee zu dem Buch Lass uns über den Tod reden (Ch. Links Verlag Berlin, 2019) durch den Tod meines
WeiterlesenKein Widerspruch – nirgends
Andrej Hermlin schreibt: Die „Antizionisten“ in unserer Zeit Mein Großvater David Leder, portraitiert 1920 von Gustav Schaffer. (Das Bild wird hier aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt, C.J. Vieregge) Das Bild zeigt David vor der Kulisse von Jerusalem. Das Bild ist eine Phantasie. David, der Zionist war, hat Jerusalem nie gesehen. Im November 1938 wurde er in Berlin verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Einige Wochen später ließ man ihn frei, meine Großmutter hatte die SS wohl mit einem Gemälde von Lovis Corinth bestochen. Im letzten Moment, kurz vor Kriegsausbruch, gelang meinen Großeltern die Emigration nach England, wo David einige Jahre
WeiterlesenSocial life
Montag, Tübingen. Marcels Geburtstag im Ludwigs gefeiert mit lieben ExkollegInnen, u.a. Mecki. Früher war alles lustiger. Wir sind analytisch & resignativ. Ich weiß schon jetzt, wenn ich wieder in Eisenach bin, werde ich Heimweh haben. Morgen ist Lesung im Hospitalhof.
WeiterlesenKinder
Sonntag, Tübingen. Wenn das eigene Kind Schmerzen hat, tut das weh. Auch wenn das Kind schon erwachsen ist …
WeiterlesenMenschenkette
Samstag, Tübingen. Wo sind die alten KämpferInnen? Wer macht mit? Ich war damals Studienanfängerin und dabei! Ich wäre wieder dabei – gegen Aufrüstung und Atomwaffenwahnsinn:
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