Historische Schuld abtragen statt Russland-Bashing

Gerhard Schröder im Interview mit dem SPIEGEL „Ich habe nie gesagt, dass in Russland alles in Ordnung ist, ganz im Gegenteil. Russland hat zum Beispiel gegen Korruption zu kämpfen und hat Mängel in der Rechtstaatlichkeit. Wer glaubt, dass die russische Führung selber der Meinung ist, es kann alles so weitergehen wie bisher, der irrt. Aber ich wehre mich dagegen, dass jedes Versäumnis dort zu einem generellen Russland-Bashing missbraucht wird. Ich gehöre zudem zu denjenigen, die glauben, dass wir Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer eine historische Schuld gegenüber Russland abzutragen haben.“ Quelle: DER SPIEGEL 6 /2.Februar 2019 Kriegstote des

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Vorwärts

Samstag. PM kommt nie ohne Blumen. Normalerweise kaufe ich Freitag nachmittags für uns ein, doch gestern vergeht der Nachmittag an der Telekom-Computerhilfe-Hotline. Internet abgestürzt. Warum? Nach Anweisung lege ich einen sehr komplizierten Gang durch das Gehirn meines Laptops zurück. Ca. eine Dreiviertelstunde später funktioniert es wieder, von da an übernimmt der Hotlineberater das Ruder bzw. meine Maus. Blitzschnell klickt er sich durch das Laptop-Innenleben, anschließend zeigt er mir auf meinem Bildschirm alles mögliche: verschiedene Buchsen, die Enden eines WLANKabels – dringend anschaffen! – er hat einen netten thüringischen Akzent und ändert zum Abschluss netterweise meinen Telekomvertrag. Statt Magenta irgendwas, was

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Lass uns über den Tod reden – Horst Walther

„Ich lebe im Heute, Hier und Jetzt. Deshalb bin ich auch bestrebt, alles sofort zu erledigen. Die Formulierung: „Das mache ich später mal, wenn ich Rentner bin“, die gibt es bei mir nicht. Wenn du täglich siehst, wie viel Ungelebtes, Ungesagtes nach dem Tod zurückbleibt, dann kapierst du irgendwann, dass du nichts aufschieben darfst. Es könnte immer der letzte Tag sein.“ … sagt der Erfurter Bestatter Horst Walther über seinen Beruf als Bestatter und über den Tod seiner Frau Marion, in: Lass uns über den Tod reden  (ab 13. März 2019 im Ch. Links Verlag, Berlin) Buchpremiere am 28. März 2019

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Holocaust-Gedenktag ohne Echo

Auschwitz wurde von der Roten Armee befreit. Bringen deshalb die Öffentlich-Rechtlichen NICHTS zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar)? Bildungsauftrag ARD / ZDF – Pustekuchen … Einzig und ausgerechnet auf RTL2 kam „Hitler – Aufstieg des Bösen“ in ganzer Länge und ohne Werbeunterbrechung. Kann man jetzt so und so deuten …

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Nie mehr

Mittwoch. In der Nacht auf Montag ist G. gestorben. I. hatte ihn eine Woche vorher nach Hause geholt. Sie schlief neben ihm, und dann wachte sie auf und merkte, dass er nicht mehr lebte. Er soll sehr schön ausgesehen haben, ganz glatt und als würde er lächeln, als würde er denken, jetzt gehe ich und winke euch zu. Das sagt heute Dorle, die ihn am nächsten Tag gesehen hat. I. hat alles richtig gemacht. Besser als sie kann man es nicht machen. Jetzt wird es nie mehr I. und G. heißen.

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Mirjam Pressler

Samstag. … wenige Wochen nach Amos Oz‘ Tod ist nun auch Mirjam Pressler gestorben, diese richtig gute Kinderbuchautorin und Übersetzerin von über 300 Werken aus dem Hebräischen, Englischen und Niederländischen ins Deutsche. Dazu gehören die Werke von Oz, von Zeruya Shalev und allen voran von Anne Frank. Als ein Hauptwerk gilt die von ihr übertragene Kritische Werkausgabe der Tagebücher von Anne Frank  (800 Seiten stark, sehr lohnend!).Presslers Jugendroman Dunkles Gold wird posthum erscheinen: Am 13. März 2019, wie auch mein Buch Lass uns über den Tod reden! Dunkles Gold handelt von einer jüdischen Erfurter Familie, die 1341 vor dem Pestpogrom fliehen

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Wir

Samstag. Wir sitzen am Esstisch, der mit Papieren und Stapeln von Papier bedeckt ist. Wir essen im Stehen in der Küche, da gibt es noch freie Fläche. Zurück zu unseren Laptops, schreiben, arbeiten wir weiter wie Besessene. Das denke ich kurz mal: PM und ich sind Besessene. Ich sehe sein Gesicht an, sein Profil, die Linie von seinen Nasenflügeln herab (die ich so mag), er merkt es nicht, ist in Dokumente aus dem Bundesarchiv vertieft, die jetzt endlich, nach monatelanger Zwischenlagerung im Gästezimmer und im Flur, in das umfangreiche Werk eingearbeitet werden sollen. PM hat alles dabei. (Er fährt seit

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Lass uns über den Tod reden – H. Christof Müller-Busch

„Der Suizid ist diejenige Todesart, die am meisten Betroffenheit auslöst und die größten Spuren hinterlässt. Kein Unfall, kein Mord, wo es einen eindeutigen Täter oder Schuldigen gibt, hat vergleichbare Auswirkungen auf die Angehörigen. Suizid hinterlässt enorme Schuldgefühle. Als Angehöriger, als Bruder, sehe ich mich seit dem Ereignis mit der Frage konfrontiert: Hätte ich nicht etwas merken müssen? Mein Bruder hat noch eine Textstelle im Wallenstein markiert. Dann ist er mitten im Lesen aufgestanden, hat sein Zimmer verlassen und ist nicht mehr zurückgekommen.“ … erzählt H. Christof Müller-Busch in meinem im März erscheinenden Buch Lass uns über den Tod reden, Ch.

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