Die Litanei vom Behördenversagen

Mittwoch. Die Gefährderliste, die der französische Geheimdienst führt, registriert plus-minus 20.000 Dschihadisten. Das sind 20.000 Jungmänner, die irgendwo irgendwann ihren großen Auftritt haben könnten. Waffen, Chemikalien, Geld scheinen ihnen ohne Ende zur Verfügung zu stehen. Auch dieser – mittlerweile von der Polizei erschossene – Chérif Chekatt, der kürzlich auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt um sich geballert hat, war IS-„Soldat“ und als solcher dem Aufruf zum Mord gefolgt, so IS-Propagandasprachrohr Amaq. Chekatt war polizeibekannt, hatte schon eingesessen, im Knast war er den Mithäftlingen durch Missionierungsversuche zu seinem Glauben aufgefallen, auffallend auch der dunkle Fleck auf seiner Stirn, der vom vielen Beten und

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3. Advent

Sonntag, B.N. Nach viel Arbeit fürs „Amt“ abends im Bell’s. Viel Weihnachtsmarkt, viele Menschen, viel Krach, viele besoffene Weihnachtsmänner. Die purzeln nach Mitternacht durchs Stadttor auf  die Straße. Restkräfte, sagt PM. Es seien heute an die 200 Busse in B.N. gelandet, verkündet Doris. Die Leute kommen, kaufen und saufen. 

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Advent

Montag. Am 2. Adventssamstag Brunch mit Steve, Gisela, irgendeiner Verwandten von ihr und natürlich PM. Gemütlich, informativ, kuschelig, anregend. Dabei bin ich noch zu keiner Advent-Deko gekommen, nichts weist auf die Jahreszeit hin außer einem Weihnachtsstern von PM. Den hat er zwei Wochen davor mitgebracht, ein Prachtexemplar vom Blumenhändler statt von Lidl/Aldi/Edeka. Leider ist er jetzt nur noch ein Gerippe mit roten Restblüten. Der Schöne hat schlagartig sämtliche Blätter abgeworfen, nachdem ich die Balkontür eine Weile offen stehen hatte, was ein Weihnachtsstern nicht mag. Schade. Die alljährlichen drei mal 24 Adventspäckchen gehen dieses Jahr zeitlich versetzt raus, da L. und

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„Geheimnisse, glänzend und neu …“

Samstag. Schlaflos in Tübingen, finde ich ein unglaubliches Video im weltweiten Netz: Searching  for sugar man.  Ein tot geglaubter Sänger, dessen Titel im Amerika der Siebzigerjahre gefloppt haben, aber, ohne dass er selbst davon weiß, in Südafrika zu höchstem Ruhm gelangt sind, weshalb jedes Kind dort bis heute seine Lieder mitsingen kann, lebt in Detroit als Entrümpler. Es handelt sich um Sixto Rodriguez, never heard. Ein hartnäckiger südafrikanischer Journalist, selbst leidenschaftlicher Rodriguez-Fan, nimmt in den Neunzigern seine Spur auf. In Südafrika kursieren mehrere Mythen um seinen Tod, er habe sich auf offener Bühne erschossen, angezündet und dergleichen, und dann, ich

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Die freie Welt – das sind freie Finanzmärkte

Die freie Welt – das sind freie Märkte und vor allem freie Finanzmärkte. Anders ist das Aus für die Finanztransaktionssteuer nicht zu verstehen. Nicht, dass ich mich für diese Thematik besonders interessiere oder mich besonders darin auskenne. Die Nachricht heute löst trotzdem eine mittlere Depression in mir aus. Denn soviel ist klar, dass sich an dieser Entscheidung die ungebrochene Macht der Finanzlobbys zeigt: „Letztlich haben sich nicht die Interessen der Mehrheit der Menschen durchgesetzt, sondern jene Regierungen, denen die Profite des Finanzsektors wichtiger sind als seine Stabilisierung und Beteiligung an den Krisenkosten“, sagt Detlev von Larcher von Attac Deutschland, und weiter:

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Eliminieren!

Mittwoch. Die USA arbeiten an einer  neuen Weltordnung mit Trump als dem künftigen Weltherrscher. Um die Restwelt davon in Kenntnis zu setzen, entsandte Big Brother seinen Außenminister Mike Pompeo nach Brüssel, wo der schon mal mit einer Grundsatzrede den Auftakt gab. Das Programm, das Pompeos staunende EU-Kollegen zur Kenntnis nehmen durften, ist denkbar einfach: Amerika first. Für alles Böse sind China, Russland sowieso und Iran schuldig zu benennen. Internationale Institutionen werden eliminiert, sollten sie nicht rückhaltlos die Werte der Guten vertreten. Die Guten, das ist die sogenannte „freie Welt“, die USA. „In den besten Traditionen unserer großartigen Demokratie bringen wir die

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Zentrum für politische Schönheit

Zur neuesten Aktion des ZPS, das ich bisher immer echt erfrischend fand, kann ich nur sagen, und da ist es egal, gegen wen die Aktion sich richtet: Das schlimmste Schwein im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Übrigens, liebe ZPSler – in China machen sie es genauso: Bloßstellen am öffentlichen Pranger … voll cool! (Kollateralschäden eingeschlossen.)

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Flashback

Dienstag. Hab mir ein neues Outfit geschenkt. Mohairjacke, Seidentop, Wolltuch in LilaFliederGrün. Ein Farbenrausch! Lila-grün oder rosé-grün ist für mich die deepste, harmonischste Harmonie, seit ich denken kann. Komisch, worin man sich treu bleibt. In meiner Familie war ich berüchtigt für meinen Kuhgeschmack, weshalb Lieblingsvetter Jerome mir den Nickname Grete Schickedanz verpasste (Mei-ne Quelle!). Meine Eltern verzweifelten regelmäßig an meinen Outfits, an Frisur und Schminke, täglich gab es Streit. In Sachen Mode war ich ziemlich mutig. Wahrscheinlich war ich ihnen ziemlich peinlich. Für sie gab es Beige, und wenn ihnen nach Farbe war, dann Marine-Weiß oder Marine-Weiß-Rot. Klare Farben! Alles

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Stefanie Tücking ist gestorben

Sonntag. B.N. Das ist wirklich ein Schock. Sie hatte power, war tough und ungefähr mein Alter, da erwartet man solche Nachricht überhaupt nicht. Ihre Fernseh- und Radiomoderationen haben mich seit Jahrzehnten begleitet, sie kannte sich in der Musikszene aus wie kaum ein anderer, sie hatte eine angenehme Stimme. Wieder eine, die uns alleine älter werden lässt. Sie wird mir, uns fehlen.

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