Dienstag. Verfassungsschutzpräsident Maaßen hat ziemlich viel Mist gebaut und muss gehen. Merkel, Seehofer und Nahles haben das heute beschlossen. Darüber wird er aber nicht so traurig sein, denn gehen müssen heißt im bundesdeutschen Beamtenapparat nicht wegmüssen. Maaßen wird jetzt Staatssekretär im Innenministerium. Die GroKo hat sich damit bis auf weiteres hinübergerettet und alle sind zufrieden, am meisten wahrscheinlich Maaßen selbst. Wie man heute überall nachlesen konnte, steigt sein Grundgehalt um 2580,20 Euro pro Monat auf 14.157,33 Euro.
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Inschallah – Das Haus an der Moschee
Montag. Das Haus an der Moschee von Kader Abdohlah ist ein wunderschöner Roman, der die Leserin in eine Welt der Poesie, der Entschleunigung und der blühenden Safranfelder entführt. Am Beispiel einer frommen und einflussreichen Familie – oder eines alten Hauses, was in dem Fall auf das gleiche herauskommt -, zeigt er sowohl die gegenseitige Faszination als auch den tiefen Graben zwischen morgenländisch islamischer und christlich geprägter, abendländischer Kultur auf. Männer, die von Frauen gewaschen und angezogen werden, die ihre Nägel geschnitten und das Essen mundgerecht gereicht bekommen, stehen neben bzw. über Frauen, die noch nie über eigenes Geld verfügt und deshalb nie
WeiterlesenAlleinsein
Die erste Woche im „Amt“ war – okay. Ich vermisse W., der leider nicht mehr mein Kollege ist, dafür aber noch mein Freund und Nachbar, weshalb wir gestern gemeinsam den umbrisch-provencalischen Markt in Tübingen besuchten und ein paar Sachen einkauften, die man eben so kauft auf so einem Markt: Seife, Gewürze, einen Olivenholzlöffel für L. und eine Feigensalami, die beim Kauen knirscht und knackt vor lauter Feigenkernen. Das Wochenende war ich alleine in Tü, und das hat nach der langen Zeit in B.N. gut getan. Manchmal muss man sich selbst genügen. Den Staub von den Regalen wischen. Die Dinge gerade
WeiterlesenSo genau …
Sonntag. Der Bundestag hat die Beteiligung am Syrienkrieg beschlossen. „Für welche Seite sind wir dort im Einsatz?“, fragt Klaas Butenschön die Abgeordneten, als sie den Plenarsaal verlassen. Eigentlich die nächstliegende Frage (wenn schon nicht klar ist, was deutsche Soldatinnen und Soldaten überhaupt in Syrien verloren haben). Die Antworten muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Waldemar Westermayer (CDU): „Wir sind …, tja, eine gute Frage…“ Thorsten Hoffmann (CDU): „Wir sind natürlich für die Gemeinschaft.“ Roland Kiesewetter (CDU): „Wir kämpfen für die Interessen Europas und Deutschlands.“ Dorothee Schlegl (SPD): „Auf der Seite der Menschen.“ „So genau kenne ich mich da
WeiterlesenVerantwortlich
Durch die schöne, grüne Südstadt läuft eben eine vor mir her, als ihr plötzlich eine Kastanie auf den Kopf fällt. Die landet auf dem Boden und rollt mir vor die Füße. Also, das ist doch wohl ein Fall für die Versicherung!, sagt die Frau, während sie sich den Kopf reibt. Sehen ja hübsch aus, aber müssen die überm Gehweg wachsen? Na klar, sage ich, die gehör’n alle abgesägt. Sie guckt mich an und weiß nicht, was sie von mir halten soll. Sicherheitshalber wechsle ich die Straßenseite.
WeiterlesenDoppelstern
Samstag. Als ich mir das komische leuchtende Ding am Himmel genauer ansehen will, ist es ein Stern. Großer Schrecken. Ich sehe den Punkt als Strich. Auch die Mondsichel hat plötzlich auf einer Seite eine hauchfeine, zweite Linie. Nur wenn ich die Augen zukneife, sehe ich Mond und Stern wieder normal. Das ist wohl mein neues Normal: Ver-rückt, im wahrsten Sinn des Wortes. Es ist auf beiden Seiten, ich teste das sofort. Auf einen Schlag. OMG!, und ich hasse Brillen…
WeiterlesenUn-fall
T. hatte einen Unfall. Ein LKW ist ihm seitlich reingeknallt. Toter Punkt und so, der Andere habe ihn nicht gesehen (warum muss der dann überholen?). Keine Panik auf der Titanic, sagt T., ihm sei ja nichts passiert. OMG! Da pennt einer eine Sekunde lang … irgend so ein Trottel … und verändert u.U. das Leben eines Anderen (meines Sohnes!), nein, vieler Anderer um hunderachtzig Grad … wenn überhaupt … ist ja noch mal gut gegangen … trotzdem ist da so eine Wut und Fassungslosigkeit!
WeiterlesenNachtrag
Mittwoch. Um meinen letzten Blogpost ein wenig zu relativieren: Ich liebe Sprache. Weshalb ich die vielen Grausamkeiten, die ihr angetan werden, zutiefst verabscheue und – in Maßen – daran leide. Es ist ja vollkommen in Ordnung, dass jeder sich in den verschiedenen sozialen Netzwerken zu jedem Problem schriftlich äußern kann, auch wenn die Äußerungen sehr oft kryptisch bis unverständlich ausfallen. Oder im schlimmsten Fall einfach durch Emojis ersetzt werden. Aber da schreiben eben Leute, die eigentlich gar nicht schreiben. Für die die Umwandlung eines bestimmten Tatbestandes in Wort und Syntax keinen Reiz, keine Herausforderung darstellt. Die lieber den Smiley-Button drücken,
WeiterlesenIrre
Es gibt diese hochtalentierten Maßregler. Denen gebe ich immer so irre recht, bis sie irrtiert innehalten. Endlich.
WeiterlesenBabylonisches Deutsch
Die deutsche Sprache verändert sich. Das kann jeder beobachten, der viel mit Menschen zu tun hat oder einfach mal ab und zu Talkshows sieht. Da geraten manch einem die vier Fälle ganz schön durcheinander, die Tage des bestimmten Artikels scheinen gezählt, und ein reicher Wortschatz kommt einem fast schon antiquiert vor … Unter dem Einfluss der unter uns lebenden Migranten verschiedenster Nationen geht diese Entwicklung wahrscheinlich um einiges rasanter vonstatten als „früher“. Zum einen ist das nicht weiter verwunderlich. Wo Sprachvielfalt herrscht, herrscht mehr spielerische Kreativität im Sinne der gegenseitigen Anpassung. Das lässt sich schon an mehrsprachig aufwachsenden Kindern beobachten,
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